Fußball: Bezirksliga 12
Gemeinsames Duschen beim SV Wilmsberg

Borghorst -

Beim SV Wilmsberg besitzen die Duschen den Charme der Endsiebziger, so alt sind sie schon. Die Erneuerung steht auf der Agenda, wann ist unklar. Eine Besonderheit, die aber nicht unüblich ist, zeichnet sie noch heute aus: Es gibt nur eine Dusche für alle Mannschaften.

Dienstag, 08.10.2019, 17:20 Uhr aktualisiert: 09.10.2019, 12:50 Uhr
Der Kabinentrakt des SV Wilmsberg stammt aus dem Jahr 1979 und ist mittlerweile 40 Jahre alt. Bis heute gibt es nur eine gemeinsame (Großraum)Dusche für beide Mannschaften. Laut Marco Nienhaus (kl. Bild) und anderer Spieler war das nie ein Problem.
Der Kabinentrakt des SV Wilmsberg stammt aus dem Jahr 1979 und ist mittlerweile 40 Jahre alt. Bis heute gibt es nur eine gemeinsame (Großraum)Dusche für beide Mannschaften. Laut Marco Nienhaus (kl. Bild) und anderer Spieler war das nie ein Problem. Foto: gs

Die Duschen im Wilmsberger Waldstadion sind in die Jahre gekommen. Der gesamte Kabinentrakt ist vier Jahrzehnte alt und stammt aus dem Jahre 1979. Hier und dort wurde zwischenzeitlich ein wenig renoviert, zum Beispiel hat die Umkleidemöglichkeit der Schiedsrichter eine neue Dusche bekommen. Aber ansonsten ist das Meiste noch originalgetreu. Ganz oben auf der Agenda des SVW steht die Renovierung der Duschen. Erst im vorigen Jahr wurde das Gelände, wie Klaus Brüning vom Vorstand der Piggen erklärt, auf 20 Jahre weiter gepachtet. Fördergelder für die Renovierung sind beantragt, und die Wilmsberger wollen auch gerne selber mit Hand anlegen. „Nur das Geld haben wir natürlich nicht“, übersteigen die Kosten, so Brüning, das Budget der Piggen-Kasse.

Das Besondere an den Duschen im Piggenland ist, dass sie nicht nach Heim und Gast getrennt sind. Mit anderen Worten: Sieger und Verlierer müssen nach dem Spiel gemeinsam unter den Brausestrahl – was es heutzutage eigentlich nirgendwo mehr gibt.

„Nach dem Spiel sollte, was auf dem Platz geschehen ist, vergessen sein. Insofern habe ich keine negativen Erinnerungen an das gemeinsame Duschen. Außerdem haben wir zu dem Zeitpunkt, als die Duschen gerade neu waren, ja sowieso meistens gewonnen und haben als Letzte geduscht“, erinnert sich Thorsten Bäumer, der in der Saison 1984/85 zu den Senioren stieß. In der alten Schalker Glückauf-Kampfbahn habe er schon wesentlich schlechtere Duschen genossen als die in Wilmsberg heute.

Auch Marco Nienhaus , ehemals Spieler der Ersten und später Trainer der Reserve, weiß noch, dass „es auch mal kaltes Wasser gab. Die Duschen hatten früher einen Boiler, der konnte nur eine bestimmte Litermenge an Wasser erhitzen. Wenn man drunter stand, gab es ja nur zwei Möglichkeiten: an oder aus. Die Temperatur wurde zentral geregelt.“ An Probleme oder Streitereien mit gegnerischen Teams hatte auch Nienhaus keine Erinnerung. „Die auswärtigen Spieler wollten ja meist schnell nach Hause, wir haben erst noch ein Bier getrunken“, sagt Nienhaus.

Dass es bei einigen Vereinen eine Dusche für alle gibt, ist laut Nordwaldes Coach Bernd sogar Hahn keine Seltenheit: „Das hatten wir in Nordwalde am alten Stadion auch noch. Wenn der Kessel leer war, hatte man Pech und musste kalt duschen. Was auch Vorteile hatte, dann können sich beide Mannschaften wieder abkühlen. Die Einheimischen sind dann nach Hause gefahren und haben dort geduscht. Die Spieler der Gastmannschaft mussten ja hier unter die Dusche.“ In Weiner, auf der alten Sportanlage, wäre es ein Stall gewesen, erinnert sich Hahn, in dem sich die Spieler umziehen mussten. „Dazu musste man aber erst über die Straße gehen“, lagen Sportplatz und Kabinen durchaus nicht beieinander.

Streitigkeiten habe es unter der Dusche – sei es ums warme Wasser oder weil man verloren hatte – nie gegeben, sagt Hahn, der Ende der 1980er Jahre sowohl als Spieler als auch als Trainer in Wilmsberg tätig war. „Wenn wir verloren hatten, was ja nicht so oft vorkam, haben wir den Gegner zuerst duschen lassen“, standen die Aktiven in Grün und Weiß mit dem Hattric-Logo auf der Brust lange noch vor den Kabinen und tranken ein Bier.

Eine gemeinsame Dusche hatten wir in Nordwalde am alten Stadion auch noch.

Bernd Hahn
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