Junioren-Fußball: Änderungen geplant
Revolution im Kinderfußball

Kreis Steinfurt -

Kleinere Mannschaften, mit oder ohne Torwart? Mehr Ballkontakte, weniger auf der Bank sitzen? Der DFB will die kleinen Kicker mehr ins Spiel einbinden.

Mittwoch, 17.04.2019, 05:00 Uhr aktualisiert: 17.04.2019, 10:21 Uhr
Drei Jungs, ein Team – das ist genau das, was sich der Bayrische Fußballverband vorstellt. Gut möglich, dass diese Philosophie in absehbarer Zeit auch im Kreis Steinfurt umgesetzt wird.
Drei Jungs, ein Team – das ist genau das, was sich der Bayrische Fußballverband vorstellt. Gut möglich, dass diese Philosophie in absehbarer Zeit auch im Kreis Steinfurt umgesetzt wird. Foto: Jan Gudorf

Der Deutsche Fußballbund ( DFB ) plant grundlegende Veränderungen im Kinderfußball. Die G- und F-Junioren sollen künftig nur noch Drei-gegen-drei auf Minitore kicken, die E-Junioren Fünf-gegen-fünf. Alles ohne Torwart und auf einem Kleinfeld von etwa 25 Mal 30 Metern. Statt Ligen gibt es Turniere.

Vorreiter ist der Bayrische Fußballverband, in dessen Spielbetrieb die neuen Regeln ab dem 1. Juli erstmal auf freiwilliger Basis greifen sollen. Als Vorteile des neuen Modells werden eine bessere fußballerische Ausbildung und eine niedrigere Drop-Out-Quote angeführt. Die Rechnung: weniger Spieler, mehr Ballaktionen und eine bessere Förderung der Individualität. Zudem kommen alle Kinder zum Zug. Die weniger Starken verlieren nicht den Spaß und bleiben dem Sport länger erhalten. Laut Studien verlassen aktuell rund die Hälfte der Leistungsschwächeren auf dem Weg bis zur U 19 den Fußball.

„Noch in den Kinderschuhen“

„Die Bayern sind immer schnell mit dabei, wenn es um Neues geht. Aber auch bei uns in Westfalen ist das Thema ganz frisch“, erklärt Heinz-Gerhard Hüweler . Als Vorsitzender des Jugendausschusses des Fußballkreises Steinfurt ist der Burgsteinfurter am Puls der Zeit – sowohl vor Ort als auch beim Verbandsjugendausschuss in Kaiserau.

Ich weiß nicht, ob das jeder Verein stemmen kann.

Heinz-Gerhard Hüweler, Vorsitzender des Jugendausschusses des Fußballkreises Steinfurt

Prinzipiell sei er ein Befürworter des „bayrischen Modells“, doch Hüweler prognostiziert auch Probleme in der Umsetzung: „Bisher wurde Sieben-gegen-sieben auf einem Feld spielt. Jetzt soll es in Turnierform Drei-gegen-drei auf parallelen Feldern weitergehen. Das erfordert mehr Platz sowie mehr Trainer und Betreuer. Ich weiß nicht, ob das jeder Verein stemmen kann. Aber mal abwarten, noch steckt ja alles in den Kinderschuhen.“

Wie einst Manuel Neuer

Bei Michael Schomann fallen die geplanten Neuerungen auf fruchtbaren Boden. Für den Trainer der U-13-Kreisauswahl ist die Reduzierung der Teamstärke ein fast schon logischer Schritt. „Man muss doch nur mal über die Grenze gucken. In Holland und Belgien gibt es das schon lange.“

Und auch den Verzicht auf einen Torwart findet der Ochtruper überhaupt nicht tragisch: „Mit persönlich ist es früh genug, wenn sich die Jungs im ersten D-Jugendjahr spezialisieren. Manuel Neuer hat schließlich auch lange auf dem Feld gespielt.“

An der Basis arbeitet Peter Oeinck, der sich in Ochtrup seit 1993 um die Minis kümmert – erst beim SC Arminia, mittlerweile beim neugegründeten FSV. Er hoffe, dass das jetzt nicht schon wieder „so ein Experiment“ sei. „Ich habe mich schon vor Jahren für eine Verkleinerung der Teams ausgesprochen“, berichtet Oeinck. „Aber alles bitte in Wettkampfform. Schade finde ich nur, dass in den jüngeren Altersklassen ein Torwart wegfallen soll. Ich würde es begrüßen, wenn sich die Jungen und Mädchen schon früh auf allen Positionen ausprobieren könnten.“

Flächendeckendes Konzept zur nächsten Saison

Der DFB möchte zur neuen Spielzeit ein flächendeckendes Konzept vorstellen. Die Oberen aus Frankfurt legen dabei aber Wert darauf, dass der Kinderfußball in der Hand der Landesverbände und Clubs bleibt. „Verbandsjugendausschuss und Beirat bringen das Thema bei der nächsten Sitzung wieder auf den Tisch“, weiß Hüweler. „Mit einer Umsetzung wird das aber wohl erst ab der Saison 2020/21 was. Wir Westfalen stehen Neuem ja eher skeptisch gegenüber. Das ist unsere Mentalität.“

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