Fußball: Champions League
Sieg in letzter Minute

Gelsenkirchen -

Der FC Schalke 04 ist in Sachen Abendunterhaltung noch weit von Oscar-Reife entfernt, hat aber immerhin schon einen Sinn für ein Happy end entwickelt. Nach 90 eher schwachen Minuten gegen Lokomotive Moskau traf Alessandro Schöpf in letzter Minute zum 1:0-Sieg.

Dienstag, 11.12.2018, 21:08 Uhr aktualisiert: 11.12.2018, 21:12 Uhr
Schalkes Torschütze Alessandro Schöpf versucht seinem russischen Gegenspieler Grzegorz Krychowiak zu enteilen – vergeblich. Es ging meist eng und recht freudlos zu in diesem Champions-League-Spiel.
Schalkes Torschütze Alessandro Schöpf versucht seinem russischen Gegenspieler Grzegorz Krychowiak zu enteilen – vergeblich. Es ging meist eng und recht freudlos zu in diesem Champions-League-Spiel. Foto: imago/MIS

Der FC Schalke 04 hat auf der ganz großen Fußballbühne keine Reisegeschwindigkeit aufnehmen können. Lokomotive Moskau blieb im letzten Gruppenspiel der Champions League auf dem Abstellgleis. Am Dienstagabend gewann Schalke mit 1:0 (0:0) und rehabilitierte sich zumindest halbwegs in einem für die Königsklasse bedeutungslosen Spiel für die zuletzt höchst mäßigen Auftritte in der Bundesliga. Torschütze war Alessandro Schöpf (90.) Der S 04 stand schon vor der Partie als Achtelfinalteilnehmer fest – Moskau hatte keine Chance mehr aufs Weiterkommen. Immerhin: Der Sieger verdiente sich 2,7 Millionen Euro für einen Sieg zusätzlich.

Es war nicht das Schalke, das sich am Samstag noch vom Revierrivalen Borussia Dortmund mit 1:2 hatte abkochen lassen. Trainer Domenico Tedesco wechselte auf acht Positionen durch – und Schalke hatte zunächst Probleme im Spielaufbau. Da passte noch nicht allzu viel zusammen im ersten Durchgang, in dem die Gastgeber zwar viel Offensivgeist versprühten, den Zug zum Tor aber noch vermissen ließen gegen harmlose Lokomotivführer. Mit einem Sieg hätte Moskau noch die Chance gewahrt, im nächsten Jahr in der Europa League weiter spielen zu können.

Dass Alessandro Schöpf in der 42. Spielminute den ersten Ball platziert auf das Moskauer Tor brachte, passte ins Bild. Der Distanzschuss wurde zur sicheren Beute von Lok-Torhüter Guilherme. Schalke, erstmals mit U-19-Spieler Benjamin Goller im Sturm, war zwar pausenlos am Drücker, zwingend war das aber beileibe nicht.

Und Moskau? Hinten hielt Benedikt Höwedes den Laden dicht, vorne blieb Jefferson Farfan (in der 80. Spielminute ausgewechselt) wirkungslos wie fast die gesamte Lok-Mannschaft. Beide Ex-Schalker bekamen Blumen vor dem Spiel, beide Teams Pfiffe zur Halbzeit. Das war gar nix, wenn man von der Riesenchance von Moskaus Kapitän Igor Denisov unmittelbar vor der dem Halbzeitpfiff von Schiedsrichter Tasos Sidiropoulos (Griechenland) einmal absah. Aus zehn Metern zog Denisov freistehend drüber – in der Kabine hatte Schalke Zeit genug, um aufzuwachen.

Den ersten Akzent setzten aber die Gäste nach dem Wechsel. Alkeksei Miranchuk hatte gegen sorglose Schalker die große Möglichkeit zum 1:0, scheiterte aber am glänzend reagierenden Torhüter Ralf Fährmann.

Plötzlich trauten sich die Moskauer etwas zu – zwei Nadelstiche im Schalker Fleisch. Die Antwort gab Jewhen Konoplyanka, scheiterte aber an Guilherme. Die Partie war jetzt offen, blieb aber zerfahren. Schalke erhöhte die Schlagzahl, aber es blieb bei einem weitgehend kopflosen Anrennen. Omar Mascarell scheiterte, Guilherme hielt, was zu halten war. Und wenn nicht, verbaselten die Gastgeber ihre Möglichkeiten. Matija Nastasic (72.) fehlte bei einer Naldo-Vorlage eine Stollenlänge, um den Ball aus einem Meter über die Torlinie zu drücken. In der Schlussminute dann doch noch königsblauer Jube der 48 883 frierenden Zuschauer: Nach Vorarbeit von Suat Serdar drückte Schöpf das Leder über die Linie. Ein glücklicher Sieg in einem glanzlosen Spiel.

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