Fußball: 3. Liga
Preußen gegen Braunschweig – das trieft vor Tradition

Münster -

Es gibt keine Ausreden mehr, so klangvoll der Gegner auch daherkommen mag. Preußen Münster muss sein Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig am Montagabend gewinnen. Ansonsten wird die Situation im Tabellenkeller noch stressiger, als sie es ohnehin schon nach den jüngsten Ergebnissen der Konkurrenz ist.

Montag, 11.11.2019, 01:58 Uhr aktualisiert: 11.11.2019, 07:25 Uhr
Nur keine unnötigen Gegentore: Tormann Oliver Schnitzler verhindert hier eines gegen Chemnitz.
Nur keine unnötigen Gegentore: Tormann Oliver Schnitzler verhindert hier eines gegen Chemnitz. Foto: Jürgen Peperhowe

Eigentlich wäre diese Heimpartie des SC Preußen Münster prädestiniert für eine fünfstellige Zuschauerzahl. Preußen Münster, Gründungsmitglied der Bundesliga von 1963, gegen Eintracht Braunschweig , Deutscher Meister von 1967. – das trieft doch nur so vor Tradition. Anpfiff Montag um 19 Uhr, praktisch konkurrenzlos also. Doch der Flutlicht-Knaller in der 3. Liga ist vor allem für den SCP purer und brutaler Überlebenskampf, der Tabellenvorletzte ist gezwungen, diese Partie zu gewinnen.

Schon einmal war die Lage für den SCP ähnlich prekär, das war vor 55 Jahren. Auch damals, am 17. Spieltag der neugegründeten Bundesliga, erwartete Münster die Eintracht als Vorletzter. Wie heute. Vor 14 000 Zuschauern unterlag der SCP mit 0:2, die Torschützen hießen Helmut Husong und Hans-Georg Dulz, zwei späte Treffer. Der Schiedsrichter war Kurt Tschenscher, damals einer der bekanntesten seiner Zunft. Nun also: Vergangenheit trifft Gegenwart.

Am Montag wird Patrick Alt aus Illingen die Partie leiten. Fünfmal pfiff er 34-Jährige Partien des SCP, nur einmal konnte Münster gewinnen. Doch mit Zahlen und Daten von anno tux will sich SCP-Coach Sven Hübscher nun keinesfalls beschäftigen. Nach dem zehnten Anlauf ohne Sieg, dem 3:3 im Heimspiel gegen den Chemnitzer FC, war die Videoanalyse – mittlerweile Standard bei jedem Proficlub – kurz und schmerzvoll. „Diskutabel war das nicht“, sagte Hübscher.

Die Fehlerketten bei Gegentoren sind grausam. So gesehen legte der Übungsleiter der Preußen den Schwerpunkt einzig und allein auf das Defensivverhalten. „Die Tore kassieren wir zu einfach, nach einem Einwurf oder bei unserer Spieleröffnung am Ende bei einer Eins-gegen-Eins-Situation“, schimpfte er rückblickend auf das Heimspiel gegen Chemnitz. Und fügt an, was alle Preußen-Anhänger längst wissen: „Wenn wir die Fehler im Defensivverhalten nicht reduzieren, gewinnen wir keine Spiele. Das Thema muss weg.“

Die Eintracht kommt mit einer starken Preußen-Note nach Münster. Martin Kobylanski hat mit elf Scorerpunkten in 13 Partien schon toll eingeschlagen, obwohl Trainer Christian Flüthmann ihn auch schon auf die Bank „strafversetzt“ hatte. Aber Kobylanski könnte ein Faktor werden. Für den SCP erzielte er in der vergangenen Saison alle drei Treffer beim 3:0-Heimsieg über Braunschweig. Seine Vorbereiter, etwa René Klingenburg (Dynamo Dresden), Tobias Rühle (KFC Uerdingen) und Moritz Heinrich (SpVgg. Unterhaching), hatten im Sommer auch das Weite gesucht. Zudem ging Danilo Wiebe, kam bei der Eintracht unter und ist Stammkraft. Eintracht-Sportchef Peter Vollmann, einst zweimal Coach beim SCP, hatte ein gutes Händchen.

Hübscher ficht das momentan wenig an, ob Braunschweig Erster oder Letzter wäre – der SCP muss dringend gewinnen. Keine Frage. „Wir sind Außenseiter“, sagt er, und meint unausgesprochen: Na und?

Lucas Cueto (weiche Leiste), Jannik Borgmann (Zehverletzung) und Max Schulze Niehues (Bandscheibenvorfall) fehlen, zudem Maurice Litka (gesperrt). Na und?

„Ich habe den Gegner auf Video gesehen. Braunschweig, gute Truppe, Favorit, aber . . .“ Das heißt wohl: Na und?

Hübscher muss nichts mehr sagen, es geht um so enorm viel, seine Mannschaft, und damit er, muss jetzt die Krise bewältigen. Jetzt ist die Zeit reif, der SCP muss liefern – und gewinnen. Na und?

  • Münster:
  • Schnitzler – Schauerte, Kittner, Scherder, Heidemann – Klann, Wagner, Brandenburger – Özcan, Schnellbacher, Hoffmann

Liveticker aus dem Preußenstadion am Montag ab 18 Uhr:

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