Boxen: WM-Kampf in der Hiltruper Stadthalle
Ein Leberhaken – aber kein Knock-out: Elina Tissen will den WM-Gürtel

Münster -

Was für eine Hiobsbotschaft: Kim Angelina Jäckel, die Herausforderin von Elina Tissen, ist krank. Platzt der WM-Kampf am Samstag in der Hiltruper Stadthalle? Nein! Ersatz ist gefunden. Die Warendorferin boxt gegen Everline Akinyi Odero aus Kenia.

Mittwoch, 17.07.2019, 19:06 Uhr aktualisiert: 18.07.2019, 17:32 Uhr
Pratzentraining mit Maiki Hundt: Elina Tissen
Pratzentraining mit Maiki Hundt: Elina Tissen Foto: Jürgen Christ

Ein Attest trieb Maiki Hundt am späten Dienstagabend die Schweißperlen auf die Stirn. Kim Angelina Jäckel , die Herausforderin von Elina Tissen , ist krank. Die Nasennebenhöhlen sitzen dicht. Ein Leberhaken für den Trainer und Promoter der 16-fachen Weltmeisterin aus Warendorf. Aber kein Knock-out! „Wir haben Ersatz gefunden“, verrät er am Mittwoch beim öffentlichen Pressetraining bei „Absolute Teamsport“ in Hiltrup. Der WM-Fight im Global Boxing Council (GBC) findet am Samstag in der Stadthalle wie geplant statt. Gegnerin: die Kenianerin Everline Akinyi Odero. Das Management der Kontrahentin hat den Kampf bestätigt, der Weltverband ist informiert. Am Donnerstag wird der Tross aus Afrika in Münster erwartet. Alles tutti?!

Nun: „Wir atmen erst durch, wenn Odero hier ist“, wirkte Hundt noch nicht gänzlich erleichtert. Auch Tissen traf die Absage wie der Blitz. „Ich habe mich auf Jäckel eingestellt.“ Die wochenlange Vorbereitung für die Katz? Mitnichten. Zwar ist die Kenianerin Rechtsauslegerin. Aber bei der Titelverteidigung nach Punkten in Potsdam 2018 gegen Nina Mainke boxte Tissen eben gegen eine solche Gegnerin – und hatte wenig Mühe. „Elina kann sich binnen weniger Tage umstellen“, weiß Hundt.

Dass der Kampf zustande kommt, ist eine glückliche Fügung. 21 Absagen hatte sich die Tissen-Crew eingehandelt. Zum Haareraufen. Zumindest die Kenianer hatten sich nicht gänzlich aus der Verantwortung gestohlen – einen Besuch in Münster „angedroht“. Nicht frei von Hintergedanken: Im Dezember will Everline Akinyi Odero in Kenia gegen Tissen boxen. Beide Seiten haben darüber verhandelt. Jetzt kommt erst mal alles anders.

„Ich freue mich, habe viel trainiert, will endlich in den Ring“, sagt die 32-jährige Lokalmatadorin, seit 2008 ungeschlagen. Odero ist ein Jahr älter – und mit 62 Kilogramm fünf schwerer als Tissen. Das „Catchweight“ liegt bei 60 Kilo – auch wenn der Titel offiziell in der Federgewichtsklasse bis 57 Kilogramm vergeben wird. Es ist alles angerichtet.

„Ich habe mir ein bisschen was anfuttern müssen“, lässt „Elin the machine“, durchblicken. Kartoffeln, Nudeln, Gratin – Kohlenhydrate hat sie in den vergangenen Tagen fleißig in sich reingeschaufelt. Freitag, an ihrem 33. Geburtstag, wird traditionell gewogen. Dann geht nicht mehr viel nach oben.

Drei Kenianerinnen haben es in all den Jahren mit ihr aufnehmen wollen – ohne durchschlagenden Erfolg. „Sie sind schon zäh, hart im Nehmen“, sagt sie. Ohne Furcht. Dann legt sie wie selbstverständlich die Bandagen für die Hände an. Schlüpft in die Boxhandschuhe – Pratzentraining mit Hundt. Anschwitzen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6786645?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F3814580%2F
Mit Stichverletzungen ins Krankenhaus
Die Polizei wurde zu einer Messerstecherei gerufen.
Nachrichten-Ticker