Rudern: Ergometer-Weltmeisterschaften
Platz vier für Manuela Diening

Münster -

Auf dem Ergometer war Manuela Diening in den vergangenen Wochen und Monaten beinahe zu Hause. Kilometer für Kilometer ruderte sie runter – die beste Vorbereitung für die WM in der eigenen Wohnzimmerstube. Es hat sich gelohnt, die 28-Jährige wurde Vierte.

Dienstag, 23.02.2021, 15:04 Uhr aktualisiert: 23.02.2021, 16:44 Uhr
Die Wohnung gibt es her:
Die Wohnung gibt es her: Foto: Screenshot

Manuela Diening kann nicht mehr genau sagen, wie viele virtuelle Kilometer sie in den vergangenen Wochen und Monaten auf dem Ergometer zurückgelegt hat. Fest steht: Es waren sehr, sehr viele. Doch zur gewissenhaften Vorbereitung auf die Ergo-Weltmeisterschaften gehörten neben den ungezählten Einheiten auf dem Rollsitz auch diese ungewöhnlichen Handgriffe: Aufräumen, Staubsaugen und das Bett machen. „Bei 30 Quadratmetern wird es halt ein bisschen eng, aber ich bin es ja gewohnt, ich trainiere ja auch hier zuhause“, nahm die frisch gebackene DM-Zweite die außergewöhnliche Wettkampfeinstimmung gelassen.

Als am Dienstag der Highnoon eingeläutet wurde, hatte die 28-Jährige alle Vorarbeiten erledigt – und zusätzlich das Laptop angeschlossen und die Kamera ausgerichtet. Punkt zwölf wurde beim Online-Kanal Youtube das Fenster ins Wohnzimmer der Münsteranerin geöffnet, fünf Minuten später das WM-Rennen von Manuela Diening. Auf die Plätze los: Jetzt galt es. Weltweit machten sich sieben Athletinnen zeitgleich auf den kräftezehrenden Weg zum WM-Titel in der Klasse der Pararuderinnen.

8:59,7 Minuten später war die Ruderin des RV Münster am und im Ziel. Nur drei Sportlerinnen waren schneller: Neben Goldmedaillengewinnerin Birgit Skarsten aus Norwegen (8:18,5) und der Israelitin Moran Samuel (8:26,2) auch Dienings nationale Konkurrentin Sylvia Pelle-Stippat, die 20 Sekunden vor der Münsteranerin die Arbeit einstellen durfte. „Ich bin absolut zufrieden“, gab die Athletin im Anschluss nicht minder aufgeräumt als ihr Appartement zu Protokoll. „Ich war schneller als im November bei der EM, das hatte ich mir vorgenommen.“

Platz vier war auch für Heimtrainer Sebastian Fuchs das angestrebte WM-Ziel, für Manuela Diening ein weiterer Meilenstein in der noch jungen Ruderkarriere. „Dafür, dass ich gerade mal ein Jahr dabei bin, war das doch ganz gut“, übt sich die Münsteranerin in Understatement. Allemal hat sich die Plackerei im Vorfeld gelohnt – und eine aufgeräumte Wohnung gab es als Zugabe obendrauf.

Seit dem Wochenende neigen sich die Studio-Sessions aber dem Ende entgegen. „Zum Glück“, sagt die bekennende Naturliebhaberin. „Ergofahren ist schön und gut, aber ich bin froh, dass wir seit dem Wochenende wieder auf dem Wasser sind.“ Ende April stehen die Europameisterschaften im italienischen Varese an, Ende März die Qualifikation in Köln – Zeit für den nächsten Karriereschritt.

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