Handballkreis: Mannschaften entscheiden über weiteren Saisonverlauf
Arminia Ochtrup unterbricht Spielbetrieb

Kreis Steinfurt -

In Zeiten von steigenden Corona-Neuinfektionen geht der Handballkreis Münsterland auf seine Vereine zu und bietet ihnen Alternativen zur Saisonfortführung an. Bis Montag (2. November) müssen sich die Mannschaften entscheiden, wie es für sie weitergehen soll. Der SC Arminia Ochtrup hat als erster Verein schon einen Beschluss gefasst – und der ist radikal.

Dienstag, 27.10.2020, 12:07 Uhr
Für Tom Noori (M.) und die Landesliga-Handballer des SC Arminia Ochtrup ruht der Spielbetrieb bis zum 31. Dezember
Für Tom Noori (M.) und die Landesliga-Handballer des SC Arminia Ochtrup ruht der Spielbetrieb bis zum 31. Dezember Foto: Thomas Strack

Erst wenige Spieltage sind in den Ligen des Handballverbandes Westfalen und des Handballkreises Münsterland absolviert worden, doch ob die Saison 2020/21 wie geplant über die Bühne gehen kann, ist angesichts einer sprunghaft wachsenden Zahl nachgewiesener Corona-Neuinfektionen eher unwahrscheinlich.

Während es im Zuständigkeitsbereich des Handballverbandes Westfalen – das betrifft die Spielklassen Landes-, Verbands- und Oberliga – bislang keine generellen Einschränkungen gibt, bietet der Handballkreis Münsterland (HK MSL) seinen Mannschaften unterhalb der Landesligen die Option, den Spielbetrieb bis zum 31. Dezember 2020 zu unterbrechen oder ihn gänzlich für die Saison 2020/21 einzustellen. Entscheiden müssen sich die Teams bis zum 2. November (Montag), wie einem Schreiben des HK MSL zu entnehmen ist.

In dieser Mitteilung, die den Vereinen am Wochenende zugestellt wurde, heißt es unter anderem: „Da uns einige coronabedingte und durchaus nachvollziehbare Sorgen und Nöte in den letzten Tagen erreicht haben, die wir zur Gänze akzeptieren und respektieren, erhalten unsere Mitgliedsvereine jetzt die Möglichkeit, uns bis zum 2. November mitzuteilen, ob Mannschaften – vorerst bis zum 31. Dezember 2020 – pausieren oder sich gegebenenfalls gänzlich vom Spielbetrieb der Saison 2020/2021 abmelden möchten. Sollte der ,Pausenwunsch‘ der Fall sein, werden die Spiele dieser Mannschaften geparkt.“ Was nichts anderes heißt, dass die in den Monaten November und Dezember ausgefallenen Spiele Anfang 2021 nachgeholt würden.

Wichtig sei, so Daniel Hooge, Vorsitzender des Handballkreises Münsterland, allen Beteiligten eine absolute Planungssicherheit zu gewährleisten. „Sollte im Vorfeld zu erkennen sein, dass die Anzahl der Mannschaftsabmeldungen keinen einigermaßen geregelten Spielbetrieb in den Monaten November und Dezember ermöglicht, wird die betroffene Staffel bis zum 31. Dezember – vorerst – komplett ausgesetzt“, so die Nachricht. Zudem schreibt der Handballkreis, dass es weiterhin möglich sei, auch nur eine oder zwei Wochen zu pausieren. Die verlegten Spiele würden nachgeholt.

Beim SC Arminia Ochtrup hat sich der Abteilungsvorstand um David Brink, Daniel Post, Philipp Schultejann, Raphael Woltering, Manfred Wiggenhorn und Martin Weßeling mit diesem Thema befasst und einen Beschluss gefasst. „Wir werden mit allen Mannschaften von den Minis bis zu den Herren bis zum 31. Dezember keine Spiele mehr austragen. Wir sehen uns da in der Verantwortung gegenüber den Spielern, den Trainern und der Gesellschaft“, argumentiert Sportkoordinator Martin Weßeling.

Zudem stellen die Arminen komplett das Training ein, so lange der Inzidenzwert im Kreis Steinfurt über der 50er Grenze liegt. Man habe sich zwar um Alternativen Gedanken gemacht, aber keine passenden Optionen gefunden. „Wir haben einen Krisenstab gegründet, um schnell reagieren zu können, wenn die Situation wieder ein Training zulässt“, so Weßeling weiter.

„Schade, dass wir nach nur einem Spiel schon pausieren müssen. Aber ich kann die Entscheidung verstehen. Es ergibt Sinn, der Sache jetzt erstmal bis Ende Dezember Ruhe zu geben, statt sich von Woche zu Woche zu hangeln“, bezieht Christian Woltering, Trainer der Landesliga-Herren, Stellung.

Beim TB Burgsteinfurt habe man laut Spielwart Uwe Geersen „in die Mannschaften hineingehört“. Dabei hätten sich teilweise diffuse Meinungsbilder ergeben. Um jetzt schon endgültige Entscheidungen zu treffen, sei es noch zu früh. Die würden im Laufe der Woche getroffen werden. Das Schreiben des Kreisvorstandes sei ja schließlich noch frisch, so Geersen.

„Ich begrüße diesen Schritt des Handballkreises, letztlich müssen die Mannschaften aber für sich selbst entscheiden, ob sie spielen oder pausieren wollen. Ich könnte mir vorstellen, dass unsere Damen davon Gebrauch machen, denn die hatten jetzt einen Corona-Fall in der Mannschaft“, so Uwe Leiß, Abteilungsleiter beim TV Borghorst.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7650387?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F3814580%2F
Nachrichten-Ticker