Fußball: 3. Liga
Cueto haucht Preußen in Jena neues Leben ein

Jena -

Preußen Münster hat neue Hoffnung im Abstiegskampf geschöpft. Das Kellerduell beim Schlusslicht Carl Zeiss Jena gewann der Vorletzte nicht unverdient mit 2:1 (1:0), Lucas Cueto traf erst per Elfmeter und dann aus der Distanz. Am Ende mussten die Adler aber selbst in Überzahl zittern.

Samstag, 25.01.2020, 15:55 Uhr aktualisiert: 25.01.2020, 17:30 Uhr
Fußball: 3. Liga: Cueto haucht Preußen in Jena neues Leben ein
Doppeltorschütze Lucas Cueto. Foto: Jürgen Peperhowe

Abgekämpft und ziemlich ausgepumpt, dafür aber unendlich happy trabten die Preußen-Profis in die Kurve zu den mitgereisten Fans. Dieser 2:1 (1:0)-Sieg bei Carl Zeiss Jena war Gold wert im Rennen um den Klassenerhalt. Vor allem ist der Glaube zurück beim SCP. Ein ganz wichtiges Signal waren die drei Zähler, Mut machte aber auch der Einsatz und über weite Strecken die Abwehrleistung.

Das Glück perfekt machte das 2:2 zwischen den direkten Konkurrenten Viktoria Köln und Chemnitzer FC, das den Rückstand auf das rettende Ufer auf drei Zähler schrumpfen ließ. Und dass der erste Auswärtssieg der Saison glückte, war auch mehr als ein schöner Randaspekt für die Preußen. „Es war ein absoluter Fight, die dreckigsten Siege sind die schönsten“, sagte Verteidiger Jan Löhmannsröben . Doppel-Torschütze Lucas Cueto , der zugab, sich den Ball vor dem Strafstoß einfach geschnappt zu haben, bemerkte: „Es ist sehr schön, mit einem Sieg zu starten, aber wir haben noch 17 entscheidende Spiele und werden uns nicht zur Ruhe setzen.“ Der starke Keeper Max Schulze Niehues merkte an: „Ein Spiel kann immer kippen, auch bei 2:1-Führung, aber die Punkte nehmen wir verdient mit.“

FC Carl Zeiss Jena – SC Preußen Münster

1/38
  • Großer Jubel nach dem 1:0-Elfmetertreffer durch Lucas Cueto.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Simon Scherder springt am höchsten.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • SCP-Neuzugang Jan Löhmannsröben im Duell mit Daniele Gabriele.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lucas Cueto bejubelt sein Elfmetertor.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Premiere als Preußen-Coach in der 3. Liga: Sascha Hildmann.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Kevin Rodrigues Pires kämpft mit Daniel Stanese um das runde Leder.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Cueto mit Köpfchen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sehen Sie im Folgenden zahlreiche weitere Impressionen aus Jena.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe

Kleinere Fragezeichen hatte es vor dem Debüt des neuen Cheftrainers Sascha Hildmann ja bezüglich der Aufstellung gegeben. Letztlich kam vieles wie erwartet. Cueto rutschte nicht nur in die Startelf, auch weil Seref Özcan zuletzt leicht angeschlagen war. Vor der Abwehr erhielten Fridolin Wagner und Kevin Rodrigues Pires den Vorzug vor Nico Brandenburger. Löhmannsröben war als Mittelmann der Dreierkette der einzige Neuzugang, der von Beginn an auflief. Die erst in der vergangenen Woche verpflichteten Oliver Steurer und Marco Königs saßen zunächst auf der Bank.

Preußen mit auffälligen Standproblemen

Die im Auswärts-Rot gekleideten Gäste sahen sich erst mal sehr aggressiven Thüringern ausgesetzt und zogen in vielen Zweikämpfen den Kürzeren. Die erste Chance gehörte auch den Hausherren, nach dem Freistoß von Nico Hammann köpfte Dominic Volkmer aber Keeper Schulze Niehues in die Arme (12.). Auffällig war, dass einige Münsteraner auf dem Rasen Standprobleme hatten. Doch mit der Zeit fanden sie besser in die Begegnung, auch wenn sie im letzten Drittel zunächst oft die falsche Entscheidung trafen. Ein kleines Solo des eifrigen, aber noch etwas glücklosen Cueto brachte die erste Gelegenheit, FCC-Keeper Jo Coppens parierte aber mühelos (24.).

Bei allem Willen der Jenaer wurden doch eklatante technische Schwächen deutlich, was dem SCP eigentlich mit etwas Geduld in die Karten spielen sollte. So kam es. Nach einem Zusammenspiel von Rodrigues Pires, Maurice Litka und Luca Schnellbacher stoppte Volkmer den Ball knapp im eigenen Sechzehner mit der Hand. Klare Sache: Schiedsrichter Mitja Stegemann deutete sofort auf den Punkt. Von dort aus blieb Cueto cool und verlud Coppens zur Führung (33.)! Erleichtert und euphorisch jubelte die gesamte Mannschaft vor den Auswärtsfans. Münster lebt, das war die Botschaft.

Hektik nach dem Führungstreffer

Das 1:0 war mittlerweile auch nicht unverdient. Mit dem Treffer wurde die Partie augenblicklich hektischer, die Akteure des Tabellenletzten witterten bei jeder Entscheidung eine Ungerechtigkeit, kleinere Rudel bildeten sich schnell. Kilian Pagliuca bot sich einmal freie Bahn, als Schulze Niehues zögerte, doch Löhmannsröben klärte rechtzeitig (38.). Carl Zeiss war am ehesten bei Hammann-Standards gefährlich. Daniel Stanese blieb mit seinem Abschluss aber in der Deckung hängen (42.). Alles in allem eine ordentliche Halbzeit der Preußen, wenn auch mit leichten Startproblemen.

