American Football: Neustart ohne Relevanz
Mammuts und Blackhawks vor Kurzsaison nach den Sommerferien

Münster -

Zugegeben: Die Footballer sind in Sachen Mannschaftsstärke und Vollkontakt eine der wohl härtesten Nüsse für die Regelschützer in Corona-Zeiten. Entsprechend zäh entwickeln sich in Kreisen der starken Männer die Pläne für einen Neustart. Wie der aussehen könnte, erfreut in Münster niemanden wirklich.

Donnerstag, 18.06.2020, 16:42 Uhr
Footballer in vollem Einsatz wird es in diesem Jahr frühestens nach den Sommerferien und dann auch nur kurz zu sehen geben.
Footballer in vollem Einsatz wird es in diesem Jahr frühestens nach den Sommerferien und dann auch nur kurz zu sehen geben. Foto: pa

Elektronische Post für die American Footballer in Münster: Am Montagabend fanden die Verantwortlichen der beiden münsterischen Oberligisten die sehnlichst erwartete Nachricht ihres Verbandes in ihrem Mail-Account. Der American-Football-, Cheerleading- und Flagfootball-Verband Nordrhein Westfalens, kurz und sperrig AFCV NRW, informierte über die aktuellen Planungen der durch die Coronaepidemie torpedierten Spielzeit – und bescherte den Mammuts und den Blackhawks eher vage bis schlechte Kunde: Nach Auswertung einer Umfrage unter den Vereinen und natürlich unter Berücksichtigung aller Auflagen wird ein Spielbetrieb frühestens nach den Sommerferien beginnen können und dann definitiv nur in stark abgespeckter und sportlich nur bedingt aussagekräftiger Form.

Stark verkürzt und neu verteilt

Das heißt: Eine mögliche Spielzeit würde stark verkürzt und in regional optimierten Konstellationen stattfinden, um die Anfahrtswege möglichst kurz zu halten. Die Abschlusstabelle würde folgerichtig ein Muster ohne Wert sein. Keine Aufstiege, keine Abstiege – im Grunde eine bunte Liga, um den Footballern eine Chance zu bieten, nicht komplett den Spielrhythmus zu verlieren und Wettkampfatmosphäre zumindest zu schnuppern.

Start erst nach den Sommerferien

Wie genau diese Liga dann aussehen wird, darüber muss unter Beobachtung der Entwicklung der Coronamaßnahmen noch entschieden werden, seit Wochenbeginn können alle Teams zumindest wieder bis zu 30 Spieler gemeinsam und mit Kontakt trainieren lassen. Fest steht jetzt laut offizieller Verlautbarung: „Die Teilnahme an einem möglichen Spielbetrieb ist grundsätzlich freiwillig. Eine freiwillige Nichtteilnahme am Spielbetrieb zieht keine Konsequenzen oder gar Strafen nach sich.“ Für die Spielzeit 2021 bedeutet dies, dass die Planungen und Klassenzusammensetzungen der aktuellen Spielzeit dann unverändert übernommen werden.

Für Münster-Clubs nur zweite Wahl

Bei Mammuts-Trainer Sascha Krotil und Blackhawks-Coach Alexander Naretz trifft die Nachricht durchaus auf Verständnis, auch wenn sich beide eine „echte“ Saison gewünscht hätten. „Wir sind auf alles vorbereitet, und nehmen es, wie es kommt“, erklärt Naretz für die Blackhawks, „eine verkürzte Spielzeit ist aber nicht gerade unsere Wunschlösung.“ Zumal sich das Team auf und neben dem Platz bestens für einen neuerlichen Kampf um den Aufstieg präpariert hatte. Auch die Mammuts hätten gerne wieder Vollgas gegeben: „Aber wir gehen da in diesen schwierigen Zeiten jeden Weg, natürlich ohne zu klagen, mit“, so Krotil.

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