Fußball: Landesliga
Borussia Münster muss Punkte nach VSG-Urteil nicht kampflos abgeben

Münster -

Der gesunde Menschenverstand besagt: Es war richtig, dass Borussia Münster am 11. Oktober coronabedingt nicht bei der IG Bönen antrat. Und er besagt auch: Punkte sollte der Neuling deshalb nicht verlieren. Nun hat sich das Verbandssportgericht dieser Sichtweise angeschlossen. Den schwarzen Peter schob es aber dem Staffelleiter zu. Der wehrt sich plausibel mit Verweis auf die Regularien.

Mittwoch, 02.12.2020, 16:20 Uhr aktualisiert: 02.12.2020, 17:27 Uhr
Coach Yannick Bauer und Borussia dürfen nun doch in Bönen um Punkte spielen.
Coach Yannick Bauer und Borussia dürfen nun doch in Bönen um Punkte spielen. Foto: Johannes Oetz

Hinter der ersten Klappe des Adventskalenders verbarg sich eine erfreuliche Überraschung für Landesligist Borussia Münster. Mit Absende-Datum vom 1. Dezember erreichte den Club jetzt das offizielle Urteil des Verbandssportgerichts (VSG) zur Wertung des abgesagten Meisterschaftsspiels der Borussen als Gast der IG Bönen am 11. Oktober . „Die Spielwertung ... wird aufgehoben“, heißt es in Punkt eins des Urteils, gefolgt von Punkt zwei: „Das Meisterschaftsspiel ... ist neu anzusetzen“, und drittens: „Die Kosten des Verfahrens trägt der FLVW.“ Damit schließt sich das Sportgericht der Beschwerde der Münsteraner gegen die Wertung der Partie mit 2:0 für Bönen in vollem Umfang an.

Die Borussia war am sechsten Spieltag nicht nach Bönen gereist, weil bereits an diesem Wochenende im Kreis Unna aufgrund der hohen und noch steigenden Inzidenzwerte jeglicher Kontaktsport gemäß Corona-Schutzverordnung untersagt war. In Absprache und mit Genehmigung des Staffelleiters verlegte die IG die Partie in den Nachbarkreis nach Hamm, der zwar die gleichen hohen Werte aufwies, aber noch keine behördliche Untersagungsverfügung vorliegen hatte. Es durfte nach allen juristischen Vorgaben also gespielt werden, die Borussia ließ dennoch den gesunden Menschenverstand vor Recht ergehen – im Nachgang mit Erfolg.

Rühlow nicht ermächtigt

Nach § 53 der Spielordnung wird bei Verzicht zwar grundsätzlich das Spiel mit 2:0 für den Gegner gewertet – allerdings nur dann, wenn dieser Spielverzicht auch wirksam ist. Das ist er laut Urteil des VSG im vorliegenden Fall nicht. Viel mehr liege der schwarze Peter beim Staffelleiter, der diese Partie „zu Unrecht nicht abgesetzt“ habe. Aufgrund der Pandemielage hätte das Spiel unter Berücksichtigung von § 47a (Coronaregeln) abgesagt und verlegt werden müssen. Allerdings könnte in diesem Fall der Einzelrichter des Verbandssportgerichts irren, wenn er mit dem Finger auf Staffelleiter Gerd Rühlow zeigt. Er sei laut Satzung gar nicht ermächtigt gewesen, die Partie von sich aus abzusetzen, sagt Rühlow: „Nur der Verbands-Fußballausschuss (VFA) kann diese Regelung treffen.“ Abschnitt XI der Durchführungsbestimmungen des VFA besage, dass kein Staffelleiter berechtigt ist, von sich aus ohne Genehmigung des VFA Spiele zu verlegen.

Bereits im Vorfeld des Urteils hatte Bönen einen Einspruch gegen die Neuansetzung angekündigt und auch formuliert – der nun aber in der Urteilsbegründung bereits berücksichtigt und abgewiesen wurde.

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