Fußball: 3. Liga
Fridolin Wagner ist alles andere als ein „böser Bube“

Münster -

Fridolin Wagner ist ein Schlüsselspieler des SC Preußen Münster aktuell. Allerdings droht ihm bei der nächsten Verwarnung eine Spielsperre, es wäre seine zehnte Gelbe Karte in dieser Saison. Dass er nun der „böse Bube“ der 3. Liga sei, das sieht er nicht so. Woran er aber glaubt: Dass die Preußen den Klassenerhalt schaffen.

Freitag, 28.02.2020, 15:58 Uhr aktualisiert: 28.02.2020, 21:12 Uhr
Zentraler Spieler beim SCP, aktuell mit leichtem „Gelbfieber“: Fridolin Wagner (rechts)
Zentraler Spieler beim SCP, aktuell mit leichtem „Gelbfieber“: Fridolin Wagner (rechts) Foto: Jürgen Peperhowe

Man möchte gar nicht meinen, dass das der Fridolin Wagner von Preußen Münster ist, der in der Liste der „bösen Buben“ fast die Nummer eins ist. Neun Gelbe Karten und eine Ampelkarte zählt seine Statistik, wenn der Mittelfeldspieler am kommenden Montag (19 Uhr) im Heimspiel gegen Hansa Rostock verwarnt werden sollte, stünde eine Spielsperre im Auswärtsspiel bei Viktoria Köln an. Fast schon ein Anflug von „Gelbfieber“ in Zeiten der grippalen Infekte ist das. Wagner selbst meint: „Böser Bube der Liga? Glaube ich nicht, dass ich das bin.“

Nur Leon Jessen vom FSV Zwickau und Daniel Bohl aus Chemnitz haben zehn reine Gelbe Karten erhalten. Jessen schaffte das in gerade einmal 17 Einsätzen. In der Karten-Wertung des Kicker-Sportmagazins findet sich Wagner dagegen Seite an Seite mit dem „Führenden“ Sebastian Bösel (SG Sonnenhof Großaspach), der zwar nur vier Mal Gelb sah, dafür aber auch mit der Ampelkarte und einem roten Karton zweifach des Feldes verwiesen wurde.

Dabei hatte Wagner auch schon Glück. Im Heimspiel gegen die Würzburger Kickers erhielt nicht er, sondern Alexander Rossipal die Gelbe Karte für ein Foulspiel an Fabio Kaufmann. Kurz vor Schluss dieser Partie holte sich Wagner für ein taktisches Foul dann doch noch eine Verwarnung ab. Glück gehabt.

Karten-Bilanz nicht besorgniserregend

Dabei ist Wagner alles andere als ein optischer „aggressive leader“, ein wilder Anführer. Gefühlt macht er den Eindruck eines harten und konsequenten Akteurs, mehr aber auch nicht. Unfair ist seine Spielweise nicht. Vier Gelb-Rote Karten seit 2015, als er Profi wurde, sind jetzt nicht besorgniserregend. Kein Vergleich zum Beispiel zu Sergio Ramos von Real Madrid, der sich in der Champions League gerade seinen insgesamt 26. Platzverweis einhandelte.

Wagner sieht das alles eher seiner defensiven Rolle als „Sechser“ geschuldet: „Dass ich jetzt defensiver spiele, bedingt mehr Zweikämpfe, in die ich verwickelt bin.“ Die Nummer 25 ist einer der wichtigsten Akteure im Konzept von Trainer Sascha Hildmann. Einerseits soll er die Zentrale dicht machen und die Verteidigung mit organisieren. Andererseits soll der Fußballer Wagner mit gescheiten Pässen die Konter einleiten. Viele Spieler mit dieser Qualität für die tiefen Bälle hat der SCP nicht. Vor allem Kevin Rodrigues Pires kann das noch.

Wo es nach Wagner noch hakt

Den Druck des Abstiegskampfes spürt der Mann, der von Werder Bremen II zum SCP im Sommer kam, schon. Aber, so der 22-Jährige: „Der Trainer versucht, das von uns wegzuhalten.“ Hildmanns Mantra bleibt, wenig auf die Tabelle zu schauen, dafür aber möglichst das nächste Spiel zu gewinnen. Dem neuen SCP-Coach bleibt dabei auch nichts anderes übrig bei der Aufholjagd des SCP.

„Wir müssen noch einen Tick konzentrierter, noch einen Tick schärfer in allen Aktionen werden“, fordert Wagner. Aber eines hat sich bereits deutlich verbessert: Die Preußen ärgern die Konkurrenz mit ihrer strikten Defensivhaltung. Wagner: „Die defensiven Abläufe passen, wir haben zuletzt zweimal ohne Gegentor gespielt. Gut ist, dass wir damit die Gegner richtig nerven.“

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