Basketball
SG-Trainer Marc Schwanemeier hat 1997 gegen Dirk Nowitzki gespielt

Telgte -

Dirk Nowitzki hat am Dienstag seinen Rücktritt vom Profi-Basketball bekanntgegeben. Jan Schilling, Spieler der SG Telgte-Wolbeck, hat es geahnt und ist Anfang April schnell noch zu zwei Heimspielen nach Dallas geflogen. Marc Schwanemeier hat sogar gegen das German Wunderkind gespielt.

Mittwoch, 10.04.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 11.04.2019, 10:14 Uhr
Dirk Nowitzki hat seinen Rücktritt bekanntgegeben. Im April 1997 hat der NBA-Superstar als junger Basketballer gegen den heutigen SG-Übungsleiter Marc Schwanemeier gespielt.
Dirk Nowitzki hat seinen Rücktritt bekanntgegeben. Im April 1997 hat der NBA-Superstar als junger Basketballer gegen den heutigen SG-Übungsleiter Marc Schwanemeier gespielt. Foto: Witters

„Dass er ein guter Bundesliga-Spieler werden würde, war klar. Aber ich habe nicht daran gedacht, dass er NBA-Profi wird“, sagt Marc Schwanemeier zurückblickend. Im April 1997 traf der heutige Coach der SG Telgte-Wolbeck Baskets als Spieler des damaligen Bundesligisten TuS Herten in zwei Relegationsmatches auf DJK Würzburg , in deren Reihen ein damals 17-jähriger 2,13-Meter-Schlaks Furore zu machen begann. „Ich habe wenig gespielt und saß meistens auf der Bank“, so Schwanemeier. „Wir haben beide Spiele knapp gewonnen und sind drin geblieben. Würzburg ist dann ein Jahr später aufgestiegen.“

Für Dirk Nowitzki war es der Start einer beeindruckenden internationalen Karriere, die ihn 2008 mit Deutschland zu den Olympischen Spielen nach Peking und mit den Dallas Mavericks 2011 auf den NBA-Olymp führte. Am Dienstag erklärte der Ausnahmesportler seinen Rücktritt.

„1999 und 2000 habe ich ihn dann noch einmal für die deutsche Nationalmannschaft spielen sehen, darunter in seinem ersten Länderspiel in Münster gegen Bulgarien“, erinnert sich der SG-Coach, der allerdings nicht zu den eingefleischten NBA-Fans gehört, die sich die Matches nachts live im Fernsehen oder über Streaming-Dienste anschauen. „Von seinen Finalspielen 2011 habe ich mir allerdings Ausschnitte in der Wiederholung angesehen. Heute sind die großen Leute viel beweglicher als vor 15 Jahren. Nowitzki ist eine Legende und ein fairer Sportsmann, der sich auch um Stiftungen kümmert. Menschlich und als Sportler ist er ein absolutes Vorbild. Als Top-Verdiener ist er bodenständig geblieben.“

Zu denen, die ein Ausklingen seiner sportlichen Laufbahn in diesem Frühjahr erwartet haben, gehört auch Jan Schilling . Der Spieler der zweiten SG-Mannschaft ist eigens für zwei Heimspiele der Dallas Mavericks nach Texas geflogen. „Ich wollte die letzte Chance ergreifen, ihn live zu sehen. Es hat sich gelohnt.“

Dirk Nowitzkis letztes Heimspiel in Dallas

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  • Zu Tränen gerührt: Dirk Nowitzki von den Dallas Mavericks steht während der Pause auf dem Spielfeld und reagiert, nachdem ein Video abgespielt wurde.

    Foto: Vernon Bryant
  • Der deutsche Ausnahme-Basketballer verkündete am Mittwoch seinen Rücktritt zum Saisonende.

    Foto: Vernon Bryant
  • Schon als er das Amercian Airlines Center wird Nowitzki gefeiert. Es ist das letzte Heimspiel der Saison.

    Foto: Tony Gutierrez
  • 41. 21. 1. Die Nummer 41 spielt die 21. NBA-Saison und immer nur für einen Club: die Dallas Mavericks.

    Foto: Vernon Bryant
  • Das Spiel gegen die Phoenix Suns geriet auch auf dem Feld zur Nowitzki-Show, er erzielte 30 Punkte.

    Foto: Tony Gutierrez
  • Die Fans in Texas feierten den Deutschen bei jedem Wurf.

    Foto: Tom Fox
  • Dirk Nowitzki wurde von seinen Gefühlen übermannt.

    Foto: Vernon Bryant
  • Nach dem Spiel gab er seinen Rücktritt zum Saisonende am Donnerstag bekannt.

    Foto: Tony Gutierrez
  • Während einer Zeremonie ehrten die ehemaligen Basketball-Spieler Charles Barkley (l-r), Scottie Pippen, Larry Byrd, Shawn Kemp und Detlef Schrempf den deutschen Ausnahme-Basketballer.

    Foto: Tony Gutierrez
  • Abschied eines Großen: Dirk Nowitzki ein letztes Mal im Scheinwerferlicht des Amercian Airlines Centers in Dallas.

    Foto: Tony Gutierrez

Am 3. April erlebte er im 20 000 Zuschauer fassenden American Airlines Center die knappe Heimniederlage gegen die Minnesota Timberwolves mit, zwei Tage später waren die Gastgeber gegen die Memphis Grizzlies chancenlos. „In beiden Spielen war er Starter und hat etwa 25 Minuten gespielt“, berichtet Schilling. „Wenn Dirk Nowitzki das Feld betreten hat, sind alle ausgerastet. Er ist gefeiert worden, die Stimmung war atemberaubend.“

Rund 100 Euro hat der 25-Jährige für jedes der Tickets hingeblättert. „Wir wollten nicht ganz oben auf den billigsten Plätzen sitzen. Wir haben viele deutsche Fahnen im Publikum gesehen“, so der Lehramtsstudent weiter. Im Mavericks-Fanshop hat sich Schilling mit seinem Kumpel ein T-Shirt mit der berühmten Nummer 41 gekauft. Ein Nowitzki-Trikot hätte satte 250 Dollar gekostet, in der Stadt wäre es immerhin für 110 Dollar zu haben gewesen. Mit ins Gepäck Richtung Heimat sind auch die zahlreich auf den Zuschauerplätzen verteilten Nowitzki-Pappköpfe gegangen. Allerdings wartet Schilling auch zwei Tage nach der Ankunft in Deutschland immer noch auf seinen Koffer.

Gelohnt habe sich der einwöchige Trip auf jeden Fall: „Nowitzki ist ein bodenständiger Typ. Er wird dort drüben geliebt.“

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