Rudern: Nationalmannschaft
Münsters Ruderer mit gelungenem Kaltstart in die heiße Trainingsphase

Münster -

Sechs Kilometer bei Schmuddelwetter auf dem trüben Kanal, in den Knochen noch die Tortur auf dem Ergometer: Das ist Rudern im Winter. Aber ohne Fleiß kein Preis – und die Hoffnung auf Olympia 2020 lindert die Qual. Auch bei RVM-Ruderer Felix Brummel ...

Montag, 03.12.2018, 17:34 Uhr aktualisiert: 03.12.2018, 18:02 Uhr
Mützenwetter auf dem Dortmund-Ems-Kanal – aber nach sechs Kilometern waren Nico Merget (l.) und Felix Brummel heißgerudert.
Mützenwetter auf dem Dortmund-Ems-Kanal – aber nach sechs Kilometern waren Nico Merget (l.) und Felix Brummel heißgerudert. Foto: Detlev Seyb/meinruderbild.de

Abkürzungen gibt es auf dem Weg nach Tokio nicht, schon gar nicht auf dem beschwerlichen Wasserweg. Die Strecke bis zu den Olympischen Spielen 2020 ist zweifellos weit, die Zeit aber schon vergleichsweise kurz. Wenn sich beispielsweise die besten deutschen Ruderer im kalten Dezember 2018 am Riemen reißen, dann ist der heiße Juli 2020 zweifellos schon eine entscheidende Motivationsstütze. Am Wochenende baten die Trainer des Deutschen Ruderverbandes ihre Elite-Schützlinge zum ersten Wintertest zunächst auf das Ergometer und anschließend in die Kleinboote zum Langstreckentest auf den Dortmund-Ems-Kanal. Es geht darum, mittelfristig die Boote für die Saison 2019 zu besetzen, auf lange Sicht jedoch auch olympiataugliche Crews zusammenzustellen.

Felix Brummel vom RV Münster hat diese erste Standortbestimmung mit Bravour gemeistert. Gemeinsam mit seinem neuen Trainingspartner Nico Merget aus Frankfurt legte er über die 6000-Meter-Strecke die zweitbeste Zeit hin, die Trockenübung auf dem Ergometer beendete der Münsteraner mit Wohnsitz in Dortmund auf Rang fünf aller beteiligten Spitzenruderer. „Eine herausragende Leistung“, kommentiert RVM-Trainer Thorsten Kortmann das Abschneiden seines Schützlings und sieht Brummel im engsten Kreis der Achter-Kandidaten. Die Plätze des erfolgreichen deutschen Großbootes sind derzeit zwar nicht vakant. „Aber es kann schon sein, dass da noch getestet wird“, so Kortmann. Da schadet es nicht, rechtzeitig auf sich aufmerksam zu machen.

Beste Aussichten im deutschen Nachwuchs-Nationalteam haben die RVM-Recken ­Floyd Benedikter, Sönke Kruse und Joscha Feder. Benedikter belegte in Zusammenarbeit mit Leon Schandl aus Minden Platz elf bei den Kleinbooten und gleichzeitig den zweiten Platz aller U-23-Duos. In dieser Listung fehlt Sönke Kruse, der am Wochenende gesundheitlich angeschlagen passen musste, aber dennoch den Jahreswechsel im Kreise der Nationalmannschaft im Trainingslager im italienischen Sabaudia verbringen wird. Spätestens dort werden auch die Zeiten von John Heithoff wieder gemessen, der nach seinem Mittelfußbruch noch im Aufbautraining ist, aber wie Benedikter und Kruse eine Einladung für die Silvesterparty in Italien im Postkasten hat.

Joscha Feder belegte im U-23-Einer den siebten Platz und hatte die DRV-Trainer zuvor bereits mit einer bärenstarken Vorstellung auf dem Ergometer beeindruckt. „Das sieht sehr gut aus für Joscha“, sagt Kortmann.

Für die Top-Platzierung aus münsterischer Sicht sorgte zuvor Luisa Neerschulte, die mit dem Bestwert auf dem Ergometer aufs Wasser ging und dort an der Seite von Janina Hanßen (Essen) Platz eins bei den Frauen belegte. Vereinskameradin Julia Tertünte sorgte auf dem Ergometer ebenfalls für Bestwerte, hatte dann aber auf dem Wasser nicht mehr die Reserven, um ganz nach vorne zu fahren.

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