Fußball: Westfalenliga
Reckels tritt Heekes Erbe beim 1. FC Gievenbeck an

Münster -

Kurz nachdem bekannt wurde, dass der 1. FC Gievenbeck in der kommenden Saison nicht mehr auf die Dienste von Benjamin Heeke setzt, tauchte der Name Florian Reckels als möglicher Nachfolger auf. Nun ist diese Personalie perfekt, während der Noch-Coach Pläne für die Zukunft schmiedet.

Dienstag, 10.12.2019, 16:24 Uhr aktualisiert: 10.12.2019, 16:26 Uhr
Florian Reckels
Florian Reckels Foto: Thomas Strack

Gefühlt mehr als eine Dekade hat er kein Kino von innen gesehen. Städtetrips am Wochenende? Fehlanzeige. Die Sonntage verbrachte Benjamin Heeke in den vergangenen Jahren vorwiegend in Metropolen wie Holzwickede, Brünninghausen, Rödinghausen oder Spexard. Fußball als Zeitfresser. „40 Stunden die Woche mindestens“, sagt der 35-Jährige. Das Ende naht. Und damit auch die Aussicht auf etwas mehr Stunden Muße. Nach mehr als 19 Jahren in diversen Funktionen endet im Sommer 2020 ein denkwürdiges Kapitel am Gievenbecker Weg. Der aktuelle Coach des Westfalenligisten macht den Weg frei für seinen Nachfolger: Florian Reckels . Das ist seit Dienstag nach einer Pressemittelung des Clubs amtlich.

Emotional hat ihn die Entscheidung des Vereins ganz schön getroffen, wie Heeke im Gespräch mit dieser Zeitung zugibt. Nachdem er die Spielpause für einen zweiwöchigen Trip nach Miami nutzte („Mehr als sieben Tage war ich seit 2009 nie weg“) und Ende November wieder in Münster landete, wurde er von Seiten der Sportlichen Leitung in Person von Carsten Becker vor vollendete Tatsachen gestellt. Peng! Das saß – tief.

Mit etwas Abstand sieht der 35-Jährige die Welt unmittelbar vor dem Heiligen Feste schon wieder rosiger. „Jetzt freue ich mich auf etwas mehr Ruhe.“ Freundin, Freunde und Mitarbeiter des Jungunternehmers werden das zu schätzen wissen. Ganz nebenbei: „Die Schublade meines Schreibtisches ist randvoll mit Ideen. Sportlich, wirtschaftlich, kulturell.“ Dieser Kerl wird sich ganz sicher nicht langweilen.

Sein Erbe tritt wie erwartet der Kollege Reckels an. Zwei Jahre älter. Auch der Name Mirsad Celebic stand im Raume. „Ich kenne Florian. Eine gute Wahl“, sagt Heeke. Der gebürtige Wettringer, Sohn von Franz-Josef Reckels, viele Jahre als Scout für den FC Bayern München und Borussia Dortmund unterwegs, hat drei Spielzeiten äußerst erfolgreich beim TuS Altenberge gewerkelt. Den Club führte er aus der Bezirks- in die Landesliga, bevor er sich zum Ende der vergangenen Saison entschied, eine Pause einzulegen. Nach einjähriger Abstinenz übernimmt er im Juni 2020 das Ruder: „„Ich freue mich ungemein auf die Aufgabe beim FCG, nachdem ich mir in dieser Saison eine kleine Auszeit gegönnt habe. Ich möchte versuchen, mit allen Beteiligten den erfolgreichen Weg des Vereins weiterzugehen und an der ein oder anderen Stelle auch neue Impulse einbringen.“ Die Verantwortlichen des Oberliga-Absteigers sind froh, die wichtigste Position im Verein so frühzeitig besetzt zu haben. „In den Gesprächen hat Florian uns total überzeugt. Wir sind sicher, mit ihm den passenden Trainer für unsere erste Mannschaft gefunden zu haben“, so Becker.

Benjamin Heeke wird sich bis zur Staffelübergabe weiter zerreißen für sein liebstes Hobby. „Zwölf Spiele verbleiben, die werde ich genießen“, sagt einer, der in den vergangenen Tagen viel Zuspruch erhalten hat. Per Whatsapp, Mail oder direkt am Telefon. „Das hat mich sehr gerührt. Es haben sich selbst Leute gemeldet, mit denen ich gar nicht so viel zu tun habe.“

Übrigens: Erstmals seit 14 Jahren setzt der Club aus Münsters Westen mit Reckels auf eine externe Lösung. Zuvor fischten die Offiziellen äußerst erfolgreich im eigenen Teich. Nicht unmöglich, dass der Weg irgendwann wieder beschritten wird. U-19-Coach Omid Asadollahi könnte in ferner Zukunft eine Option sein – wenn er bleibt.

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