TuS Altenberge: Studenten, Azubis und Flüchtlinge bei „Vierter“
Integration gelingt spielend

Altenberge -

Die in der Kreisliga C spielende „Vierte“ des TuS Altenberge hat im Verein ein Alleinstellungsmerkmal. Studenten, Azubis und Flüchtlinge aus dem Kosovo, Irak, Syrien und Nigeria bilden ein Team, in dem auch Integration „spielend“ praktiziert wird.

Mittwoch, 14.03.2018, 13:03 Uhr

Praktizierte Integration: die „Vierte“ des TuS Altenberge mit (obere Reihe, von li.) Patrijot Sukoj, Kai Brüning, Besfor Cekaj, Simon Hammer, Dimitrij Braun (Trainer) sowie (untere Reihe, von li.) Dennis Schöpker, Joky Jakob, Alan Issa, Lennard Peterkord
Praktizierte Integration: die „Vierte“ des TuS Altenberge mit (obere Reihe, von li.) Patrijot Sukoj, Kai Brüning, Besfor Cekaj, Simon Hammer, Dimitrij Braun (Trainer) sowie (untere Reihe, von li.) Dennis Schöpker, Joky Jakob, Alan Issa, Lennard Peterkord Foto: Oliver Wilmer

Am „Sportpark Großer Berg“ in Altenberge beleuchtet Flutlicht einen Kunstrasenplatz. Jeden Freitag ab 19.30 Uhr stehen etwa zehn Männer im Kreis und spielen sich einen Ball zu, während zwei weitere in der Mitte versuchen, diesen zu gewinnen. Unter den lachenden Spielern befinden sich fünf Deutsche. Die Übrigen stammen aus dem Kosovo, Irak, Nigeria oder Syrien. Dass die Akteure aus unterschiedlichen Ländern stammen, schadet der Chemie allerdings nicht.

Übungen werden oft mehrfach erklärt, notfalls auch auf Englisch; denn die vierte Mannschaft des TuS Altenberge ist keine wie jede andere. Für die Mixtur aus Studenten, Azubis und Flüchtlingen steht nicht der Erfolg, sondern der Spaß am Fußball im Vordergrund. „Wir sind heilfroh über jeden einzelnen. Ohne sie könnten wir kein Team stellen.“, erklärt Dimitrij Braun, Trainer der sogenannten ‚Vierten‘. Doch die Asylbewerber sind keinesfalls Mittel zum Zweck, sondern Spieler in einem Teamgefüge.

Welche Integrationsarbeit die deutschen Spieler dabei leisten, ist diesen scheinbar ungewiss; denn sie selbst wollen, genau wie die Flüchtlinge, „einfach nur kicken“, ergänzt der Coach. Die Migranten selbst ziehen Profit daraus, Teil des Teams zu sein: „Der Fußball hat geholfen, andere Menschen kennen zu lernen und die deutsche Sprache besser zu beherrschen“, erzählt Adel Khodeda zufrieden.

Als die Terrormiliz IS 2014 sein Heimatdorf überfiel, musste er mit ansehen, wie Familienangehörige erschossen, verschleppt oder geköpft wurden. Anschließend trennte der Krieg ihn und seinen kleinen Bruder von dem Rest der Familie. Die beiden flüchteten zu Fuß in die Türkei. Seit August 2015 lebt der 19-Jährige in Deutschland und ist glücklich, dass er jetzt mit friedlichen Menschen zusammen leben und in eine positive Zukunft blicken kann.

Mittlerweile besucht Adel Khodeda die Technische Schule des Kreises Steinfurt und wohnt mit seinem Bruder in einer eigenen Wohnung in Altenberge. Integration gelingt in der „Vierten“ spielend.

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