Tischtennis: Warten auf Signal des DTTB
Christoph Menges erwartet Schlussstrich

Münster -

In der Regel neigt sich eine Tischtennis-Saison kurz vor den Osterferien ihrem Ende entgegen. Die aktuelle wird als Konsequenz der Corona-Krise vermutlich abgebrochen, davon ist auch Christoph Menges, Vorsitzender des Bezirks Münster, überzeugt. Der Deutsche Tischtennis-Bund bemüht sich um eine einheitliche Lösung – von der Bundesliga hinab bin in die unterste Kreisklasse.

Dienstag, 31.03.2020, 15:24 Uhr aktualisiert: 01.04.2020, 11:24 Uhr
Die kleine Tischtennis-Kugel ruht. Vermutlich wird die Saison schon bald vorzeitig beendet.
Die kleine Tischtennis-Kugel ruht. Vermutlich wird die Saison schon bald vorzeitig beendet. Foto: imago-images

Der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) und seine 18 Landesverbände haben sich viel vorgenommen. Während der Spielbetrieb aus nachvollziehbaren Gründen komplett ruht und die Zelluloid-Kugel nur noch in Garagen, Kellern und großflächigen Wohnzimmern fliegt, wird hinter verlassenen Kulissen intensiv über Szenarien diskutiert, die über den 17. April hinausreichen. Bis zu diesem Freitag ist die Saison unterbrochen. Voraussichtlich am 6. April will sich der DTTB zum weiteren Prozedere erklären. Ambitioniertes Ziel ist es, einen bundeseinheitlichen Weg aus dem Dilemma zu finden. Also ein Szenario, das für alle Ligen der Landesverbände sowie der Spielklassen unter dem Dach des DTTB angewendet werden kann – von der Bundesliga bis hinab in die 3. Kreisklasse.

Der Flurfunk sendet aktuell das Signal, dass der DTTB zu Beginn der übernächsten Woche das Ende der Saison verkündet. Für Christoph Menges wäre dies keine Überraschung. Und eine nachvollziehbare Entscheidung. „Wir sollten jetzt nicht wieder anfangen und uns möglicherweise noch eine neue Frist setzen. Für mich macht nur ein großer Schlussstrich Sinn“, sagte der Vorsitzende des Bezirks Münster.

Menges, der langjährige und verdiente Funktionär, wird mit seiner Meinung nicht alleinstehen. Und er hat auch eine pragmatische Lösung für ein weiteres Problem. Im Zuge der Strukturreform des Westdeutschen Tischtennis-Verbandes (WTTV), die eine Reduzierung der NRW-, Verbands- und Landesligen vorsieht, ist für die noch laufende Spielzeit ein vermehrter Abstieg vereinbart. „Vielleicht sollte man diese Maßnahme besser für ein Jahr aussetzen. Es würde auch einigen unnötigen Ärger verhindern“, erklärt Menges.

Im Falle der kurzfristigen Einstellung des Spielbetriebes ist in diesen schwierigen Wochen besonderes Augenmaß gefordert. Insbesondere in der Abstiegsfrage. Dennoch wird es Härtefälle geben. Möglicherweise ist auch Borussia Münster betroffen. Der Vorletzte der NRW-Liga hätte bei Fortsetzung der Saison zwar noch Chancen, auf den Relegationsplatz zu springen. Da der Spielbetrieb aber wohl nicht mehr aufgenommen wird, sind auch Entscheidungsrunden hinfällig.

DTTB-Präsident Michael Geiger warb schon vor endgültigen Beschlüssen der zuständigen Gremien um Verständnis: „Klar ist, dass am Ende nicht jede Mannschaft in unseren knapp 10 000 Vereinen und Abteilungen in Deutschland mit den Entscheidungen zufrieden sein wird. Wir versuchen, wie die Verantwortlichen in allen anderen Lebenslagen in dieser Ausnahmesituation, das große Ganze fest im Auge zu behalten“.

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