Leichtathletik: Marcel Reisch
Für Marcel Reisch ist die Welt eine (Diskus)-Scheibe

Horstmar/Laer -

Marcel Reisch liebt es, den Diskus fliegen zu sehen. Und wenn er wirft, dann ist die Scheibe lange in der Luft. Wie zuletzt bei der Deutschen Meisterschaft in Wattenscheid, als der 15-Jähriger in seiner Altersklasse die Deutsche Meisterschaft gewann. Was der Laerer sportlich noch so alles vor hat, verrät er in einem Interview.

Mittwoch, 29.08.2018, 15:04 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 29.08.2018, 15:04 Uhr
Marcel Reisch hat in Wattenscheid zum sportlichen Höhenflug angesetzt. Abseits des Wurfkreises bleibt der 15-jährige Laerer jedoch ganz bodenständig.
Marcel Reisch hat in Wattenscheid zum sportlichen Höhenflug angesetzt. Abseits des Wurfkreises bleibt der 15-jährige Laerer jedoch ganz bodenständig. Foto: Marc Brenzel

In den Geschichtsbüchern der Deutschen Leichtathletik hat sich Marcel Reisch schon verewigt. Im Wattenscheider Lohrheidestadion gewann der Diskuswerfer aus Laer die Deutsche Meisterschaft der U-16-Junioren. Im Gespräch mit WN-Sportredakteur Marc Brenzel berichtet der für Germania Horstmar startende Reisch über seinen bisherigen sportlichen Werdegang und seine Ziele.

Marcel, wie fühlt es sich an, Deutscher Meister zu sein?

Marcel Reisch: Nicht anders als vorher auch. Natürlich freut es mich, dass ich gewonnen habe, aber ich bin kein Typ, der deswegen ständig durch die Gegend hüpft.

Wie hast Du den Wettkampf miterlebt? Warst Du im Finale nervös?

Reisch: Nein, von den Finalteilnehmern brachte ich ja lediglich die siebtbeste Weite mit. Von daher hatte ich nichts zu verlieren und konnte nur überraschen.

Das ist Dir mit der neuen persönlichen Bestweite von 58,66 Metern ja auch gelungen. Wieso eigentlich Diskus? Du hast gar nicht die Figur, die man so von den Harting-Brüdern her kennt.

Reisch: Ich muss mit meinen 15 Jahren ja auch noch nicht so aussehen wie die Hartings. Dafür habe ich noch ein paar Jahre. Momentan wiege ich 80 Kilo, wenn ich später Erfolg habe möchte, muss ich mich so auf 110 Kilo steigern.

Also viel in den Kraftraum gehen?

Reisch: Genau, aber dabei bin ich eigentlich mehr der Wettkampf- als der Trainingstyp. Gerade die Wintermonate können sehr hart werden.

Wie oft trainierst Du in der Woche?

Reisch: Sechs Mal. Zwei Einheiten am Stützpunkt in Münster mit Thomas Brack, vier Einheiten in Horstmar mit Fenja Gude und Anke Tschache. Sonntags ist frei.

Noch mal zurück zur Frage, warum Du Diskuswerfer geworden bist.

Reisch: Ich bin als Fußballer beim TuS Laer angefangen, bevor mich Arnim Vossenberg zur Leichtathletik gebracht hat. Eigentlich wollte ich Speerwerfer werden, aber mit dem Diskus läuft es besser.

Du bist in Deiner Altersklasse ja auch amtierender Westfalenmeister mit dem Speer. Verfolgst Du diese Disziplin weiter oder musst Du Dich jetzt spezialisieren?

Reisch: Ich konzentriere mich auf den Diskus.

Welcher Wettkampf steht denn als nächstes auf dem Plan?

Reisch: Am Wochenende der Vergleichswettkampf Nordrhein-Westfalen gegen die Niederlande in Münster.

Welche Ziele verfolgst Du mittelfristig beziehungsweise langfristig?

Reisch: In der kommenden Saison wechsele ich in die U 18. Da wird statt mit einem ein Kilo schweren Diskus mit einer 1,5 Kilo schweren Scheibe geworfen. Also kommt es erstmal darauf an, dass ich mich umstelle und daran gewöhne. Langfristig würde ich mir wünschen, vielleicht mal bei den Olympischen Spielen starten zu dürfen.

Gestern hat die Schule wieder begonnen. Wie geht es da weiter?

Reisch: Ich bin jetzt in die zehnte Klasse der Realschule in Borghorst gekommen. Im nächsten Sommer würde ich gerne an die NRW-Sportschule am Pascal-Gymnasium nach Münster wechseln.

Welche Hobbys hast Du noch neben der Leichtathletik?

Reisch: Als Ausgleichssport spiele ich ein bisschen Badminton, zudem Fußball mit Freunden. Ich bin Fan von Dynamo Dresden. Das Problem ist, dass ich dafür wegen des Trainings aber nicht so viel Zeit habe.

Musst Du Dich als Leistungssportler eigentlich bei Deiner Ernährung stark einschränken?

Reisch: Nein, ich darf alles essen, was ich möchte. Nur Schokolade sollte es nicht zu oft sein. Aber ich denke, das gilt wohl für jeden.

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