Hallenturnier des SV Wilmsberg: Bernd Kipp kehrt zurück
Der Zauber alter Liebe

Borghorst -

Alte Liebe rostet nicht“, sagt ein Sprichwort. Offensichtlich konnte sich Bernd Kipp dem Zauber dieser alter Liebe nicht entziehen, als Klaus Brüning den ehemaligen Spieler und Trainer des SV Wilmsberg angerufen und ihn gebeten hatte, das „Altstar-Team“ des SVW im Rahmen des Wilmsberger Hallen-Festivals zu betreuen. Gestern Abend war es soweit.

Donnerstag, 24.12.2015, 10:12 Uhr

Bernd Kipp (2.v.r.) lebte über 30 Jahre für den Fußball. Als Trainer der „SVW-Altstars“ kehrte er am Mittwochabend nach Wilmsberg zurück.
Bernd Kipp (2.v.r.) lebte über 30 Jahre für den Fußball. Als Trainer der „SVW-Altstars“ kehrte er am Mittwochabend nach Wilmsberg zurück. Foto: Vera Szybalski

Und als die Wilmsberger „Oldies“ kurz vor halb acht das Parkett in der Realschulsporthalle betraten, schwang auch eine gehörige Portion Fußball-Nostalgie mit. „Aus einigen Spielern sind Freunde geworden“, sagt Kipp. „Wilmsberg war immer ein ausgesprochen sympathischer Verein, weil die Leute stets korrekt waren.“ Kipps Worten ist unschwer zu entnehmen, dass die punktuelle Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte tatsächlich eine Sache des Herzens ist.

Vor allem die älteren Fußball-Fans bekommen Glanz in den Augen, wenn der 67-Jährige anfängt, über seine Zeit als aktiver Fußballer zu erzählen. Geboren im Gelsenkirchener Stadtteil Buer spielte der torgefährliche Angreifer Anfang der 70er Jahre mit Willi Koslowski beim Regionalligisten Eintracht Gelsenkirchen. Der „Schwatte“, so Koslowskis Spitzname, war zuvor schon als Rechtsaußen oder Mittelstürmer beim FC Schalke 04 zu einer Legende mit Kultstatus geworden. „Leider hatte Eintracht Gelsenkirchen im Schatten des FC Schalke keine Chance, um sich höherklassig zu behaupten“, erinnert sich Kipp.

Der Angreifer hatte die Gelsenkirchener Zeit genutzt, um beste Werbung in eigener Sache zu betreiben. So erzielte er in der ersten Saison 20, in seiner zweiten 25 Treffer für den Gelsenkirchener Regionalligisten. Fortuna Düsseldorfs Trainer-Ikone Heinz Lucas wurde auf den Angreifer aufmerksam und holte ihn 1972 in die Landeshauptstadt. Dort stand Kipp in einer Reihe mit ehemaligen Größen wie Rainer Geye, Gerd Zewe, Dieter Herzog, Werner Lungwitz oder Egon Köhnen. Allerdings sind Kipps Erinnerungen an seine Düsseldorfer Zeit nicht die besten. „Gleich am zweiten Trainingstag habe ich mir einen Muskelbündelriss zugezogen. Da die medizinische Versorgung noch nicht so weit wie heute war, musste ich ein Dreivierteljahr pausieren.“

Der Vollblutstürmer schaffte beim damaligen Tabellendritten der Bundesliga den Anschluss nicht mehr. Deshalb wechselte er 1973 zum SC Preußen Münster. Dort hatte Trainer Rudi Faßnacht in der Saison 1975/76 eine Mannschaft geformt, in der neben Kipp Spieler wie Hans-Werner Moors und Rolf Grünther vehement an das Tor zur Bundesliga pochten. Unvergessen ist Münsters 4:1-Sieg gegen den direkten Aufstiegsrivalen Borussia Dortmund bei strömendem Regen vor über 40 000 Zuschauern im ausverkauften Preußen-Stadion am viertletzten Spieltag. Dennoch blieben Kipp und Co. der ganz große Triumph versagt. Die Mannschaft wurde, wie 1978 und 1979, nur Dritter.

Als sich auch in Münster Mitte der 70er Jahre die Umstellung auf Vollprofitum im Fußball durchgesetzt hatte, wollte Kipp diesen Weg nicht mitgehen. „Ich hatte mich entschieden, mein Lehramtsstudium zu beenden.“ Fortan setzte der spätere Studiendirektor am Wolbecker Gymnasium seine Laufbahn auf oberster Amateurebene fort; zunächst beim FC Bocholt, später dann beim TuS Xanten.

Seine Wilmsberger Zeit begann 1979, wo er bis 1981 als Spielertrainer fungierte. „Schon damals hat mir das Umfeld ausgesprochen gut gefallen“, betont der Münsteraner. Diese Wertschätzung beruhte offenkundig auf Gegenseitigkeit. Denn nur so ist es zu erklären, dass der SVW Kipp am Ende der ersten Halbserie 1981/82 wiederholte, als es sportlich lichterloh brannte. „Bernd hatte damals einige Pfunde zu viel auf den Rippen. Als er die aber in der Winterpause abtrainiert hatte, schoss er uns zum Klassenerhalt“, verkündet SVB-Fußballboss Klaus Brüning schmunzelnd. Es waren exakt 18 Treffer, die Kipp in der zweiten Halbserie für die Wilmsberger erzielt hatte.

Nach Stationen beim SC Preußen Münster, für den Kipp als Trainer der „Zweiten“, als Interimscoach der „Ersten“ sowie als Sportleiter gearbeitet hatte, Davaria Davensberg und Münster 08 kehrte er 2001 für vier Jahre zum SV Wilmsberg zurück. „Danach“, so der inzwischen auch schon seit zweieinhalb Jahren pensionierte Pädagoge, „habe ich nichts mehr gemacht im Fußball. Es gibt auch andere Dinge im Leben.“

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