Wasserball: Nationalmannschaft
Borghorsterin Fabienne Heerdt spielt für Deutschland

Borghorst -

Fabienne Heerdt ist auf der Wasserball-Karriereleiter eine große Stufe geklettert. Die 22-jährige Borghorsterin, die für den SV Nikar Heidelberg spielt, wurde jetzt in die deutsche Nationalmannschaft berufen. Im slowakischen Kosice feierte Heerdt ihr Debüt für Schwarz-Rot-Gold.

Montag, 30.09.2019, 15:38 Uhr
Fabienne Heerdt (r.) gehörte zusammen mit Vereinskameradin Emma-Eliza Koch (l.) zu den vier Neulingen in der deutschen Frauen-Nationalmannschaft.
Fabienne Heerdt (r.) gehörte zusammen mit Vereinskameradin Emma-Eliza Koch (l.) zu den vier Neulingen in der deutschen Frauen-Nationalmannschaft. Foto: SV Nikar Heidelberg

Der traditionsreiche Borghorster Wasserballsport freut sich über einen weiteren Akteur mit internationalen Einsätzen: Die beim SV Olympia groß gewordene Fabienne Heerdt debütierte jetzt in der deutschen Frauen-Nationalmannschaft. Von Trainer Arno Troost wurde sie in den Kader für das Sechs-Nationen-Turnier im slowakischen Kosice berufen.

Die Tochter des langjährigen Borghorster Trainers Wolfgang Heerdt spielte in der Jugend- und Frauenmannschaft des SVO und war 2015 zum Bundesligisten SV Blau-Weiß Bochum gewechselt. Anfang des Jahres schloss sich Heerdt nach einer mehrmonatigen Spielpause dem deutschen Meister SV Nikar Heidelberg an. Dort holte die 22-Jährige nicht nur Bronze in der Bundesliga wie auch dem DSV-Pokal, sondern schaffte auch in der bundesweiten Torschützenlisten den Sprung unter die Top Ten. Jetzt kam die erste Einladung in die Nationalmannschaft, obwohl Heerdt als Jugendliche kein einziges Länderspiel absolviert hatte.

Das Turnier um den Pia-Cup in Kosice war 14 Monate nach dem achten Platz bei den Europameisterschaften 2018 in Barcelona der erste internationale Auftritt der deutschen Frauen. Die mit vier Neulingen und vielen jüngeren Aktiven angetretene DSV-Auswahl startete mit einem 20:3-Sieg gegen die Ukraine und einem 8:8 gegen Serbien verheißungsvoll. Es folgten allerdings drei Niederlagen gegen die Vereinsteams von Gastgeber SG Olympia Kosice (8:10), CSS Verona (8:13) und VK Eger (Ungarn/5:12), sodass am Ende nur Platz fünf blieb.

Heerdt kam in allen fünf Partien zum Einsatz und trug sich gegen Verona auch in die Torschützenliste ein. „Es war aufregend und lehrreich zugleich, mein erstes internationales Wasserballspiel in der Slowakei zu bestreiten. Natürlich habe ich mittlerweile schon einige Bundesligaspiele bestritten, aber plötzlich in einem anderen Land für die Deutsche Nationalmannschaft zu spielen, ist etwas vollkommen Neues gewesen“, berichte die Debütantin.

Die Resultate spielten laut Co-Trainer Sven Schulz nur eine untergeordnete Rolle: „Wir wollten nach der Länderspielpause ein neues Spielsystem etablieren, dafür war das Turnier genau richtig.“ Der Auftritt in der Slowakei ist die wichtigste Vorbereitungsmaßnahme auf die beiden EM-Qualifikationsspiele gegen Rumänien am 12. Oktober in Foscani sowie am 26. Oktober in Duisburg. Fernziel ist die Europameisterschaft 2020 in Budapest.

Heerdt ist nicht die erste Borghorster Wasserballerin, die es zu internationalen Ehren gebracht hat: Carola Hartwig gewann in der Bundesliga mehrere deutsche Meisterschaften mit dem SV Blau-Weiß Bochum und war 1997 in Sevilla, 1999 in Prato und 2001 in Budapest auf gleich drei Europameisterschaften vertreten.

Bastian Schmellenkamp stieg 2014 mit Deutschlands Nachwuchs bei den U-19-Europameisterschaften in Tiflis ins Becken. 2018 spielte er eine Saison in Australiens Nationalliga bei den Queensland Breakers und ist inzwischen stellvertretender Spielführer beim Deutschen Meister ASC Duisburg.

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