Darts: Die Internationale Deutsche Meisterschaft in Borghorst
Bundestrainer Axel Krauss: „Auch Darter müssen körperlich fit sein“

Borghorst -

Seit September ist Axel Krauss der erste hauptamtliche Bundestrainer in der Geschichte des Deutschen Dart-Verbandes (DDV). Daher war für den Münchner ein Besuch der Internationalen Meisterschaften in Borghorst Pflicht. Der ehemalige Bundesliga-Turner weiß, dass es in Deutschland künftig eines ganz besonders braucht: gut ausgebildete Trainer.

Montag, 21.01.2019, 16:24 Uhr aktualisiert: 22.01.2019, 19:39 Uhr
Axel Krauss ist der erste hauptamtliche Bundestrainer in der 36-jährigen Geschichte des Deutschen Dart-Verbandes.
Axel Krauss ist der erste hauptamtliche Bundestrainer in der 36-jährigen Geschichte des Deutschen Dart-Verbandes. Foto: Thomas Strack

Der Jogi Löw des deutschen Darts heißt Axel Krauss , ist 50 Jahre alt und kommt aus München. Seit September ist Krauss der erste hauptamtliche Bundestrainer in der Geschichte des Deutschen Dart-Verbandes (DDV). Auf seiner Agenda hat der ehemalige Bundesliga-Turner viele Punkte stehen. Was ihm besonders am Herzen liegt, verriet der Nationaltrainer WN-Sportredakteur Marc Brenzel während der Internationalen Deutschen Meisterschaften in Borghorst.

Herr Kraus, Sie sind nach Borghorst gekommen, um sich ein genaues Bild davon zu machen, wer ein Kandidat für die Nationalmannschaft sein könnte. Worauf achten Sie da im Detail?

Axel Krauss: Im Mittelpunkt stehen Technik, Taktik und das Verhalten am Board. Also, wie die Spieler in Drucksituationen reagieren und wie sie sich im Sinne des Fair-Play benehmen.

Die Besten werden dann analog zu anderen Sportarten zu Lehrgängen eingeladen?

Krauss: Genau. Dort wird dann zum Beispiel an der Taktik gefeilt, aber auch an Kraft, Stabilität und Kondition. Auch Darter müssen körperlich fit sein. Spiele können schließlich schon mal eine Stunde bis 90 Minuten dauern.

Wer schafft es in die Nationalmannschaft? Welche Kriterien gibt es?

Krauss: Wir sind da gerade im Umbau. Bislang war es so, dass nur die, die bei den Ranglistenturnieren des DDV die meisten Punkte erzielt haben, in die Nationalmannschaft kommen. Von dieser Regel profitieren nicht zwangsläufig die Besten, sondern die, die am meisten spielen. Das ist unfair gegenüber denen, die bei Turnieren nicht antreten können, weil sie zum Beispiel an den Wochenenden arbeiten müssen. Es handelt sich ja um Amateure. Wir stellen uns vor, dass unter anderem die Ergebnisse aus der Bundesliga ein Kriterium für die Nominierung sein sollten.

Sie sind nicht nur Bundestrainer, sondern auch Ausbildungsbeauftragter. Welche Ziele verfolgen Sie in dieser Funktion?

Krauss: Wir brauchen ausgebildete Trainer. Viele Spieler haben sich das Darten do-it-yourself beigebracht. Die Technik kann also noch verbessert werden. Es ist ja so: Auch mit einer schlechten Technik kann man treffen, aber auf die Dauer einer Saison oder eines langen Turniers setzt sich immer eine gute Technik durch.

Zuletzt haben vier Deutsche bei der PDC-Weltmeisterschaft in London gespielt. So viele wie noch nie. Ist das auf den Darts-Boom bei uns zurückzuführen?

Krauss: Darts boomt enorm, aber wir hatten eigentlich schon immer gute Spieler, die international bei großen Turnieren dabei waren. Nur hat davon niemand Notiz genommen, weil nicht darüber berichtet wurde.

Welche wichtigen Turniere stehen für die Nationalmannschaft in Kürze an?

Krauss: Anfang Februar die Dutch Open. Leider weiß ich jetzt schon, dass ich eine Spielerin nicht mitnehmen kann, weil sie keinen Urlaub bekommt. Da könnte ich graue Haare bekommen, wenn ich noch welche hätte.

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