Zur Pause kam Özcan dann für den vorbelasteten und eher unauffälligen Litka. Schnellbacher gab einen ersten, wenn auch harmlosen Kopfball ab, den Coppens fischte (51.). Dann legte sich Özcan allein, auf den Keeper zusteuernd, den Ball zu weit vor (53.). Es wirkte so, als habe der Vorletzte den nun etwas offensiver ausgerichteten Letzten weiter unter Kontrolle.

Vorsprung plötzlich dahin

Doch was nach einer stabilen Defensive aussah, war mit einer Szene plötzlich ausgehebelt. Pagliuca tauchte nach einem Steilpass allein vor Schulze Niehues auf, der zwar noch rechtzeitig abtauchte, doch Julian Günther-Schmidt drückte den Abpraller über die Linie (61.). Einmal nicht aufgepasst, und schon war der kleine Vorsprung dahin. Ja, plötzlich schöpften die bis dato so mutlosen Jenaer wieder Hoffnung.

Offenbar war jedoch Cueto ein bisschen verärgert, dass ihm der Stempel „Mann des Tages“ flöten zu gehen drohte. Also schnappte er sich nach Schnellbachers Kopfballablage am Mittelkreis den Ball, lief auf den Kasten zu, verpasste das Abspiel auf den freien Özcan und schlenzte die Kugel dann sehenswert aus über 20 Metern in den Knick: das 2:1 (68.)! Eine schnelle Antwort. Das nächste Statement setzte Schulze Niehues, der mit einem grandiosen Reflex den schönen Drehschuss von Günther-Schmidt entschärfte (70.).

Löhmannsröben mit Turban

Für die Endphase kam Brandenburger anstelle von Rodrigues Pires, um die knappe Führung über die Zeit zu retten. Kurz darauf wurde es wild. Löhmannsröben war bei einer Hereingabe von Ole Käuper vor Meris Skenderovic mit dem Kopf am Ball, wurde dabei aber vom Angreifer mit einem hohen Bein getroffen. Der Übeltäter sah daraufhin erst Gelb, auf Intervention des Assistenten aber dann doch glatt Rot (77.). Eine sehr harte Entscheidung, die natürlich heftige Proteste und Gelb für FCC-Coach Rico Schmitt nach sich zog. Der Preußen-Abwehrchef wurde länger behandelt, konnte aber mit einem Turban weiter spielen. „Ein Heavy-Metal-Konzert ist nichts dagegen“, sagte der 28-Jährige.

In Überzahl bot sich Cueto noch die Chance auf sein drittes Tor, doch Coppens verhinderte es glänzend (79.). Fast hätte sich das gerächt, aber Schulze Niehues brachte die nächste Superparade gegen den Kopfball von Günther-Schmidt an (82.). „Das passiert intuitiv“, betonte er später. Wagner vergab auf der Gegenseite gegen Coppens auch die Entscheidung (87.). Egal, drei Minuten Nachspielzeit waren zu überstehen, Sekunden vor dem Schlusspfiff flog ein Freistoß von Dominik Bock über die Latte (90.+3) – dann waren die ersten drei Zähler für die geplante Aufholjagd im Sack.

Hildmann äußerst zufrieden 

Äußerst zufrieden wirkte auch Coach Hildmann nach seinem gelungenen Debüt. „Natürlich hat man in der Konstellation die Nervosität gespürt. Und wir haben auch zehn, zwölf Minuten gebraucht, um ins Positionsspiel und Freilaufverhalten zu kommen. Aber wir haben auch insgesamt wenig zugelassen.“ Kritisch sah er eher die Phase nach der Pause. „Zu viel klein-klein“ registrierte er da im Angriff, wenn sich Räume boten. „Auf diese Aktionen im Umschalten haben wir eigentlich gewartet, uns aber zu oft verzettelt.“ 90 Prozent dessen, was er vorgegeben hatte, sah der 47-Jährige dennoch erfüllt. „Das Ergebnis gibt Sicherheit und ist gut für die Psyche.“ Denn noch immer liegt ein langer Weg vor den Preußen.

FCC : Coppens - Grösch, Volkmer (46. Skenderovic), Hammann - Obermair, Stanese, Fassnacht - Gabriele (75. Käuper), Eckardt (46. Bock) - Pagliuca, Günther-Schmidt

SCP: Schulze Niehues - Scherder, Löhmannsröben, Erdogan - Schauerte, Wagner, Rodrigues Pires (73. Brandenburger), Hoffmann - Cueto, Schnellbacher (81. Königs), Litka (46. Özcan)

Schiedsrichter: Mitja Stegemann (Niederkassel)

Tore: 0:1 Cueto (33./HE), 1:1 Günther-Schmidt (61.), 1:2 Cueto (68.)

Zuschauer: 4840

Gelb: Eckardt, Volkmer, Stanese, Obermair, Grösch / Litka, Cueto, Löhmannsröben, Königs

Rot: Skenderovic (77.)

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7216886?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F3814580%2F
Münster hat so viele Einwohner wie nie zuvor
In Münster leben nun mehr als 312 000 Menschen.
Nachrichten-Ticker