Rudern: Weltcup und Deutsche Meisterschaft
Brüderchen und Schwesterchen

Münster -

Die Große reist nach Posen, die Jungs sind in Brandenburg gefordert. Ida Kruse (22) startet in Polen beim Ruder-Weltcup und drückt von dort die Daumen für ihre Brüder Sönke (18) und Ole (20), die bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Brandenburg gegeneinander antreten.

Mittwoch, 19.06.2019, 16:56 Uhr aktualisiert: 19.06.2019, 21:20 Uhr
Ole Kruse (r./mit Sebastian Ritter) tritt in Brandebrug im Vierer mit Steuermann gegen seinen Bruder Sönke an.
Ole Kruse (r./mit Sebastian Ritter) tritt in Brandebrug im Vierer mit Steuermann gegen seinen Bruder Sönke an. Foto: Maren Derlien/meinruderbild.de

Ida Kruse legt erstmals Hand an: Wenige Tage nach ihrer endgültigen Rückkehr vom Auslandsstudium in den USA, beginnt für die 22-Jährige jetzt bereits die Grob-Planung für die nächste große Reise. Im Sommer 2020 soll es für die Rudererin des RV Münster mit der deutschen Nationalmannschaft nach Tokio gehen: Eine lange Exkursion mit vielen Zwischenstationen. Die erste hat sie bereits am Mittwochmorgen angesteuert: Beim zweiten Weltcup der laufenden Saison in Posen sitzt die Münsteranerin erstmals im deutschen Vierer, der bis zu den Weltmeisterschaften im österreichischen Linz (24. August bis 1. September) Betriebstemperatur erreichen und dann das Ticket für die Olympischen Spiele sichern soll.

In Posen allerdings gibt es ein kleines Problem für Ida Kruse: Sie muss in Polen mit nur acht Fingern optimalen Zug auf die Riemen bringen, denn beide Daumen bleiben gedrückt für die „kleinen“ Brüder. „Für jeden einen“, sagt die Schwester salomonisch: Denn Sönke (18) und Ole (20) sind gleichzeitig in Brandenburg bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften gefordert und rudern dort nicht mit- sondern pikanterweise gegeneinander. Beide wollen sie ihren Vierer mit Steuermann zur U-23-WM im Herbst nach Kalifornien steuern oder, das wäre Plan B, im Juli zur EM nach Griechenland. Während Sönke sich ein Boot mit Vereinskamerad John Heithoff und zwei Mitstreitern teilt, sitzt Ole mit drei weiteren US-Studenten in einem Boot. Der Gewinner dieses Rennens fährt in die USA, der Zweite nach Ioannina in Griechenland – dahinter beginnen die Verliererplätze.

Jahrgangsmeisterschaften auf dem Beetzsee

Bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften im Rudern (DJM) in Brandenburg rückt Münster gefühlt mit einer veritablen Hundertschaft an. Insgesamt 21 Ruderer und Ruderinnen vom RV Münster (19) und ARC Münster (2) sind auf dem Beetzsee im Einsatz und besetzen in 20 Bootsklasse 24 Boote.Ein besonderes Augenmerk gilt dabei dem Wettbewerb im Vierer mit Steuermann, in dem die internationalen Startplätze dieser Saison vergeben werden, um die Ole Kruse in einem Boot und Sönke Kruse sowie John Heithoff in einem anderen gegeneinander antreten. Im Wettbewerb der Großboote sind sogar drei Achter mit Münster-Beisitzern gemeldet: Floyd Benedikter sitzt im designierten WM-Boot des DRV, wird an der Havel aber herausgefordert von Sönke Kruse mit Heithoff sowie Ole Kruse.Heiße Anwärterin auf ein Ticket für internationale Titelkämpfe ist auch Julia Tertünte, die ihr Glück sowohl im Einer als auch im Doppelvierer versucht

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Schwester Ida wird das Duell aus der Ferne interessiert – und mit gedrückten Daumen – beobachten, den Fokus aber auf die eigenen Rennen richten, die bereits am Freitag mit den Vorläufen starten. Dass ihre Brüder attraktive Fernreisen vor Augen haben, während sie selbst mit der WM in Linz/Österreich im Spätsommer nur einen Kurztrip für das Saisonfinale geplant hat, stört sie nicht: „Ich finde es eigentlich ganz praktisch, denn je näher es an zu Hause ist, desto mehr Leute können zum Anfeuern kommen.“

Auch Vereinskamerad Felix Brummel ist bereits am Freitag beim Weltcup gefordert. Seine Vierer-Crew reiste ebenfalls schon am Mittwoch an und steuert nach beeindruckendem EM-Bronze den nächsten Treppchenplatz an. Auch Brummel feiert in Posen seine Weltcup-Premiere in der noch jungen Saison, den Auftakt hatte das DRV-Quartett zugunsten der Wedau-Regatta ausfallen lassen. Doch jetzt hat die Weltelite ihre Reispläne synchronisiert und ihre Spitzenkräfte zusammengeführt. In Posen sind nicht nur die besten Vierer am Start, einige Verbände schicken zudem ihre halbierten Achter-Crews ins Rennen. Die überarbeitete Zielvorgabe von Felix Brummel fällt deswegen vergleichsweise bescheiden aus: „Unser Minimalziel ist das Erreichen des A-Finales.“ Das strebt auch Ida Kruse an – dann aber doch mit allen zehn Fingern.

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