Triathlon: Hawaii-Ironman 2017
Aufgeben war für Petra Stöppler nie eine Option

Borghorst -

Normalerweise braucht Petra Stöppler für die Ultradistanz im Triathlon ungefähr zwölfeinhalb Stunden. Ihre Bestzeit, allerdings in Frankfurt aufgestellt, liegt bei zehn Stunden. In Hawaii am 14. Oktober war diesmal alles anders. Aber das hatte seine Gründe.

Dienstag, 24.10.2017, 16:10 Uhr

Da war die Welt noch in Ordnung für Petra Stöppler: Vor dem Start hatte die Borghorsterin, die bis vier Tage zuvor noch krank war, keine Probleme. Erst beim Marathon, der letzten Disziplin des Hawaii-Triathlons, wurde es haarig.
Da war die Welt noch in Ordnung für Petra Stöppler: Vor dem Start hatte die Borghorsterin, die bis vier Tage zuvor noch krank war, keine Probleme. Erst beim Marathon, der letzten Disziplin des Hawaii-Triathlons, wurde es haarig. Foto: privat

Hawaii 2017 – das war ein ganz besonderer Wettkampf in der Geschichte des Ironman-Triathlons. Patrick Lange aus Hessen hat in neuer Rekordzeit gewonnen, Tagesschausprecher Thorsten Schröder ist durchgekommen, Jan Frodeno hat sich ins Ziel gequält und die Borghorsterin Petra Stöpp­ler , zum zweiten Mal auf Hawaii dabei, hat den längsten Marathon ihres Lebens hingelegt.

Fast 15 Stunden (14:57:57) hat die ansonsten deutlich schnellere Triathletin für die 3,8 Kilometer Schwimmen im offenen Meer, 180 Kilometer auf dem Rad durch die Lavawüste von Hawaii und den anschließenden Marathon (42,195) gebraucht. Nur zum Vergleich: 2012 hatte Stöppler ihr Debüt auf der Insel und finishte in 12:40 Stunden, war also fast zweieinhalb Stunden schneller als am 14. Oktober 2017. Ihre Bestzeit über die Langdistanz, aufgestellt beim Ironman in Frankfurt, liegt bei 10:48 Stunden.

Die „Verzögerung“ auf Hawaii hatte allerdings ihren Grund: „Lustig ist das ja nie dort. Aber dieses Mal war ich bis drei Tage vor dem Wettkampf krank. Ich hatte eine Darminfektion mit Fieber“, berichtet die 51-Jährige. Ärztliche Behandlung, Bettruhe und Elektrolyte haben sie wieder auf die Beine gebracht, sodass sie vier Tage vor dem Start wieder leicht trainieren konnte. „Nicht zu starten oder aufzugeben waren nie eine Option für mich. Was man anfängt, das bringt man auch zu Ende. Und ich bin froh und dankbar, dass ich in Hawaii starten durfte und ins Ziel gekommen bin. Ich musste halt das Beste daraus machen, und bin keineswegs enttäuscht. Man weiß nie, was in Hawaii am Ende dabei heraus kommt. Hawaii hat seine eigenen Gesetze“, sagt die Borghorsterin ohne Wehmut.

Das Schwimmen in 1:09 Stunden war für sie im üblichen Zeitrahmen, auf dem Rad hat sie sich – trotz Wind und Hitze – mit 6:32 Stunden sogar leicht verbessert. Aber dann kam der Marathon, und der Mann mit dem Hammer schlug ihr in den Magen. „Laufen konnte man das nicht mehr nennen. Das war Walking“, hat Petra Stöppler doppelt so lange wie normal für die 42 Kilometer gebraucht. „Ich konnte ja nicht ahnen, dass ich so lange im Dunkeln spazieren gehen würde“, hat die Borghorsterin trotz aller Qual und den anschließenden Blasen ihren Humor nicht verloren.

Und nun? Ist jetzt Schluss mit Triathlon aufgrund dieser Erfahrung? Keineswegs, die nächste Reise ist schon geplant. In Südafrika will Petra Stöppler im nächsten Jahr in Port Elizabeth eine Mitteldistanz in Angriff nehmen. Und dann am liebsten ohne Infekt.

Ich bin froh und dankbar, dass ich in Hawaii starten durfte und ins Ziel gekommen bin.

Petra Stöppler
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