Steinfurt
Von Kreis zu Kreis mit affenartiger Geschwindigkeit

Mittwoch, 31.10.2007, 16:10 Uhr

Emsdetten /Borghorst. Kennen Sie Klose ? Miroslav Klose? Wahrscheinlich. Stürmer bei Bayern München, Nationalspieler und Torjäger. Der kickte mit 19 Jahren noch in der Bezirksliga , wechselte mit 20 zum FC Homburg und spielte dort in der Verbandsliga, ehe er 1999 zum 1. FC Kaiserslautern ging und nach einem Jahr den Sprung von der zweiten in die Profimannschaft schaffte. Bei Julius Waltermann verhält es sich ähnlich, nur dass der gebürtige Borghorster nicht Fußball spielt, sondern Handball. Allerdings ebenfalls auf hohem Niveau, nämlich beim TV Emsdetten in der zweiten Bundesliga.

Der 28-jährige Linksaußen lernte das Handballspielen in der Jugend des TVB, wechselte dann nach Emsdetten, spielte bei den Senioren vier Jahre unter Johannes Elling und Thomas Pelzer wieder in Borghorst Bezirksliga, um sich dann Schwarz-Weiß Havixbeck (Landesliga) anzuschließen. Unter Holger Wilke stieg Havixbeck – mit Waltermann – in die Verbandsliga auf, danach ging der gelernte Bauingenieur zum TVE, wo er weiter in der Zweiten (Verbandsliga) spielte. „Ich habe in der vorigen Saison siebenmal in der Ersten ausgeholfen, weil sich der Linksaußen verletzt hatte. Das hat ganz gut geklappt, ich war selber zufrieden, und dann ist unser Linksaußen Andreas Blank nach Melsungen in die 1. Liga gewechselt“, erzählt Waltermann seine Erfolgsgeschichte „Marke Zufall“. Denn: Beabsichtigt hat der 28-Jährige diesen Gang nicht. Als die Verantwortlichen des TV Emsdetten ihn fragten, ob er sich den Aufwand (tägliches Training plus Spiel) eines Handballprofis für sich vorstellen könnte, musste Waltermann erstmal schlucken und in sich gehen. „Als Projektleiter am Bau bin ich viel unterwegs. Ich wohne in Emsdetten mit meiner Freundin zusammen, und die soll mich ab und zu ja auch mal persönlich sehen. Aber als wir alles abgeklärt hatten, habe ich mich dafür entschieden. Aber der Aufwand ist schon heftig“, sagt der Rechtshänder. Von 5.30 bis 22 Uhr ist er jeden Tag unterwegs. Entlohnt wird er dafür auch, aber „nicht dem Aufwand und Stress“ angemessen. Der persönliche Ehrgeiz ist der treibende Faktor.

Und wie man sieht: Es läuft gut beim TVE. Mit 12:4 Punkten ist das Team von Patrik Liljestrand Tabellenzweiter hinter Stralsund. Mit Waltermann, der „selber nicht damit gerechnet hat“, dass er so viele Einsätze bekommt. „Unsere erste Sieben ist sehr gut, wir haben auf jeder Position einen Kracher“, sagt Waltermann, dessen große Stärke eindeutig der Konter ist. „Wenn ich nicht so schnell wäre, würde ich nicht zweite Liga spielen“, kennt er sein Plus. Das war schon in der Jugend beim TVB so. Sein Trainer Rainer Spreer erinnert sich: „Er hatte schon immer eine sehr schnelle Auffassung der Spielsituation und setzte sich mit dem Ball in der Hand brachial durch.“ „Das wurde mir früher oft als Eigensinnigkeit vorgeworfen, ich nenne das Drang zum Tor“, sagt der Betroffene. Technisch, das gibt er zu, sei er nicht ganz so stark, daher müsse er von seiner Schnelligkeit leben. Die ihn dann womöglich noch in die Erste Liga führt? Vielleicht.

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