Handball: 3. Liga Nord-West
Ahlener SG und Sascha Bertow trennen sich im Sommer

Ahlen -

Bei der Ahlener SG endet im Sommer eine Ära. Nach zehn Jahren trennt sich der Handball-Drittligist von seinem Cheftrainer Sascha Bertow. Für die Nachfolge ist bereits ein Kandidat der Favorit.

Donnerstag, 17.12.2020, 10:44 Uhr aktualisiert: 17.12.2020, 13:46 Uhr
Nach zehn Jahren bei der Ahlener SG wird Sascha Bertow ab Juli nicht mehr Cheftrainer sein.
Nach zehn Jahren bei der Ahlener SG wird Sascha Bertow ab Juli nicht mehr Cheftrainer sein. Foto: René Penno

Nach zehn Jahren endet im Juni 2021 eine Ära bei der Ahlener SG . Der Handball-Drittligist trennt sich von Cheftrainer Sascha Bertow . Einen Favoriten für die Nachfolge soll es auch bereits geben.

„Dieser Schritt kam für mich überraschend. Dass es irgendwann mal so kommen würde, war klar. Aber ich finde den Zeitpunkt nun etwas unglücklich und hätte nicht damit gerechnet“, sagt Bertow. Vor zwei Wochen sei er vom Verein über den Entschluss informiert worden.

Richtung moderner Handball

Am vergangenen Dienstag wiederum teilte Bertow die Entscheidung seinen Spielern im letzten Training des Jahres mit. „Die Mannschaft war etwas geschockt und stand kopfschüttelnd in der Halle. Aber es ist vom Verein so gewollt und ich finde mich damit ab“, sagt Bertow.

„Wir gehen nicht im Bösen auseinander“, versichert Geschäftsführer Andreas Bartscher . Der Verein habe Bertow viel zu verdanken. Dessen Engagement sei weit über die eigentliche Tätigkeit hinausgegangen. „Aber nach einem Jahrzehnt wird es Zeit für frischen Wind. Mit diesem Schritt wollen wir ein neues Kapitel aufschlagen“, so Bartscher. „Es geht uns um neue Impulse im Training und beim Spielstil. Wir wollen uns in Richtung eines moderneren Handballs mit mehr Tempo und flexiblen Deckungssystemen entwickeln“, erläutert der Geschäftsführer.

13 Spielerverträge laufen aus

Darum habe er gemeinsam mit seinem Co-Geschäftsführer Klaus Jäger und dem Projektleiter Marketing, Jan Anton, diese Entscheidung vor knapp zwei Monaten getroffen. In einem ersten Schritt hatte die ASG bereits in diesem Sommer den Umbruch eingeleitet und vornehmlich auf junge, schnelle Spieler gesetzt. Sascha Bertow hatte zudem viel Wert auf das Einstudieren einer 3:2:1-Abwehrformation gelegt, die er fest ins Repertoire aufgenommen hatte.

Diese Entwicklung soll nun sein Nachfolger fortführen? Traut die ASG dies Bertow nicht mehr zu? „Was Sascha gemacht hat, ist nicht schlecht. Es ist auch keine Entscheidung gegen Sascha, sondern für eine Veränderung“, sagt Andreas Bartscher. Aber nach zehn Jahren brauche es schlicht einen neuen Impuls. Dafür hat sogar Bertow durchaus Verständnis. „Nach so langer Zeit tut eine solche Entscheidung natürlich trotzdem auch irgendwo weh, zumal ich sehr viel Herzblut investiert habe“, sagt Bertow.

Bis Juni wird er noch die Mannschaft führen. Dass die Trennung Einfluss auf die Zusammenarbeit hat, glaubt der Coach nicht, zumal „die Verträge von 13 Spielern ebenfalls auslaufen“.

Mit Nachfolger sind nur noch Feinheiten zu klären

Die Ahlener SG dürfte demnach zur Jahresmitte einen ziemlich tiefgreifenden Wandel durchführen. Der wird dann einem neuen Cheftrainer übertragen. Die ASG habe bereits Gespräche mit geeigneten Nachfolgern geführt. „Inzwischen konzentriert es sich auf einen Kandidaten“, verrät Andreas Bartscher. Grundsätzliche Einigkeit bestehe, aber es seien noch Feinheiten zu klären. Anfang Januar möchte die ASG die Personalie bekanntgeben. Ob sie extern oder aus den eigenen Reihen kommt – dazu wollte sich Andreas Bartscher nicht äußern. Der neue Trainer muss aber mindestens im Besitz einer B-Lizenz sein.

Derweil hat die Ahlener SG ihrem bisherigen Übungsleiter angeboten, ab Sommer eine andere Aufgabe im Handball-Leistungs-Zentrum zu übernehmen. „Wir haben die Möglichkeiten erörtert und würden gerne weiter in anderer Form mit Sascha Bertow zusammenarbeiten. Das hängt aber in erster Linie davon ab, ob er seine Zukunft als Trainer sieht“, sagt Bartscher.

Darüber wolle er sich in den nächsten Wochen Gedanken machen, sagt Bertow. Aktuell klingele laufend sein Handy. Womöglich erhält er auch andere Offerten. „Es ist ein bisschen so wie am Geburtstag. Tausend Leute rufen einen an“, sagt Bertow. Nur Glückwünsche dürfte er in diesem Fall nicht erhalten.

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