Fußball: Regionalliga West
Das beruhigende Gefühl von Alltag: RW Ahlen gastiert beim Bonner SC

Ahlen -

RW Ahlen tritt am Samstag beim Bonner SC an. Anders als zuletzt hatte Björn Mehnert eine ganze Woche, um seine Mannschaft auf die Partie vorzubereiten. Dabei spielten auch die Eindrücke der ersten sechs Saison-Spiele eine wichtige Rolle.

Freitag, 02.10.2020, 16:44 Uhr aktualisiert: 05.10.2020, 16:08 Uhr
Mehr Zeit zur Vorbereitung auf den nächsten Gegner und zur Aufarbeitung möglicher Defizite als zuletzt hatten Paolo Maiella (rechts) und RW Ahlen in dieser Woche. Beim Bonner SC soll sich das bemerkbar machen.
Mehr Zeit zur Vorbereitung auf den nächsten Gegner und zur Aufarbeitung möglicher Defizite als zuletzt hatten Paolo Maiella (rechts) und RW Ahlen in dieser Woche. Beim Bonner SC soll sich das bemerkbar machen. Foto: Marc Kreisel

So schön kann Normalität sein. In den zurückliegenden Tagen kam Björn Mehnert in den Genuss einer ganz regulären, ganz schnöden Trainingswoche. Nach einem Mammutprogramm mit fünf Partien binnen 14 Tagen war aus Sicht des Trainers von RW Ahlen endlich mal wieder mehr möglich als Regenerieren und kurzes Einstimmen auf den nächsten Gegner.

Defizite aufgearbeitet

„Das hat auch mal gutgetan. Wir konnten uns mal wieder mit den Spielern befassen, Gespräche führen und auch inhaltlich viel gezielter arbeiten“, sagt Mehnert vor dem Match am Samstag (14 Uhr) beim Bonner SC .

Die ersten sechs Spiele hat Mehnert dazu genutzt, mögliche Schwachstellen bei seinem Team aufzudecken. Aufmerksam hat er registriert, dass die Seinen noch „eine klarere Struktur bei der Arbeit gegen den Ball“ benötigen. Überdies hat er mit seinem Personal intensiv an „Spieleröffnung und -fortsetzung gearbeitet“. Auch Standardsituationen nahmen im Training viel Raum ein. „Hier strahlen wir noch nicht sonderlich viel Gefahr aus“, konstatiert Mehnert.

Wie nah Lust und Frust in der Regionalliga beieinanderliegen können, haben die Ahlener bereits am eigenen Leib erfahren. Zunächst schrammten sie trotz einer starken Leistung beim 2:3 gegen RW Essen nur haarscharf an einem Punktgewinn vorbei. Um dann allerdings nur drei Tage später beim 2:4 gegen den SC Wiedenbrück eine gruselige Vorstellung anzubieten. „In Essen waren wir grandios, gegen Wiedenbrück waren wir zurück auf dem Boden der Tatsachen. Die Leistung in Essen hat das Erlebnis gegen Wiedenbrück umso schlimmer gemacht. Die zweite Hälfte war völlig daneben. Wie wir da in Überzahl drei Gegentreffer kassieren konnten, wissen wir immer noch nicht. Das hat uns ehrlicherweise auch zu denken gegeben“, stellt Joachim Krug klar.

Extreme Schwankung binnen weniger Tage

Die „Schwankung zwischen diesen beiden Extremen“ innerhalb weniger Tage erklärt sich der Sportliche Leiter unter anderem mit dem Mehraufwand, den die Ahlener im Vergleich zur häufig deutlich besser bestückten Konkurrenz betreiben müssen. Das koste Kraft und am Ende zweier strapaziöser Englischer Wochen dann unter Umständen eben auch Punkte.

Um die Belastung für jeden Einzelnen zu dosieren, betreibt Björn Mehnert schon jetzt von Spiel zu Spiel eine gewisse Rotation.

Dass die Niederlage gegen Wiedenbrück bleibende Schäden hinterlassen könnte, glaubt der RWA-Trainer derweil nicht: „Es gab nicht sonderlich viel aufzuarbeiten. Die Jungs wissen selbst, dass sie anders auftreten müssen. Und klar ist auch: Von den ersten sechs Spielen war das gegen Wiedenbrück das einzige, bei dem wir komplett ins Klo gegriffen haben.“ Er wisse um die enorme Belastung für seine Spieler. „Ich breche nicht den Stab über die Jungs“, betont Mehnert. Beim Bonner SC, der zuletzt ein imponierendes 1:1 bei Borussia Dortmunds U23 erreichte, erwartet seine Elf ein taktisch versierter Gegner. Für gewöhnlich agiert die Elf von Thorsten Nehrbauer mit einer Viererkette. In Dortmund überraschte er mit einer Dreierformation. „Aber das ist auch gar nicht so wichtig. Wir richten den Fokus sowieso eher auf uns“, sagt Björn Mehnert.

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