Leichtathletik: DM
„Alles gegeben“ – Brillux-Weitspringer Herden Sechster in Berlin

Berlin -

Insgeheim hatte Luka Herden vielleicht sogar auf etwas mehr gehofft, doch die Teilnahme am DM-Finale und dort dann der sechste Platz waren für den Weitspringer der LG Brillux aller Ehren wert. Nun richtet er den Blick bereits auf das nächste Jahr.

Sonntag, 04.08.2019, 14:20 Uhr aktualisiert: 04.08.2019, 18:24 Uhr
Bemerkenswert konstant – und doch nicht weit genug: Luka Herden wurde Sechster
Bemerkenswert konstant – und doch nicht weit genug: Luka Herden wurde Sechster Foto: Ralf Görlitz

Luka Herden haderte, aber nur ein bisschen. „Der letzte Versuch war der beste“, sagte der Weitspringer der LG Brillux Münster. Doch der war zu seinem Ärger ungültig und so zählte für den schlussendlich Sechsten der Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften bei den Finals 2019 in Berlin eben nur die Gewissheit, „alles gegeben“ zu haben.

Herden zeigte in dem Wettkampf unter erstklassigen äußeren Bedingen immerhin eine bemerkenswerte Konstanz. Er stieg mit äußerst mäßigen 7,06 Metern ein – der „Sicherheitssprung“ passte schon mal. Es folgten 7,27 Meter, 7,47 Meter, 7,40 Meter. Konstant gut zwar, aber eben nicht weit genug. Und wer weiß, wenn er den letzten Satz nicht übergetreten hätte . . .

Keine Chance auf Medaillen

Große Namen, große Ziele, große Herausforderungen. Die beiden 4x100-Meter-Staffeln der LG Brillux mussten sich diesmal im Konzert der Großen mit hinteren Plätzen zufrieden geben. Mit 41,98 Sekunden hatten weder Joshua Michalik, Jakob Bruns, Jan Vogt und Justus Hilling als erstes Quartett noch Markus Greufe, Kai Sparenberg, Ole Patterson und Luka Herden (41,84 Sekunden) etwas mit der Medaillenvergabe zu tun. „Ich konnte nicht mehr zulegen“, versuchte Greufe als Startläufer die schlechte Übergabe auf Sparenberg zu erklären. Da war der Zug bereits abgefahren, auch wenn die folgenden Wechsel klappten. Im Vorjahr hatten die vier noch 40,96 Sekunden aufgelegt. „Daran wollten wir anknüpfen“, so Sparenberg. Patterson als DM-Neuling nahm die Atmosphäre hingegen ganz besonders auf. „Erste DM und dann sofort im Olympiastadion: großartig.“

...

„Schade“, sagte Herden – er war dennoch nicht enttäuscht. Schließlich hatte er gerade die ganz große Bühne betreten. 25 000 Zuschauer waren nach dem Rekordlauf von Konstanze Klosterhalfen über 5000 Meter schier aus dem Häuschen, später stand das Olympiastadion beim 100-Meter-Finale der Frauen kopf. Und da war der Weitsprung-Wettbewerb gerade in der heißen Phase. „Das Publikum war sensationell. Ich liebe das Stadion hier in Berlin“, sagte Herden noch ganz begeistert.

Daran änderte auch seine diesmal beste Weite von 7,47 Metern aus dem dritten Versuch nichts – 14 Zentimeter unter seiner Bestleistung. „Ich hatte einen schwierigen Saisonstart“, erklärte der 19-Jährige, „und deshalb bin ich noch nicht da, wo ich eigentlich hinwollte.“

Aber er ist wieder auf einem guten Weg. Die EM-Teilnahme verpasste Herden um zwei Zentimeter. Nach der nun anstehenden Saisonpause greift er wieder an, versprochen. „Nächstes Jahr nehme ich die 7,70 Meter in den Blick und einen Platz im Perspektivkader.“

Bis es so weit ist, geht Herden erst mal in die Saisonpause. Regeneration steht auf dem Programm, ehe das Grundlagentraining für die anstrengende Hallenserie folgt. Diesmal vielleicht unter besseren Vorzeichen. Die Kampfansage an die neue Saison steht jedenfalls.

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