Fußball: Bundesliga
Schalke chancenlos, aber verbessert gegen Bayern

Gelsenkirchen -

Von der Sensation war der FC Schalke 04 meilenweit entfernt, auch das Ergebnis klang am Ende verheerend. Trotzdem zog der stark abstiegsbedrohte Tabellenletzte aus dem 0:4 (0:1) gegen Bayern München auch Positives.

Sonntag, 24.01.2021, 18:44 Uhr aktualisiert: 24.01.2021, 19:46 Uhr
Das 0:3: Schalkes Tormann Ralf Fährmann ist erneut geschlagen, die Niederlage hat ihren Lauf genommen.
Das 0:3: Schalkes Tormann Ralf Fährmann ist erneut geschlagen, die Niederlage hat ihren Lauf genommen. Foto: dpa

Der FC Bayern München hat seine Chance nach den Patzern der Verfolger genutzt und geht mit sieben Punkten Vorsprung auf RB Leipzig aus dem 18. Spieltag. Mit 4:0 (1:0) setzte sich der Rekordmeister nach Toren von Thomas Müller (33., 88.), Robert Lewandowski (55.) und David Alaba (90.) beim FC Schalke 04 durch. Die Gelsenkirchener warten nun seit 2010 auf einen Bundesliga-Erfolg gegen den amtierenden Titelträger und kassierten die 13. Niederlage in dieser Saison. Allerdings zeigten sich die Gastgeber ausgerechnet gegen die Seriensieger in einer verbesserten Form. Immerhin.

Trainer Christian Gross hatte eine „neue Dramaturgie“ und einen neuen Regieplan“ angekündigt. Das 0:8 aus dem Hinspiel sollte, durfte kein Maßstab sein. Und Schalke hielt sich dran. Erst zielte Suat Serdar bei seinem Kopfball (8.) nicht genau genug, dann scheiterte Mark Uth aus kurzer Distanz ebenfalls per Kopf am glänzend disponierten Manuel Neuer (11.). Schalke begann stark, auch ohne die angeschlagenen Klaas-Jan Huntelaar und Sead Kolasinac – der Linksverteidiger wurde durch Bastian Oczipka ersetzt.

Überraschte Gäste

Vielleicht waren die Bayern etwas überrascht angesichts der mutigen Präsenz der Hausherren: Der Spitzenreiter brauchte jedenfalls geraume Zeit, um sich ins Spiel zu kombinieren. Dann aber: Lewandowski scheiterte aus zentraler Freistoßposition an Keeper Ralf Fährmann, der auch den Nachschuss von Serge Gnabry glänzend parierte (21.). Auf der Gegenseite hatte Ozan Kabak (30.) die große Chance zur Führung. Seinen Kopfball nach einer Ecke kratzte Manuel Neuer gerade noch von der Linie.

Zeit zum Träumen blieb allerdings nicht: Erneut musste Fährmann – diesmal gegen Joshua Kimmichs Pfund aus rund 24 Metern – retten. Durchatmen, aber nicht viel Zeit zum Luftholen: Niklas Süle setzte Kimmich in Szene, der Nationalspieler flankte in Seelenruhe und fand Müller. Kopfball. Tor. 0:1 (33.). Die Bayern-Führung zur Halbzeit war aufgrund der Spielanteile verdient, keine Frage. Aber der Tabellenletzte hatte in dieser vermaledeiten Saison gegen schwächere Gegner auch schon deutlich schwächer agiert.

Im zweiten Durchgang setzten dann die Bayern die deutlicheren Akzente. Gnabry (49.) und Kimmich (54.) verfehlten das Ziel zunächst deutlich, ehe Lewandowski mit seinem sechsten Treffer in diesem Jahr – dem 23. in der laufenden Saison – alles klarmachte. Klarmachen konnte, weil Schalke jetzt nur noch gelegentlich offensiv für Entlastung sorgen durfte. Fast hätten die seltenen Szenen gegen die gelegentlich nachlässig wirkende Bayern aber gereicht: Alessandro Schöpf schoss ebenso knapp daneben (74.) wie kurz darauf Uth. Schalke im Rückstand, aber beileibe nicht chancenlos. Dass Müller und Alaba in den letzten beiden Spielminuten doch noch trafen, drückte die bayerische Stärke aus, weniger die Schwäche der Königsblauen an diesem Tag.

Flick zufrieden

Solch mutige Auftritte hätten sich die „Knappen“ zuvor gegen weniger dominante Kontrahenten gönnen dürfen. Die Saison wäre kaum so aussichtslos verlaufen, wie sie nun ist. „Wir hätten uns belohnen können“, haderte Fährmann nach dem Schlusspfiff. Bayern-Coach Hansi Flick war hingegen zufrieden: „Es gibt einige Dinge, die wir unbedingt verbessern müssen trotz der vier Tore. Wichtig war, dass wir nun neun Punkte aus den drei Spielen der englischen Woche geholt haben.“ Gross sagte: „Wir haben einiges gut, einiges schlecht gemacht. Die Gegentore haben wir zu einfach kassiert.“

Der Klassenerhalt – ein Wunder? Gross: „Ich bin grundsätzlich optimistisch. Nun geht es darum, die positiven Aspekte von diesem Spiel mitzunehmen und uns zu inspirieren. Was wir brauchen, das sind Tore.“

 

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