Volleyball: Bundesliga Frauen
USC unterliegt nach Auf und Ab Vilsbiburg im Tiebreak

Münster -

Mit der erhofften Befreiung wurde es nichts für den USC Münster. Nach dem Pokal-Fiasko gegen Potsdam verloren die Grün-Weißen erneut ein Heimspiel. Den Roten Raben Vilsbiburg mussten sie sich im Tiebreak geschlagen geben. Beim 2:3 gab es starke Phasen, aber auch gravierende Einbrüche.

Sonntag, 10.11.2019, 17:48 Uhr aktualisiert: 10.11.2019, 17:58 Uhr
Dreikampf am Netz:
Dreikampf am Netz: Foto: Jürgen Peperhowe

Einen Punkt gewonnen oder einen Zähler verloren? Diese Frage blieb nach der 2:3 (25:21, 15:25, 11:25, 25:19, 14:16)-Niederlage gegen die Roten Raben Vilsbiburg unbeantwortet. Nach drei Sätzen schien der USC Münster weit von einem Sieg entfernt, beim 7:2 im Tiebreak dagegen war ein Erfolg zum Greifen nah. „Wir müssen das Spiel bis zum Ende bringen. Das ist schade, aber die Mannschaft hat eine gute Reaktion gezeigt“, sagte Trainer Teun Buijs und blickte damit auf das Comeback nach den verkorksten Durchgängen zwei und drei.

Es hatte eine Menge Redebedarf gegeben nach dem bitteren 0:3 im Achtelfinale des DVV-Pokals gegen den SC Potsdam. Die teaminterne Sitzung ohne Coach am Sonntag und die dann folgende dreistündige Runde mit Trainerstab am Dienstag schienen Wirkung zu entfalten. Münster begann konzentriert und geordnet, nach dem Punkt von Ivana Vanjak zum 11:7 musste Gäste-Coach Timo Lippuner bereits eine erste Auszeit nehmen. Doch das Side-Out des USC blieb stabil, dazu hatte der Block wie etwa beim 19:15 durch Kapitänin Barbara Wezorke und Liza Kastrup oft die Finger am Ball. Es lief bei den Unabhängigen, für die Vanjak den ersten Abschnitt nach Hause brachte.

Eine Befreiung? Leider nein, leider gar nicht. Bis zum 6:6 bewegte sich Münster noch Seite an Seite mit dem Gast aus Niederbayern, dann kam sie zurück, die große Verunsicherung. Es folgten aus USC-Sicht gruselige Minute: Der Aufschlagfehler zum 6:7 von Demi Korevaar war der vierte im zweiten Abschnitt und gleichzeitig der erste von insgesamt elf Raben-Punkten am Stück. In der Annahme traten von jetzt auf gleich die Probleme aus dem Potsdam-Spiel wieder auf und ließen das mangelnde Selbstvertrauen nach dem Pokal-Aus ungeschminkt wieder zum Vorschein kommen. Nichts ging mehr bei den Grün-Weißen, Buijs mischte nun ordentlich durch. Lara Drölle verschaffte im Zuspiel Sarah van Aalen eine Verschnaufpause, Johanna Müller-Scheffsky und Luisa Keller kamen zudem für Ivana Vanjak und Liza Kastrup. Es besserte sich, anders als gegen den SCP blieben allen Unzulänglichkeiten zum Trotz die Köpfe oben. Der Einsatz, der Wille und der Kampfgeist – all das passte. Aber es konnte die gravierenden Mängel im USC-Spiel nicht kaschieren. Der zweite Abschnitt war schnell entschieden, die Hoffnungen ruhten auf der zehnminütigen Pause.

Doch die erwünschte Besserung gab es zunächst nicht. Weiter wirkten die Unabhängigen bei allen Bemühungen verkrampft und gehemmt, die Leichtigkeit fehlte. Dafür kam die nächste Negativserie, der 0:6-Lauf brachte ein 4:10. Es stand nicht gut um den USC, bei dem aber die Körpersprache immer noch stimmte. Ein Fakt, der von immenser Bedeutung war. „Es war zwischendurch alles weg. Wir haben zu viele Fehler in der Annahme und im Angriff gemacht, das war nicht gut“, sagte Buijs.

Eine Vier-Satz-Niederlage lag in der Luft, aufgeben aber wollte sich der USC vor 1425 Zuschauern diesmal nicht. Mit viel Herzblut und einem nun stärker werdenden Service setzte Münster den Raben nun vermehrt zu. Keller schraubte mit zwei Aufschlagpunkten das Ergebnis auf 9:5 – die Westfälinnen lagen damit auf Kurs Tiebreak. Es lief plötzlich wieder, auch die beiden erfolgreichen Blocks von Jodie Guilliams gegen Lina Alsmeier zum 21:17 brachten den USC nicht mehr ins Wanken. Eine Tatsache, die in diesen Tagen nicht selbstverständlich ist. Alsmeier stellte nach Sätzen auf 2:2.

Ein Punkt war sicher, der zweite sollte her. Und er war möglich: Auf 7:2 enteilte Münster nach einem Korevaar-Dreierpack, führte nach 19 Ballwechseln noch mit drei Zählern. Allein es reichte nicht, Vilsbiburg nutzte die sich nun wieder einschleichende Verunsicherung. Beim 12:11 waren die Raben wieder vorne, transportierten fortan ihren Vorteil und verwandelten den zweiten Matchball – den ersten hatte Vanjak noch abgewehrt – durch Neira Marina Ortiz Ruiz, die nicht nur deswegen zur wertvollsten Spielerin der Partie gekrönt wurde.

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