Handball: 3. Liga Nord-West
Tektonische Verschiebungen: Ahlener SG empfängt Wilhelmshavener HV

Ahlen -

Die Ahlener SG erwartet am Samstag mit dem Wilhelmshavener HV einen schier übermächtigen Gegner. Beim Tabellenletzten klammern sie sich an die Hoffnung – und freuen sich auf den Einstand eines lange verletzten Spielers.

Donnerstag, 30.01.2020, 17:32 Uhr aktualisiert: 31.01.2020, 14:32 Uhr
Erstmals wahrscheinlich nicht nur Zuschauer, sondern auch spielender Protagonist: Benedikt Bayer (rechts) ist wieder fit und steht gegen Wilhelmshaven vor seinem Debüt für die Ahlener SG.
Erstmals wahrscheinlich nicht nur Zuschauer, sondern auch spielender Protagonist: Benedikt Bayer (rechts) ist wieder fit und steht gegen Wilhelmshaven vor seinem Debüt für die Ahlener SG. Foto: René Penno

In der 3. Liga Nord-West ist es bislang zwar nicht zu einer kontinentalen Verschiebung gekommen. Dennoch treffen am Samstagabend in der Friedrich-Ebert-Halle Nord- und Südpol aufeinander.

Die Ahlener SG bildet als Gastgeber und Tabellenletzter den Süd-, der Wilhelmshavener HV als unangefochtener Spitzenreiter den Nordpol. Weiter können zwei Vereine derzeit nicht auseinanderliegen.

Dessen sind sie sich an der Werse bewusst. „Die spielen schon nicht schlecht“, attestiert Ferdi Hümmecke dem alles überstrahlenden Primus bewusst untertreibend eine gewisse Klasse. Sein Trainer Sascha Bertow drückt sich da deutlicher aus: „Für mich sind die Wilhelmshavener schon seit Saisonbeginn der Aufstiegskandidat Nummer eins. Mit ihrem Kader und ihren finanziellen Möglichkeiten gehören sie in die 2. Bundesliga. Aus meiner Sicht war es nur ein Betriebsunfall, dass sie abgestiegen sind.“ Und dennoch hoffen sie beim Schlusslicht darauf, dass irgendeine schicksalhafte Fügung doch für eine tektonische Verschiebung der Kräfteverhältnisse sorgt, damit die Ahlener ihr mageres Punktekonto im Abstiegskampf aufstocken können. Gegenüber der direkten Konkurrenz – der SG Menden Sauerland Wölfe (-61/11:25) und dem VfL Gummersbach 2 (-63/8:30) hat sie zwar das wesentlich bessere Torverhältnis (-39/7:27), aber auch weniger Zählbares, was nun mal entscheidend ist.

Dass erzielte und kassierte Tore nicht so stark aus dem Gleichgewicht sind wie bei der Konkurrenz ist Beleg für viele Partien, die die Ahlener nur knapp verloren haben.

Allerdings treten häufig dieselben Fehler und Defizite auf. „Es gibt immer wieder gewisse Kleinigkeiten, die uns das Genick brechen. Wir müssen die leichten Fehler weglassen“, sagt Sascha Bertow. Er hat es satt, dass seine Jungs zwar regelmäßig furiose Aufholjagden starten, schließlich aber doch leer ausgehen. „Das wollen wir gar nicht, wir wollen lieber selbst in Führung gehen“, so der ASG-Trainer.

Genau das dürfte gegen den WHV allerdings so eine Sache sein. Wahrscheinlich geht es eher darum, den Schaden in Grenzen zu halten. „Klar wird es schwierig, aber eine Chance ist immer da. Für uns geht es darum, dass wir uns mit einem guten Auftritt Mut für die weiteren Spiele holen“, sagt Sascha Bertow.

Zustimmung findet er bei Ferdi Hümmecke. „Wir möchten eine große Mannschaft zu Hause ärgern. Es ist zwar eine Phrase, aber wir haben nur noch Endspiele. Diesen Kampf müssen wir annehmen und dürfen uns keine Konzentrationsschwächen mehr leisten“, sagt der Kreisläufer.

Personell steht voraussichtlich eine Option mehr zur Verfügung. Denn nach seinem vor acht Monaten erlittenen Kreuzbandriss hat Benedikt Bayer zuletzt seit vier Wochen vollumfänglich mittrainiert, ist wieder einsatzfähig. Der Linksaußen dürfte gegen Wilhelmshaven daher sein Debüt geben.

 

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