Volleyball: Bundesliga Frauen
USC holt in Wiesbaden den ersten Auswärtssieg der Saison

Münster -

Erstmals in dieser bisher so trüben Saison hat der USC Münster ein Auswärtsspiel gewonnen. Mit 3:2 setzte sich der Tabellenvorletzte beim VC Wiesbaden durch. Sogar alle drei Zähler wären möglich gewesen, bis auf wenige Phasen lieferten die Gäste eine sehr starke Vorstellung.

Sonntag, 27.12.2020, 21:36 Uhr aktualisiert: 27.12.2020, 22:27 Uhr

Der erste Auswärtssieg ist perfekt. Mit 3:2 (20:25, 25:15, 23:25, 25:17, 15:10) gewann der USC Münster beim VC Wiesbaden und schöpfte neue Hoffnung im Rennen um die Playoffs. In einer turbulenten Partie hätten es auch gut und gerne alle drei Zähler sein dürfen, doch mindestens genau so wichtig wie die Ausbeute war eine über weite Strecken sehr überzeugende Vorstellung. „Es war ein Kampfspiel, und wir haben gezeigt, dass wir auch solche Partien gewinnen können“, sagte Trainer Ralph Bergmann . „Sowas ist dann auch gleich mit Emotionen behaftet. Ein versöhnlicher Jahresabschluss für uns.“

Satz eins lieferte zunächst ein Auf und Ab. Im Angriff war Anika Brinkmann einmal mehr die einzige Konstante, in der Annahme haperte es merklich. Auch die deshalb nachvollziehbare Einwechslung von Nele Barber für Adeja Lambert änderte wenig an den Problemfeldern. Deshalb blieb der VCW bei aller USC-Gegenwehr immer vorn, am Ende besiegelte Klara Vydlicka mit einem Smash die Führung für die Hessinnen, die sich zum Ende gerade im Angriff und Zuspiel steigerten.

Lacerda bringt Schwung

Durchgang zwei sah Helo Lacerda für Kastrup auf der Diagonalen. Die Brasilianerin brachte Schwung für den USC, der so die vermehrten Probleme im eigenen Block kaschierte und mit 8:5 in die technische Auszeit ging. Außerdem wurden die Wiesbadenerinnen immer fehlerhafter in der Annahme, Taylor Nelson setzte mit starken Aufschlägen noch einen drauf. Der Tabellenvorletzte lag 13:6 in Führung. Was wenige Minuten zuvor noch klemmte, klappte nun hervorragend: Regie, Abwehr und Cleverness im Angriff, zum Beispiel mit einigen Legern. Lacerdas Hereinnahme hatte sich bezahlt gemacht, allein aufgrund ihrer Absprunghöhe. Der Vorsprung wurde nicht mehr kleiner, Juliane Langgemach machte am Netz aufmerksam den Sack zum 25:15 zu.

Nelson und Lacerda blieben neben der unvermeidlichen Brinkmann die wichtigsten Figuren, während der dritte Satz optimal mit einer 3:0-Führung begann, aber eng blieb. Barber und Lambert hatten beide nicht ihren besten Tag, scheiterten oft am Block und wechselten sich ab. Später kam Youngster Mia Kirchhoff. Die Gastgeber fanden gerade im Angriff zurück zu alter Stärke, holten auch unorthodoxe Ballwechsel und brachten sich von 11:14 auf 17:14 in Front. Die Annahme und vor allem der Block fielen in dieser Phase in alte Muster zurück. Es wurde knapp, richtig spannend. Bei 23:23 ging Bergmann etwas Risiko, verzichtete für einen Punkt auf eine Zuspielerin, um am Netz besser aufgestellt zu sein und Lacerda den Aufschlag noch zu gönnen. Der Schachzug führte eher zu Konfusion, Langgemach musste stellen, Kastrup und Lacerda rasselten diagonal ineinander – Satzball Wiesbaden. Barber setzte dann auch noch einen leichten Ball ins Aus. Dieser Satz hätte nicht weggehen müssen.

Wie am Schnürchen

Set vier lief für die Unabhängigen wie am Schnürchen. Nicht einmal gaben sie die Führung ab. Lacerda punktete, Brinkmann wurde nicht müde und servierte auch top. Insgesamt wirkte der USC flexibel, Wiesbaden hatte schon den Abschnitt davor eher glücklich gewonnen und agierte nun nicht mehr so sicher. Über 4:1, 9:5 und 19:12 setzte sich der Gast ab und holte sich schon mal einen Punkt und das Tiebreak-Ticket.

Fast mit Ansage wurde es jetzt dramatisch. Münsters Block, erst mit Barbara Wezorke, dann mit Demi Korevaar, trug nun entscheidend dazu bei, dass der VCW nach einer 2:0-Führung kaum mehr einen Stich hatte. „Wir waren gut vorbereitet, aber erst im fünften Satz haben wir es am Netz final hinbekommen“, sagte Bergmann. Beim 9:5 sah es gut aus, nach kurzem Zitterspiel besiegelte Top-Scorerin Brinkmann mit viel Power und ihrem 23. Zähler den Sieg.

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