Preußen Borghorst: Frauenfußball
Trend und Tradition verpflichten

Steinfurt/Ochtrup -

Der SC Preußen Borghorst plant, wieder eine Frauenfußball-Mannschaft für den Spielbetrieb anzumelden. Der Verein aus Steinfurt liegt damit im Trend. Zwar sucht man im Kreisgebiet vergeblich nach einer höherklassig angesiedelten Top-Mannschaft. Doch in der Breite ist die Region hervorragend aufgestellt.

Montag, 25.01.2016, 15:01 Uhr

Das soll es bald wieder geben: Shakehands mit von weit her angereisten Gästen. Die Fußballabteilung von Preußen Borghorst plant, wieder eine Frauenfußball-Mannschaft für den Spielbetrieb anzumelden.
Das soll es bald wieder geben: Shakehands mit von weit her angereisten Gästen. Die Fußballabteilung von Preußen Borghorst plant, wieder eine Frauenfußball-Mannschaft für den Spielbetrieb anzumelden. Foto: Maximilian Wessing

Lange ist es her, dass der FFC Heike Rheine die Frauenfußball-Szene im Münsterland dominierte. Auch Preußen Borghorst und Arminia Ibbenbüren versuchten einst, sich im Schatten des Rheiner Bundesligisten in der Zweitklassigkeit zu etablieren. Diese Zeiten sind längst vorbei. Auch wenn es der hiesigen Region derzeit an Topteams mangelt, bleibt doch eines festzuhalten: Im nördlichen Kreis Steinfurt ist der Frauenfußball in der Breite fest verankert. Dazu passt, dass Preußen Borghorst plant, wieder eine Mannschaft für den Spielbetrieb anzumelden.

„Im weiblichen Jugendbereich haben wir alle Altersklassen durchgängig besetzt. Angesichts dieser Resonanz ist man als Verein gefordert, aktiv zu sein“, sagt Matthias Lembeck. Der Mann, der seit Juni vergangenen Jahres als Leiter der Frauen- und Mädchenabteilung beim SC Preußen fungiert, fühlt sich dabei nicht nur dem Trend, sondern auch der Tradition verpflichtet. Denn in dieser Hinsicht hat die Abteilung einiges zu bieten. Dreimal – 1995, 1997 und 1999 – schaffte der SCP den Aufstieg in die Regionalliga, die zweithöchste bundesdeutsche Spielklasse. 2001 schlug mit Rang sechs die beste Platzierung zu Buche. 2014 folgte der Gewinn des DFB-Ü-35-Frauencups, der unter Mithilfe der ehemaligen Nationalspielerin Kerstin Stegemann bewerkstelligt wurde. Doch auch dieser Coup konnte den Sinkflug der Borghorsterinnen nicht stoppen. Erst in der Spielzeit 2014/15 fand er ein Ende, als sich die SCP-Mannschaft von Spielbetrieb zurückzog.

Nun versucht Matthias Lembeck an alte Traditionen anzuknüpfen und die Abteilung mit neuem Leben zu füllen. „Wobei wir noch nicht mit der Attraktivität einer hochklassigen Liga wuchern können. Wenn wir uns anmelden, müssen wir ganz unten in der Kreisliga anfangen.“ Diese Sicht der Dinge ist nachvollziehbar. Schließlich muss das ins Visier genommene Projekt langsam wachsen. Dabei schöpft der SCP angesichts des reichlich vorhandenen Nachwuchses vornehmlich aus eigener Quelle. Die speist Holger Sokol nachhaltig, in dem er als Trainer der B-Mädchen den künftigen Seniorinnen Zulauf verschaffen will.

Aber auch Akteurinnen, die von außerhalb kommen, sind sämtliche Türen geöffnet, wie Lembeck zu verstehen gibt: „Bei uns ist jede Spielerin automatisch Führungsspielerinnen. Denn sie hat die Chance, das Heft in die Hand zu nehmen, während sie sich in anderen Clubs in vorgegebene Strukturen einfügen muss.“ Lembeck, der auch erster Ansprechpartner für mögliche Interessentinnen ist, denkt vor allem an Spielerinnen, die ihre Laufbahn langsam ausklingen lassen wollen – ohne sich dabei dem Stress in einer höheren Liga auszusetzen.

Die definitive Entscheidung, ob der SC Preußen eine Frauen-Mannschaft meldet, hängt davon ab, inwieweit die jetzigen B-Jugendlichen ihre Bereitschaft signalisieren, im kommenden Jahr als erstes Frauen-Team an den Start zu gehen. Lembeck dazu: „Eine Mannschaftsstärke von 16 Spielerinnen müsste es schon sein.“ Spätestens Ende Februar soll Klarheit herrschen.

Über mangelnden Zulauf kann sich auch der SV Langenhorst-Welbergen nicht beklagen. Wie in Borghorst sind sämtliche Altersstufen durchgängig mit Mädchen-Mannschaften besetzt. „Wir profitieren davon, dass Vorwärts Wettringen keine Mädchen-Abteilung unterhält. Da sind wir erster Anlaufpunkt“, sagt Marc Bethge, bis Saisonende noch Trainer der ersten SVL-Frauenmannschaft. Zudem sei ein verstärkter Zulauf zu registrieren, nachdem Arminia Ochtrup seine Frauenfußball-Abteilung dichtgemacht habe. Das war vor gut zwei Jahren.

Beim TuS Altenberge steht die Mädchen- und Frauenfußballabteilung ebenfalls auf einem soliden Fundament. „Wir sind breit aufgestellt. Das fängt schon in der U 7 an und setzt sich bis in die höchsten Altersstufen fort“, gibt Steffen Niestegge zu verstehen. Niestegge kann das beurteilen, fungierte er im vergangenen Jahr doch als Interimscoach, ehe Detlev Mack den Job als Trainer der ersten Altenberger Damen übernahm.

Derzeit sind mit dem SV Langenhorst-Welbergen, dem FC Nordwalde und dem TuS Altenberge drei Clubs in der Bezirksliga vertreten. Darunter werben in der Kreisliga Matellia Metelen, der SV Burgsteinfurt, die SG Lau-Brechte, die SG Horstmar-Leer und der FC Galaxy um weiblichen Nachwuchs.

Ob angesichts dieser Leistungsdichte ein Verein wieder einmal die Landesliga in Angriff nehmen kann? Marc Bethge sagt dazu: „Vielleicht. Für uns wäre das aber das höchste der Gefühle.“

Beim Preußen Borghorst denkt man nicht ganz so weit; noch nicht.

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