Fußball: Verbandsliga-Aufstieg vor 30 Jahren
Als der SVW das Münsterland rockte

Borghorst -

Wenn dem SV Wilmsberg am Sonntag die Rückkehr in die Fußball-Bezirksliga gelingen sollte, dann wäre das sicherlich mehr als eine Nachricht in der Vereinsgeschichte. Den größten Meilenstein der Historie setzten die Fußballer indes am 5. Mai des Jahres 1986. Ein 0:0 gegen TuS Velen reichte, um die Landesliga-Meisterschaft und den Aufstieg in die Verbandsliga perfekt zu machen.

Donnerstag, 30.04.2015, 20:04 Uhr

„Nehmt euch morgen alle frei, wir feiern die ganze Nacht durch“, lautete der Appell, den Hauptkassierer Karl-Heinz Müller an jenem Tag an die Fans gerichtet hatte. Nur allzu gerne ließen sich rund 650 Zuschauer an jenem sonnigen Tag im Mai von der Feierlaune anstecken. Im Wilmsberger Waldstadion waren Bierpavillons und Würstchenbuden aufgebaut. Während der Gerstensaft in Strömen floss, nahmen Spielertrainer Bernd Hahn , Roland Thoms , Thorsten Bäumer und die weiteren Spieler ein Bad in der Menge.

Gewöhnungsbedürftig war, dass die Wilmsberger nicht in ihren grün-weißen Trikots gespielt hatten. Sie trugen rote Jerseys. Doch das interessierte an diesem Tag niemanden.

Der Aufstieg in die Verbandsliga war zweifelsohne der Höhepunkt einer „goldenen Ära“, wie die Zeit zu Beginn und Mitte der 80er Jahre vielen Fans in Erinnerung geblieben ist. Zumal es ein „Durchmarsch“ war, den die Wilmsberger bewerkstelligt hatten. Denn erst ein Jahr zuvor hatte der Verein den Sprung aus der Bezirksklasse Münster in die Landesliga geschafft. Ging es um Amateurfußball der gehobenen Kategorie, dann führte an Wilmsberg kein Weg vorbei. Denn es war die Zeit, in der die Fußballer des SVW das Münsterland rockten.

Immerhin war die Verbandsliga damals hinter der Bundesliga, der 2. Liga und der Oberliga vierthöchste deutsche Spielklasse. In der Bundesliga hatte sich in jener Spielzeit der FC Bayern in einem Herzschlagfinale gegen Werder Bremen den Titel gesichert. Aus der 2. Liga schafften Blau-Weiß 90 Berlin und der FC Homburg den Aufstieg in die Bundesliga.

Auch das ist ein Indiz dafür, wie schnelllebig der Fußball ist. Während der FC Homburg heute immerhin noch in der viertklassigen Regionalliga Südwest sein Dasein fristet, ist Blau-Weiß 90 nach erfolgter Insolvenz seit 1992 ganz von der Bildfläche verschwunden.

Und in Westfalen war damals der ASC Schöppingen als Meister der Oberliga Westfalen und Teilnehmer an der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga die Nummer eins im Münsterland – noch vor dem SC Preußen Münster. Doch schon hinter diesen beiden sportlichen Schwergewichten folgte der SV Wilmsberg, der als neues Mitglied der Verbandsliga auf gleicher Augenhöhe mit dem VfB Rheine und Emsdetten 05 spielte.

►  Zur Meister-Mannschaft der Saison 1985/86 gehörten : Werner Kösters, Manni Krause, Carsten Göken, Wolfgang Brüffer, Bernd Hahn, Jörg Stegemann, Frank Uhlenbrock, Theo Heidmann, Roland Thoms, Horst Fechner, Andreas Weiner, William Gallagher, Thomas Heidmann, Torwart Peter Löhring, Rolf Weiser, Mario Anselmi, Thorsten Bäumer und Lothar Reinsch.

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