Fußball: Bezirksliga
Bleibt Germania Horstmar Bezirksligist?

Horstmar -

Sportlich ist Germania Horstmar auf bestem Wege, den Klassenerhalt in der Bezirksliga 12 zu bewerkstelligen. Fraglich ist nur, ob die Horstmarer das Spielrecht in der kommenden Saison auch wahrnehmen. Derzeit wägen die Verantwortlichen ab, ob es Sinn macht, angesichts des sich abzeichnenden personellen Aderlasses in der ersten überkreislichen Spielklasse anzutreten.

Mittwoch, 08.05.2019, 15:38 Uhr aktualisiert: 08.05.2019, 16:55 Uhr
Der TuS Germania Horstmar übt den Schulterschluss: Diese verschworene Gemeinschaft muss jetzt darüber entscheiden, ob sie sich ein weiteres Jahr in der Bezirksliga zutraut oder ob es mehr Sinn macht, sich freiwillig in die Kreisliga A zurückzuziehen.
Der TuS Germania Horstmar übt den Schulterschluss: Diese verschworene Gemeinschaft muss jetzt darüber entscheiden, ob sie sich ein weiteres Jahr in der Bezirksliga zutraut oder ob es mehr Sinn macht, sich freiwillig in die Kreisliga A zurückzuziehen. Foto: Jan Gudorf

Sportlich ist der TuS Germania Horstmar auf bestem Wege, den Klassenerhalt in der Fußball-Bezirksliga zu bewerkstelligen. Drei Spieltage vor Saisonende beträgt der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz fünf Punkte. Die Frage, die im Raume steht, lautet: Werden die Horstmarer im Falle des Klassenerhalts auch in der kommenden Saison in der ersten überkreislichen Spielklasse antreten? Matthias Wernsmann , Vorsitzender der Fachschaft Fußball im TuS Germania, gibt eine klare Antwort: „Das entscheidet einzig und allein die Mannschaft.“

Wernsmann bestätigt in diesem Zusammenhang, dass er sich mit seinen Vorstandskollegen mit dem Thema eines möglichen Rückzuges aus der Bezirksliga beschäftigt. „Es gibt diese Überlegungen, und es wäre fatal, sich nicht damit auseinanderzusetzen.“

Angesichts der sich abzeichnenden Abgänge von Leistungsträgern wie Kevin und Dennis Behn, Felix Oepping, Tim Hellenkamp, Sebastian Wehrmann sowie Sven Meckelholt stellt sich den Verantwortlichen die Frage, inwieweit die Mannschaft in der kommenden Saison überhaupt bezirksligatauglich wäre. Zumal nicht ausgeschlossen ist, dass weitere personelle Aderlässe zu verkraften sind. „Die Mannschaft muss entscheiden, ob sie sich unter diesen Umständen ein weiteres Jahr in der Bezirksliga zutraut“, bekräftigt Wernsmann.

Ein wesentlicher Faktor dieses Entscheidungsprozesses ist Zeit. Denn sollten die Horstmarer bis zum letzten Saisonspieltag ihren Rückzug in die Kreisliga A verkünden, dann wäre der TuS Germania erster Absteiger, und neben Horstmar, Teuto Riesenbeck sowie Preußen Lengerich müsste nur noch ein weiterer Club die Klasse verlassen. Fiele die Entscheidung später, gäbe es insgesamt fünf Absteiger (die vier Tabellenletzten plus Germania).

Die Zeit drängt auch deshalb, weil Horstmars Entscheidung Auswirkungen auf den Abstieg in den Steinfurter Kreisligen hat. Sollte sich Germania zurückziehen, müssten in der A-Ligen drei statt zwei Mannschaften absteigen. Vor allem Matellia Metelen zittert als Drittletzter der A-Liga angesichts seines hammerharten Restprogramms mächtig. Auch Westfalia Leer ist als Viertletzter noch nicht aus dem Schneider.

Vor dem Hintergrund der vereinsübergreifenden Kooperation zwischen den beiden Horstmarer Vereinen TuS Germania und Westfalia Leer erhält das Thema zusätzliche Brisanz. Schon seit den 1990er Jahren sind beide Clubs im Jugendbereich eng miteinander verbandelt. Daraus ging später die Jugendspielgemeinschaft (JSG) Horstmar-Leer hervor. Auch mit Blick auf diese Beziehung kündigt Wernsmann eine zeitnahe Entscheidung an: „Eine Tendenz kann ich zwar noch nicht liefern, aber noch in dieser Woche werden wir mit Westfalia darüber reden.“

Ein weiterer Hinweis des Horstmarer Fachschaftsvorsitzenden lässt darauf schließen, dass die Entscheidung über einen möglichen Rückzug aus der Bezirksliga noch vor dem letzten Saisonspieltag, vielleicht schon in der kommenden Woche fällt. Eingebunden wird auch Trainer Bernd Borgmann, der am 1. Juli die Nachfolge von André Rodine antritt. „Mit ihm findet in der kommenden Woche ein Gespräch statt. Vielleicht wissen wir dann schon mehr“, erklärt Wernsmann.

Kommentar zum möglichen Rückzug aus der Liga

Mit offenen Karten

Es hat immer einen Beigeschmack, wenn ein Verein sein sportliches Schicksal außerhalb des Spielfeldes bestimmt. Es wäre jedoch anmaßend, sich in die Belange des TuS Germania einzumischen oder einen möglichen Rückzug der ersten Fußballmannschaft aus der Bezirksliga gar moralisch zu bewerten. Außenstehenden verbietet sich das allein deshalb, weil die Interna nur diejenigen kennen, die sich damit beschäftigen. Und das sind die Vereinsvertreter.

Von den Kreisligisten, die im Fall eines Horstmarer Rückzuges absteigen müssten, darf man keinen Beifall erwarten. Wahrnehmbar ist freilich, dass sich Germania bemüht, mit offenen Karten zu spielen und die Entscheidung in dieser sensiblen Angelegenheit nicht auf die lange Bank zu schieben. Das ist aber auch das Mindeste, was die leidtragenden Vereine von den Horstmarern erwarten dürfen.

von Heiner Gerull

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