Fußball-Oberliga: FLVW spricht Empfehlung aus
Rot-Weiß Ahlen steigt wahrscheinlich auf

Ahlen -

Die Sektkorken knallen noch nicht. Aber Rot-Weiß Ahlen hat am Mittwoch einen riesen Schritt in Richtung Regionalliga gemacht. Kommt es so, wie der Fußball- und Leichtathletik-Verband vorgeschlagen hat, dann heißen die Aufsteiger in der Oberliga Westfalen SC Wiedenbrück und RWA.

Mittwoch, 06.05.2020, 18:12 Uhr aktualisiert: 08.05.2020, 13:01 Uhr
Im Oktober standen sich Rot-Weiß Ahlen (links Rene Lindner) und der RSV Meinerzhagen auf dem Platz gegenüber. Die Entscheidung im Aufstiegsrennen scheint nun am grünen Tisch gefallen – zugunsten der Ahlener.
Im Oktober standen sich Rot-Weiß Ahlen (links Rene Lindner) und der RSV Meinerzhagen auf dem Platz gegenüber. Die Entscheidung im Aufstiegsrennen scheint nun am grünen Tisch gefallen – zugunsten der Ahlener. Foto: Marc Kreisel

So richtig will sich Joachim Krug , Ahlens Sportlicher Leiter, dazu aber noch nicht gratulieren lassen. Denn es handelt sich nicht um eine rechtskräftige Entscheidung, sondern nur um eine Empfehlung des FLVW. Und die muss noch auf einem Verbandstag im Juni bestätigt werden.

„Natürlich ist es mit dieser Empfehlung jetzt ziemlich wahrscheinlich, dass es so kommt. Von außen sagen mir auch schon alle: Da geht nichts mehr schief. Aber ich bin da lieber etwas zurückhaltender und erinnere an 2017“, sagt Krug.

Joachim Krug bleibt zurückhaltend und erinnert an 2017

Seinerzeit hatten die Rot-Weißen zunächst sportlich den Klassenerhalt verpasst. Kurze Zeit später hieß es, dass Westfalia Rhynern die Lizenzbedingungen nicht erfüllen kann und die Werse­städter profitieren. Wiederum nur wenige Wochen darauf war alles Makulatur und die Ahlener mussten runter.

„Solange nicht alles in trockenen Tüchern ist, sind wir nicht aufgestiegen. Es kann noch viel passieren. Was der RSV Meinerzhagen macht, der jetzt gekniffen ist, bleibt abzuwarten“, sagt Krug nun.

RW Ahlen profitiert von der Quotientenregelung

Denn tatsächlich ist vom Verband nicht die von Krug und vielen anderen favorisierte Lösung vorgeschlagen worden, einfach alle drei Mannschaften aufsteigen zu lassen, die sich in der Oberliga bis zum Abbruch einen spannenden Kampf geliefert hatten. Stattdessen will der FLVW eine Quotientenregelung zum Zuge kommen lassen, von der die Ahlener profitieren.

Die sind zum Stand des Saisonabbruchs nur Dritte gewesen, hatten mit 36 Punkten aus 18 Spielen drei weniger auf dem Konto als der RSV. Der aber hatte bereits 20 Partien absolviert und in diesen im Schnitt eben minimal weniger Punkte geholt. Wäre dagegen der Stand des Abbruchs gewerte worden, wären die Rot-Weißen die Leidtragenden gewesen.

Drei Aufsteiger wären Sportlichem Leiter lieber

„Natürlich ist es nur gerecht, die Mathematik zum Zuge kommen zu lassen“, findet Krug. „Trotzdem – und da bin ich mir mit Christian Britscho und auch unserem künftigen Trainer Björn Mehnert einig – hätten wir lieber den sportlichen Aufstieg geschafft. Es wäre sicher noch ein spannender Dreikampf geworden. So ist es eine harte Entscheidung“, sagt der RWA-Manager. Der plädiert übrigens immer noch für drei Aufsteiger, wenn aus der 3. Liga kein Team runterkommt. „Das wäre für mich die sportlich gerechteste Lösung. Wir wären dann eben in der Regionalliga 21 statt 22 Teams – so what? Jeder hätte dann ein Heimspiel mehr.“

Allzu sehr muss sich die RWA-Mannschaft nach Krugs Ansicht trotzdem nicht darüber grämen, dass der Aufstieg so geglückt ist, wie es jetzt aussieht. Denn das Britscho-Team habe sich schließlich nicht reingemogelt, sondern die Regionalliga mit starken Leistungen verdient.

Keine großen Auswirkungen auf Kaderplanung

Für die Kaderplanung ändert sich im Übrigen unabhängig von der Ligazugehörigkeit nicht allzu viel. „Im Grunde genommen gar nichts“, so Krug. Die Planungen verliefen weiter zweigleisig. Aber auch mit dem gedachten Aufstieg könne man nun nicht Unsummen mehr investieren als in der Oberliga, wenn sich nicht noch etliche Sponsoren zusätzlich finden. Und auch bei den vorhandenen müsse erst abgewartet werden, inwieweit sie ihre Zusagen nach der Corona-Krise einhalten können. Es bleibt also für die Ahlener eine Zukunft mit vielen Ungewissheiten. Immerhin: Seit Mittwoch wirkt diese Zukunft wieder ein Stück weit rosiger.

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