Fußball: Nordwaldes Lukas Sommer kickt in den USA
Dann doch lieber aufs College

Nordwalde -

Von der D-Jugend des FC Nordwalde über Schalke, Münster, Enschede und Osnabrück in die USA: Lukas Sommer aus Nordwalde hat es erlebt.

Dienstag, 21.06.2016, 16:06 Uhr

Als Kapitän der Mannschaft ist Lukas Sommer aus Nordwalde immer obenauf. Hier bejubelt er mit seinen Teamkameraden einen Treffer.
Als Kapitän der Mannschaft ist Lukas Sommer aus Nordwalde immer obenauf. Hier bejubelt er mit seinen Teamkameraden einen Treffer. Foto: privat

Die Geschichte hat ein bisschen was von Dirk Nowitzki – aber wirklich nur ein bisschen; denn während der deutsche Basketballstar aus Würzburg in den USA eine steile Karriere hingelegt hat, Millionen verdient und an Strahlkraft selbst im höheren Sportleralter noch nichts eingebüßt hat, ist Lukas Sommer aus Nordwalde – zumindest international – ein eher bescheidenes Licht. Zumal die Sportarten, in denen beide beheimatet sind, in den Staaten finanziell so deutlich auseinander liegen wie Fußball und Turnen. Soccer und Basketball trennen Welten – zumindest im Portemonnaie.

Dennoch, Lukas Sommer ist zufrieden mit seinem Status als Kapitän einer College-Mannschaft. „Ja, es war die richtige Entscheidung. Ich habe in den anderthalb Jahren, die ich jetzt hier bin, jede Minute gespielt. Einmal haben wir uns sogar für das Finale qualifiziert“, erzählt der Student (business-management = BWL). Dazu muss man wissen, dass die amerikanische College-Liga in verschiedene Conferences (Einteilungen) aufgeteilt ist. Sommer spielt in der Atlantic Sun Conference. Im Finale stand er mit seinem Team North Florida gegenüber und – er mag es kaum sagen – hat mit 0:6 verloren.

Als Joe Enochs ihn beim VfL Osnabrück vor knapp zwei Jahren vor die Wahl stellte, U21 oder was anderes, hat ihn Christopher Kemper, ein Kumpel aus Preußen-Zeiten, auf die Sport-Scholarships aufmerksam gemacht. „Ich musste mir einfach überlegen, was für mich im Fußball noch möglich sein könnte. Mit Glück vielleicht Dritte Liga oder Regionalliga. Geld würde ich mit dem Fußball wohl nicht verdienen können“, hat sich der damals 19-Jährige Gedanken gemacht, wie es weitergehen soll. Dass er das Abitur geschafft hat und studieren kann, verdankt er unter anderem dem Eingreifen seiner Eltern, die ihn in seiner Zeit bei Twente Enschede (zur Schule ging Lukas in Ahaus aufs Hegius-Gymnasium) wieder in die richtige Spur gebracht haben. „Er hatte sechsmal die Woche Training, auch morgens, und hatte schnell einige Lücken aufzuweisen. Und Twente hat ihn mehr oder weniger vor die Alternative gestellt, entweder Fußball oder Schule“, erinnert sich Vater Klaus. „Die Schule darf nicht auf der Strecke bleiben, haben meine Eltern gesagt“, sieht Lukas heute ein, dass diese Entscheidung richtig war.

In den USA, wo er von der Finanzierung seines Studiums bis hin zu Wohnung und Auto zusätzlich ein Taschengeld zum Leben bekommt, fühlt er sich wohl. „Studium und Sport unter einen Hut zu bringen, ist nicht ganz leicht. Man muss die richtige Balance zwischen Fußball und Uni finden. Aber es läuft ganz gut. Natürlich haben wir häufig Training und Auswärtsspiele. Das kostet Zeit.“ Denn die sind nicht mal eben um die Ecke. Die Distanzen in den Staaten sind andere als hier. „Da fliegen wir mit dem Flugzeug hin.“

Dreieinhalb Monate im Jahr schafft er es, sich in Deutschland aufzuhalten. Die Saison in den Staaten dauert von August bis August und beinhaltet 20 Pflichtspiele, jeweils montags und samstags. Hinzu kommen noch Test- und Freundschaftsspiele. Trotzdem bleibt in Deutschland immer noch nicht viel Zeit für soziale Kontakte, denn es gibt da ja auch die Knappenschule des FC Schalke. „Marco Fladrich, mein ehemaliger Trainer, hat mich angesprochen, ob ich nicht mitarbeiten will“, so Sommer, für den sich nach dem Studium erneut die Frage stellt: Was nun? Sommer: „Mal schauen, welche Möglichkeiten sich bieten.“

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