Fußball: Max Picht kickt für BW Aasee und spielt Handball beim Soester TV
Fliegender Spagat eines Sportbegeisterten

Münster -

Max Picht hat viele Hobbys. Sie haben alle irgendwie mit Sport zu tun. Mit großer Leidenschaft spielt er Fußball beim Bezirksligisten BW Aasee und Handball für den Oberligisten Soester TV. Außerdem studiert er Sport – und Biologie.

Freitag, 29.11.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 29.11.2019, 18:26 Uhr
Handball trifft Fußball: Max Picht ist eine Sportskanone. Ganz gleich ob im Dress des
Handball trifft Fußball: Max Picht ist eine Sportskanone. Ganz gleich ob im Dress des Foto: .

Verrückt nach Sport? Egal! Hauptsache glücklich.

Max Picht würde das so unterschreiben. Der 23-Jährige ist ständig in Bewegung. Aktuell bereitet er sich im Rahmen seines Sportstudiums an der Uni Münster mit ein paar Kommilitonen auf die Choreographie in Gymnastik/Tanz vor. Wohl wissend, dass im Januar 2020 die Halle am Horstmarer Landweg aus allen Nähten platzt, wenn die Hochschüler vor gefühlt 90 Prozent weiblichem Publikum zur Kür schreiten. „Das wird spannend“, sagt einer, der sich täglich körperlich ertüchtigt. Turnvater Jahn hätte seine helle Freude an dem jungen Mann. Picht spielt nicht nur einen ganz ansehnlichen Streifen bei BW Aasee in der Fußball-Bezirksliga. Er gehört auch zum festen Inventar des Handball-Oberligisten Soester TV, seines Heimatvereins. Ein augenscheinlicher Spagat – den er fliegend meistert.

Inspiriert durch Papa und seine beiden Schwestern zieht es den Dauerbrenner mit vier Jahren erstmals zum Training mit dem kleinen, runden Leder. Er hat Spaß, bleibt am Ball, schafft es in seinem ersten Seniorenjahr sogar in den Drittligakader der Soester, absolviert sechs Spiele. „Zu mehr fühle ich mich nicht berufen, weil ich technisch limitiert bin“, gibt der Linksaußen zu. Aber: er verdient sich ein paar Euro für sein Studium dazu. Dafür reicht es.

Beim Fußball ist er weniger ambitioniert unterwegs. Obwohl Borussia Dortmund zu seinen markantesten Zwischenstationen als Jugendlicher zählt. Ganz so schlecht kann er an der Murmel also nicht sein. Trotzdem bleibt das Kicken ein Hobby, beim TuS Ampen findet er bei den Herren alles, was er braucht. „Ich habe mit all meinen Kumpels gespielt. Kreisliga B. Das war eine helle Freude.“

Nach einem kurzen Intermezzo beim Spielverein Westfalia Soest in der Bezirksliga heuert er in seiner zweiten Heimat Münster bei Blau-Weiß an. Dort an der Bonhoefferstraße trifft er auf Gleichgesinnte. Viele Studenten, die Bock haben zu flemmen. Nur eines stellt er im Vorfeld im Gespräch mit Trainer André Kuhlmann klar: „Handball hat Priorität.“

Dreimal die Woche düst er zum Training nach Soest. Das Gute: seine beiden Mitbewohner der WG spielen ebenfalls in seinem Heimatverein, da können Fahrgemeinschaften gebildet werden. Ökonomisch wertvoll. Eine Einheit Fußball passt so gerade noch in den Alltag. „Das ist abgesprochen. Wenn ich Zeit habe, bin ich dabei.“ So wie beim 2:2 in Laggenbeck. Stürmer Picht trifft doppelt. Seine Treffer drei und vier. Beeindruckend.

Wenn die Termine nicht kollidieren, steht er tags zuvor auf der Platte. Nicht mal 24 Stunden Regeneration liegen dann zwischen einem kräftezehrenden Samstag und einem herausforderenden Sonntag auf dem Grün. „Das merke ich manchmal schon“, sagt Picht. „Dann lege ich mich abends aufs Sofa, chille etwas und schaue Football.“ Was sonst. Sport ist für ihn interessanter als jeder Münster-Tatort.

Was er sich wünscht bei all der Terminhatz? „Mal wieder drei, vier Wochen am Stück Urlaub machen.“ Ein Luxus – „zurzeit undenkbar“. Irgendwann wird auch das kommen“, gibt er sich ganz relaxt. Dann will er ruhen – und Tennis spielen, Wasserball und alles andere. Verrückt. Positiv verrückt, dieser Bursche, der nebenbei darauf achtet, die restliche Zeit mit Freunden zu verbringen. „Das Feiern und Trinken kommt nicht zu kurz“, gibt er preis. Sein Ausgleich.

Und dennoch: Picht macht den Sport in Anlehnung an den Werbespot eines Baumarktes zu seinem ganz eigenen Projekt. Mit ganz viel Hingabe, mit ganz viel Leidenschaft. Und ist glücklich dabei. Das ist entscheidend. Abtanzen kann er immer noch.

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