Fußball: Westfalenliga:
Spitzenreiter TuS Hiltrup hat gute Karten im Aufstiegsrennen

Münster -

Der 1. FC Gievenbeck und die zweite Garde des SC Preußen Münster haben in den vergangenen beiden Jahren den Aufstieg in die Oberliga geschafft. Mit dem TuS Hiltrup schickt sich ein weiterer Club aus Münster an, den Gang in die höhere Klasse zu vollziehen.

Mittwoch, 12.02.2020, 14:46 Uhr aktualisiert: 13.02.2020, 11:26 Uhr
Tim Vercelli (l.) gehörte zu den Gewinnern der Hinrunde beim TuS. Christoph Blesz (r.) sichert ihn in dieser Szene ab.
Tim Vercelli (l.) gehörte zu den Gewinnern der Hinrunde beim TuS. Christoph Blesz (r.) sichert ihn in dieser Szene ab. Foto: Johannes Oetz

Kommt der Meister der Westfalenliga 1 zum dritten Mal in Serie aus Münster? Nach dem 1. FC Gievenbeck (2018) und der U 23 der Preußen (2019) führt jetzt der TuS Hiltrup zur Winterpause die Tabelle an. Victoria Clarholz hat zwar nur einen Punkt, aber auch ein Spiel weniger – aber die Ostwestfalen könnten am Sonntag als erster Gast am Osttor gleich auf Distanz gehalten werden.

„Wir reden nicht drumherum – es geht gleich zu Anfang schon um sehr viel“, so Coach Christian Hebbeler. Es folgt eine zweiwöchige Leerlaufphase („Leider ließ sich das Spiel nicht verlegen“), dann heißt der nächste Gegner SV Rödinghausen II, aufstiegswilliger Tabellendritter. „Zu Anfang zählen vor allem die Ergebnisse“, sagt Hebbeler, der keinen Zweifel daran lässt, dass sein Team Blut geleckt hat und hoch will. „Es treibt uns an, dass die Chance besteht. Wir wollten vor der Saison unter die ersten drei. Da liegen wir gut im Rennen. Mal sehen, ob es für ganz vorne reicht.“ Im Verein hält sich der Druck aber in Grenzen. Die Meisterschaft wurde gar nicht thematisiert. „Niemand sagt, dass wir müssen“, so der Trainer.

Fünf Niederlagen in 16 Partien dokumentieren, wie unfassbar eng es in diesem Jahr zugeht – aber auch, dass der TuS noch Luft nach oben hat. „Das ist aber auch nicht überraschend. Wir hatten so viele Neue, viele davon kamen aus unteren Klassen“, sagt Hebbeler. „Uns war klar, dass es Schwankungen geben wird. Es war keine konstante Hinserie, aber die hatte auch keiner erwartet.“

Vier Siege direkt vor Weihnachten spülten die Hiltruper, die zwischenzeitlich sogar schon den Anschluss verloren hatten, auf Platz eins. Dabei herrschte Ende Oktober nach drei Niederlagen am Stück (inklusive Kreispokal) schon leichter Alarm in der Glasurit-Arena. So schnell kann’s gehen. Plötzlich ist der Club so nah dran an der Oberliga, in der er noch nie spielte, wie seit 2008 nicht mehr.

Der Ausfall des rotgesperrten Abwehrchefs Marcel Leeneman zu Beginn schmerzt. Auch Manuel Beyer und Luca de Angelis drohen auszufallen. Das wären erhebliche Verluste. Andererseits besitzt der Kader in diesem Jahr die Breite, um sie aufzufangen.

Für den FCG ging es in der vergangenen Serie direkt wieder runter. Da auch der Start in dieser Saison schleppend verlief, war eine Rückkehr nie ein Thema. Der Blick auf die Tabelle reizt Benjamin Heeke jetzt auch nur kurz. „Sind ja nur sieben Zähler – aber wahrscheinlich würde der Aufstieg bei den meisten nach der letzten Spielzeit keine Begeisterung auslösen. Ich wäre wahrscheinlich der Einzige.“ Der 35-Jährige müsste die Sache ja nicht „ausbaden“, schließlich endet seine lange Zeit beim FCG im Sommer. Nicht freiwillig und auch nicht ganz sauber kommuniziert, aber doch erst mal abgehakt. Die Zeit für Abschiedsmomente, Bilanzen und Sentimentales wird kommen, keine Frage.

Doch aktuell dreht sich alles noch ums Tagesgeschäft. Die Vorbereitung lief überaus durchwachsen. Der FCG gewann keinen Test, hatte oft nur die Hälfte seines 26-köpfigen Kaders im Training. „Es gibt sicher bei unserem Tabellenstand und der Gesamtkonstellation schlechtere Zeitpunkte, um Urlaube einzubauen, aber ich glaube nicht, dass sich das einer so zurechtgelegt hat“, so Heeke. Phasenweise waren Tristan Niemann, Christian Keil und Nils Heubrock angeschlagen, immer noch sind es Luca Wulfert, Theo Töller und Janes Niehoff. Leon Lüntz verpasst sogar die ganze Restsaison. Aus der aufgelösten Zweiten ist aber kurzfristig Allan Seferovic aufgerückt. „Die Personalnot ist etwas unglücklich, deshalb verbietet es sich letztlich zu träumen“, sagt Heeke. „Auch wenn die Spannung natürlich größer wäre, wenn wir den Abstand verringern.“

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