K+K-Cup: Bauernolympiade
Ein Abend der Emotionen in der ausverkauften Halle Münsterland

Münster -

„Das Imperium schlägt zurück“: Mit Filmmusik made in Hollywood lieferte der RV Gustav Rau Westbevern am Donnerstagabend genau den Stoff, aus dem echte Straßenfeger gemacht sind. Der 36-fache Gewinner der Wanderstandarte schickt sich nach einjähriger Atempause an, Titel Nummer 37 einzufahren.

Freitag, 10.01.2020, 15:48 Uhr aktualisiert: 10.01.2020, 22:36 Uhr
Ein Abend voller Emotionen: Besonders nach dem Ritt von Rekordsieger Westbevern war das Publikum aus dem Häuschen. Die Kür der Bauernolympiade war mal wieder ein Höhepunkt.
Ein Abend voller Emotionen: Besonders nach dem Ritt von Rekordsieger Westbevern war das Publikum aus dem Häuschen. Die Kür der Bauernolympiade war mal wieder ein Höhepunkt. Foto: Jürgen Peperhowe

Der Donnerstagabend beim K+K-Cup bietet eine große Bühne für Emotionen. Da wird nach einer gelungenen Kür vor ausverkauften Haus schon einmal kübelweise das Glückshormon Dopamin ausgeschüttet, da kullern aber auch schon einmal Tränen nach einer vielleicht nicht ganz so gelungenen Darbietung. Und hinter der Bande am Einritt wird ohnehin mitgefiebert, ja förmlich mitgeritten. Keine Frage, die zweite Teilprüfung im Wettkampf um die Wanderstandarte hielt wieder alles, was sie seit Jahren in schöner Regelmäßigkeit verspricht: Großer Sport mit viel Herzblut vorgetragen, diesmal von 14 Mannschaften mit dem RV Gustav Rau Westbevern als Star des Abends.

Mit der Musik der US-Filmproduktionsgesellschaft 20th Century Fox, bekannt aus den Vorspännen von Hollywood-Blockbustern, kam Westbevern zur Grußaufstellung. Und was dann folgte, war wirklich großes Kino. Der im Vorjahr vom RV Nienberge-Schonebeck entthronte Rekordsieger meldete eindrucksvoll seine Ansprüche an, der Titel „Das Imperium schlägt zurück“ passte zu diesem Auftritt. Viermal gab es die satte 10,0 als Anerkennung der Richter – und dazu den lange anhaltenden Applaus des Publikums. „Ich hatte gehofft, dass wenn die Pferde ruhig und gelassen bleiben, es so gut läuft“, sagte Westbeverns Mannschaftsführerin Tanja Alfers , die mit ihrer Equipe auf Kurs in Richtung 37. Titel steuert. Schließlich sollen Westbeverns Pferde nicht nur in der Dressur eine gute Figur machen, sondern sich auch im Parcours äußerst gut schlagen. „Im Training lief es super. Ich hoffe, dass wir dies auch am Samstag abrufen können“, so Alfers.

Kampflos aber wird die Konkurrenz dem Spitzenreiter, der mit 61,10 Punkten etwa zwei Zähler vor dem RV St. Georg Saerbeck (59,38) und dem RV Albachten (59,05) liegt, nicht das Feld überlassen. „Wir greifen auf jeden Fall an“, meinte Saerbecks Teamchefin Christina Nordhues, nachdem ihre Mannschaft die zweitbeste und mit zwei Höchstnoten belohnte Kür gezeigt hatte. Und das angesichts der Schwierigkeit, direkt nach Westbeverns Ritt in die Halle zu müssen. „Wir haben es ja gewusst und waren vorbereitet, dass es nicht leicht werden würde. Im letzten Jahr hatten wir noch ein paar Patzer dabei, diesmal aber haben es alle toll gemacht“, lobte Nordhues.

Nur Komplimente fand auch Albachtens Svenja Düffel für ihre Schützlinge – berechtigt bei siebenmal der Neun vor dem Komma und der damit fünftbesten Kürwertung, in der neben Westbevern und Saerbeck auch noch Nienberge-Schonebeck und der RV Roxel davor platziert waren. Beim Titelverteidiger aus Nienberge, der im Vorjahr gar fünfmal die 10,0 erhalten und damit den Grundstein für den ersten Triumph bei der Bauernolympiade gelegt hatte, herrschte angesichts des vierten Platzes (58,83 Punkte) nach zwei Teilprüfungen Ernüchterung. „Wir haben uns im Vorfeld als Gejagter gefühlt und haben uns selbst Druck gemacht. Als Titelverteidiger zu starten, ist schon eine andere Nummer“, sagte Angelika Geßmann. Doch vorzeitig aufgeben gibt es nicht in Schonebeck. „Die Messe ist erst nach dem letzten Sprung gelesen“, sagte die Mannschaftsführerin. Heißt übersetzt: Attacke.

Richtig happy war dagegen die Truppe des RV Roxel. Karin Richter, die das Team im Vorfeld der Bauernolympiade vorbereitet, dann aber die Vorstellung Jutta Brintrup überlassen hatte, war am Einritt fast über die Bande gesprungen vor Begeisterung. „Das war einfach toll“, sagte sie. Und fasste damit ungewollt den gesamten Kür-Abend zusammen.

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