Fußball: Bundesliga
Schalke glänzt und setzt Gladbach matt

Gelsenkirchen -

Viel besser hätte es für den FC Schalke 04 kaum laufen können. 2:0 gewannen die Königsblauen zum Start der Rückserie gegen Borussia Mönchengladbach. Und das war kein glücklicher Erfolg. In einem Spiel mit besonders hohem Tempo war S04 das bessere Team.

Freitag, 17.01.2020, 22:36 Uhr aktualisiert: 17.01.2020, 22:42 Uhr
Schalke obenauf: Suat Serdar stoppt hier den Gladbacher Breel Embolo
Schalke obenauf: Suat Serdar stoppt hier den Gladbacher Breel Embolo Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Der FC Schalke 04 hat an die starke erste Saisonserie angeknüpft und mit einem glänzenden Auftritt Anschluss an die Europapokalplätze gehalten. Borussia Mönchengladbach hingegen verpasste die Rückkehr an die Tabellenspitze. Königsblau gewann das Bundesliga-Auftaktspiel der Rückrunde verdient mit 2:0 (0:0) nach Toren von Suat Serdar (48.) und Michael Gregoritsch (58.)

Die ersten Spielminuten hatten es in sich: Erst rettete Schlussmann Markus Schubert glänzend gegen einen Distanzschuss von Marcus Thuram (5.), dann fanden erst Suat Serdar, dann der Winter-Neuzugang aus Augsburg, Michael Gregoritsch (7.), am toll haltenden Yann Sommer im Gladbacher Tor ihren Meister. Gregoritsch hatte den Vorzug vor seinem Kumpel Guido Burgstaller erhalten. Sein Trainer David Wagner wusste wohl, warum.

Die Visiere waren von Beginn an offen, da ging es sofort zur Sache. Bloß nicht zimperlich. Erst erwischte es Serdar, dann Thuram. Beide konnten nach kurzer Behandlung weiterspielen. Jonjoe Kenny sah für das Foul am Gladbacher Gelb. Die Partie war hitzig, rasend schnell und wogte hin und her. Kein Wunder, denn wie schon im Hinspiel (0:0) war bedingungsloses Pressing auf beiden Seiten die Devise. Das sah früh nach einem richtig guten Fußball aus – mit einem Chancenplus für die Gastgeber: Einen tollen Pass von Gregoritsch erlief Benito Raman, sprintete allein auf Sommer zu und scheiterte am Schweizer (28.). Glänzend, was der 31-Jährige im kanariengelben Sweater da zeigte.

Kaum war der Qualm der Aufregung verraucht, brannte es auf der anderen Seite lichterloh: Nach einer Ecke kam erneut Thuram an den Ball. Seinen Kopfball kratzte Gregoritsch für den schon geschlagenen Schubert von der Linie (39.). Die Begegnung war längst ein Spektakel, dem das Spektakuläre – Tore – fehlte. Die letzte Chance des ersten Durchgangs vergab Gregoritsch mit einem Kopfball nach Flanke von Alessandro Schöpf. Daneben. Die Halbzeitstatistik sprach für sich 7:5 Ecken für Gladbach, 9:7 Torabschlüsse aus Sicht der Schalker – da war mächtig Dampf auf dem Kessel. Wer würde diesem intensiven Laufspiel im zweiten Durchgang eher Tribut zollen?

Sowohl S04-Coach David Wagner als auch Gladbachs „Rock‘n‘Rose“ („Schalker Kreisel“) Marco Rose mussten kurz vor der Partie auf ihre beiden zuletzt Besten verzichten: Ramy Bensebaini fiel beim Tabellenzweiten wegen einer Muskelverletzung aus – auf Schalker Seite musste Amine Harit eine Stunde vor der Partie wegen seiner Oberschenkelverletzung endgültig absagen.

Im zweiten Durchgang gab Gladbach den ersten Warnschuss (Alassane Pléa) ab: Schubert parierte. Und dann war’s auf der anderen Seite auch schon passiert: Gregoritsch behielt gegen diesmal indisponierte Gladbacher die Übersicht, legte Serdar auf, und der Nationalspieler nahm einmal mehr exakt Maß. Rechtsschuss in die rechte Ecke – siebtes Saisontor für den Sechser, das erste in der Bundesliga 2020. Das Stadion kochte über, weil es noch schneller ging auf dem Rasen: Serdar auf Raman, der auf Gregoritsch, 2:0. Schalke hellwach, Gladbach im tiefsten Tiefschlaf. Aber das Spiel hatte keinen beruhigenden Vorsprung verdient. Gladbach setzte nach, drückte, doch Schalkes Defensive stand souverän.

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