Badminton: Bundesliga
Reine Stimmungsmache – Roman Zirnwald reißt alle mit

Lüdinghausen -

Niemand beim SC Union Lüdinghausen freut sich so leidenschaftlich wie der vielfache Österreichische Staatsmeister. Dann fährt der Roman die Doppelsäge aus, dann wird der freundliche Herr Zirnwald zum brodelnden Alpenvulkan.

Dienstag, 16.04.2019, 17:30 Uhr aktualisiert: 16.04.2019, 17:46 Uhr
Wenn der freundliche Herr Zirnwald zum Alpenvulkan wird: Soeben haben der Österreicher und Kai Schäfer (l.) ihr Doppel im Spiel um Platz drei in Willich gewonnen.
Wenn der freundliche Herr Zirnwald zum Alpenvulkan wird: Soeben haben der Österreicher und Kai Schäfer (l.) ihr Doppel im Spiel um Platz drei in Willich gewonnen. Foto: flo

„Tennis“, sinniert Roman Zirnwald , „ist an sich ein eher fader Sport.“ Aber dieser eine Wettbewerb, der Davis Cup , den finde er schon spannend. Weil da, so der Österreichischer, ausnahmsweise auf die Etikette gepfiffen werde. Weil nahezu alle Hemmungen fielen. Geballte Fäuste, Gejohle, lautstarke Unterstützung, Emotionen pur. Zirnwald hätte auch den Ryder Cup im Golf als Beispiel anführen können. Oder eben, da kennt sich der Routinier bestens aus, Badminton. Konkret: das Final Four am vergangenen Wochenende.

Das Besondere an diesen Wettbewerben: Badminton sei ja – wie Tennis oder Golf – zuvorderst ein Individualsport, führt der Mann von Union Lüdinghausen aus. Die meisten Spieler schauten nur auf sich, allenfalls noch auf den Doppelpartner. Zirnwald scheint auch das eher fad zu finden. Vielleicht muss sich der vielfache Staatsmeister und WM-Teilnehmer mit Mitte 30 nichts mehr beweisen. Die internationale Karriere hat er im Vorjahr beendet.

Team-Events eine Herzensangelegenheit

Der Spaß am Badminton ist freilich auch im gesetzteren Alter noch da, keine Frage. Jeder, der mal ein Erstligaspiel im Anton besucht hat, kann das bestätigen. Kaum einer stöhnt und leidet nach einem verpatzten Schlag so wie der St. Pöltner, kaum einer freut sich wie er nach einem besonders gelungenen Ballwechsel. Dann fährt Roman die Doppelsäge aus, dann wird der freundliche Herr Zirnwald zum brodelnden Alpenvulkan. Aber halt nicht nur, wenn er selbst auf dem Court steht, sondern auch, wenn es die Kollegen anzustacheln gilt.

„Ich liebe diese Team-Events“, erzählt der ehemalige Emsdettener, der 2017 in die Steverstadt wechselte, den WN am Rande des Final Four. Das Endturnier um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft ist in dieser Hinsicht nicht zu toppen. Auf der Tribüne: Menschen mit Ratschen, Rasseln, Trillerpfeifen. Wo andere einen Tinnitus fürchten, geht Zirnwald das Herz auf. „Als Spieler ziehst du so viel Energie aus dieser Unterstützung“, schwärmt der Unionist.

Vollgas auch hinter der Bande

Deshalb gibt auch er hinter der Bande Vollgas. Lärmverursachende Hilfsmittel hat er – anders als die Zuschauer – keine. Dafür pusht Zirnwald die Kameraden, klatscht, springt auf, feuert an. Bei jedem Ballwechsel. Der Funke springt über, irgendwann steht die ganze Mannschaft. „Roman reißt mit seiner positiven Art wirklich alle mit“, lobt Lüdinghausens Coach Christoph Schnaase. Wobei: „Ein paar Spieler musste ich erst zum Mitmachen animieren“, grinst der Teamplayer par excellence.

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