Gegen Gewalt im Stadion
Fanclubs bekennen Farbe

Steinfurt -

Auf Initiative von Sebastian Lindau und Jan Hendrik Harbert von den „Steinfurter Colonialisten 1998“ haben sich die Steinfurter Fußballfans in einer Initiative gegen Gewalt im Stadion zusammengeschlossen.

Mittwoch, 08.01.2014, 21:01 Uhr

Die Steinfurter Fanclubs bezogen schon beim Hallenfußballturnier in Borghorst klar Position gegen Gewalt und Pyrotechnik, wie im kleinen Bild beim DFB-Pokalspiel zwischen Eintracht Frankfurt und dem 1. FC Kaiserslautern, in den Profifußballstadien.
Die Steinfurter Fanclubs bezogen schon beim Hallenfußballturnier in Borghorst klar Position gegen Gewalt und Pyrotechnik, wie im kleinen Bild beim DFB-Pokalspiel zwischen Eintracht Frankfurt und dem 1. FC Kaiserslautern, in den Profifußballstadien. Foto: Vera Szybalski / dpa

Vor knapp einem Jahr endeten die offiziellen Versuche der Fanvereinigung „ Pyrotechnik legalisieren – Emotionen respektieren“ beim Deutschen Fußballbund die Erlaubnis für Pyrotechnik in bestimmten Bereichen der Fußballstadien zu erlauben. Der DFB ist Hardliner und hat die Diskussion beendet, bevor sie überhaupt richtig in Gang kam.

Gelegentliche Fernsehbilder zeigen immer wieder Rauchwolken in Stadien und Besucher erleben bei fast jedem Fußballspiel in der Bundesliga, dass Pyrotechnik verbotenerweise zum Einsatz kommt. Die Ultras, besonders – oder wie das lateinische Wort sagt: „darüber hinaus“ – engagierte Fußballanhänger verwenden immer wieder Bengalische Feuer, vermutlich um Aufmerksamkeit zu erregen. Nicht selten kommt es im Umfeld der Pyrotechnik-Fans zur Gewalttaten. Besonders begehrt ist die Wegnahme von Schals, Fahnen und Transparenten gegnerischer Fans. Wird das Clubbanner entwendet, empfinden zahlreiche Ultras dies als schmächliche Niederlage.

Die heimischen Fanclubs sind nun offensichtlich das verbotene Verhalten ihrer Fankollegen leid, denn eine Initiative der Steinfurter Fanclubs macht jetzt gegen Gewalt im Stadion mobil. Sebastian Lindau und Jan Hendrik Harbert von den „Steinfurter Colonialisten 1998“ haben vergangenes Jahr die Initiative zu einem gemeinsamen Projekt der Steinfurter Fußballfans ins Leben gerufen. Erstes sichtbares Zeichen dieser Kooperation war das beim Borghorster Hallenturnier präsentierten Transparent „Gewalt im Stadion? Nicht mit uns!“

Die beiden Leiter des FC-Köln-Fanclubs begründeten ihr Engagement für Gewaltlosigkeit im Umfeld des Profifußballs mit dem für sie erschütternden Erlebnis rund um das Ligaspiel zwischen Köln und Bayern München im Mai vorvergangenen Jahres. Kurz vor dem Abpfiff zündeten die Kölner Fans, die zuvor ihre Mannschaft frenetisch angefeuert hatten, schwarze Rauchbomben und sorgten so für einen vorzeitigen Spielschluss. Köln stieg durch die 1:4-Heimpleite übrigens in Liga zwei ab.

Der begonnene Dialog zwischen den rivalisierenden Steinfurter Fanclubs soll am Freitag (17. Januar) öffentlich gemacht werden. Dazu laden Lindau und Harbert zu 19 Uhr in die Borghorster Soccerhalle ein.

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