Darts: WM in London/2. Liga
Der „Bieber“ des DT Steinfurt tippt auf Gerwyn Price

Steinfurt -

Manfred Bilderl ist der erfolgreichste Spieler des Darts-Zweitligisten DT Steinfurt 16. Der „Bieber“ mischt national bei den ganz Großen mit. Wer der neue Weltmeister wird – darauf hat sich der 52-Jährige schon festgelegt.

Mittwoch, 11.12.2019, 17:02 Uhr
Manfred Bilderl vom Zweitligisten DT Steinfurt gehört zu den besten deutschen Dartsspielern. Im Viertelfinale der Super League verlor er hauchdünn gegen WM-Teilnehmer Nico Kurz.
Manfred Bilderl vom Zweitligisten DT Steinfurt gehört zu den besten deutschen Dartsspielern. Im Viertelfinale der Super League verlor er hauchdünn gegen WM-Teilnehmer Nico Kurz. Foto: privat

Jedes Jahr Ende Dezember rücken die Darts-Spieler in den Mittelpunkt des Interesses. Ihre Weltmeisterschaft im Londoner Alexandra Palace beginnt am Freitag, endet am 1. Januar und wird wieder Millionen Deutsche vor die Bildschirme locken. Viel hat nicht gefehlt, und Manfred Bilderl hätte im „Ally Pally“ auf der Bühne gestanden, die in seiner Sportart die Welt bedeutet. Mit dem 52-jährigen Akteur vom Zweitligisten DT Steinfurt, in der abgelaufenen Saison 138. der Weltrangliste, sprach WN-Sportredakteur Marc Brenzel über die bevorstehenden Titelkämpfe, die Entwicklung des Darts in Deutschland und über den DT Steinfurt.

Herr Bilderl, Sie darten in der Super League Darts Germany, in der die besten 16 Deutschen starten und ein Ticket für die WM in London ausspielen. Das hätten auch Sie gewinnen können, oder?

Manfred Bilderl: Im Viertelfinale hatte ich gegen Nico Kurz, der nach der Vorrunde topgesetzt war, einen Matchdart. Die Doppel 20 habe ich leider verfehlt, und Nico hat mich dann doch noch besiegt. Am Ende hat er das Turnier gewonnen und sich für London qualifiziert.

Mit Nico Kurz, Max Hopp und Gabriel Clemens nehmen drei Deutsche an der WM teil. Wem trauen Sie am meisten zu?

Bilderl: Gaga (Gabriel Clemens, d. Red.) spielt momentan für mich das beste Darts in Deutschland. Ihm traue ich am meisten zu. Vielleicht sogar das Achtelfinale. Gewinnt er sein Erstrundenmatch, dann würde es zum Duell mit Max kommen.

Und wer wird am 1. Januar Weltmeister?

Bilderl: Ganz schwer zu sagen. Für mich gibt es nicht den klaren Favoriten. Der Abstand zwischen den Topleuten und der zweiten und dritten Garde ist nicht mehr so groß wie früher. Da hat sich viel getan. Titelverteidiger Michael van Gerwen liegt der Modus, der bei der WM gespielt wird, nicht so. Aber er gehört neben Gerwyn Price, Michael Smith oder Gary Anderson zu meinen Favoriten.

Haben Sie eigentlich selbst einmal im berühmten Ally Pally gespielt?

Bilderl: Nein, aber im E-Darts (Automaten-Dart, d. red.) habe ich schon Hongkong, Shanghai und Las Vegas gespielt. Ich komme ja aus dem E-Darts und bin erst später zum mittlerweile populären Steeldart gekommen.

Wie sind Sie zu dieser Sportart gekommen?

Bilderl: Das war Ende 1994. Da habe ich in einer Videothek – so was gab es damals noch – auf einen Film gewartet. Da stand ein Dartsautomat, an dem ich die Zeit überbrückt habe. Das hat mir so gut gefallen, dass ich dabei geblieben bin.

2016 haben Sie sich für die Super League Darts Germany qualifiziert und gehören damit zu der deutschen Elite. Stimmt es, dass Sie kurz zuvor mit dem Gedanken gespielt hatten, aufzuhören?

Bilderl: Das ist richtig. Schließlich war ich zum damaligen Zeitpunkt schon seit über 20 Jahren im Darts-Zirkus. Aber dann habe ich den Sprung geschafft. Im Quali-Finale damals übrigens gegen Gabriel Clemens.

Wir stufen Sie die Entwicklung des deutschen Dartssports ein? Ist da einer, der mal international den ganz großen Durchbruch schaffen kann?

Bilderl: Bei den Turnieren machen viele Talente auf sich aufmerksam, die vorher keiner kannte und die richtig gutes Darts spielen. Leider fehlen bei uns die Sponsoren, die die Spieler unterstützen. Anreise, Hotelübernachtungen, Verpflegung – Turnierteilnahmen sind eine Kostenfrage. In Deutschland sind – soweit ich es weiß – nur Hopp, Clemens und Martin Schindler Profis.

Warum spielen Sie angesichts Ihrer sportlichen Qualitäten nicht in der Bundesliga?

Bilderl: Als Bundesligaspieler sehe ich es für mich als verpflichtend an, bei jeder Partie dabei zu sein. Das schaffe ich aufgrund von Turnierteilnahmen und den Terminen in der Super League nicht. Beim DT Steinfurt lässt sich das besser verbinden, da bestreite ich maximal nur die Hälfte der Partien.

Bleiben Sie über die Saison hinaus bei den Steinfurtern?

Bilderl: Ja, ich fühle mich hier echt wohl. Es herrscht ein toller Teamgeist in der Truppe.

Ihr Spitzname unter den Dartern lautet „Beaver“. Warum eigentlich?

Bilderl: Bei einem Turnier wurde mein Name per Lautsprecher aufgerufen. Ein Teilnehmer hat „Biberle“ verstanden. Bei Biber – englisch Beaver – ist es geblieben.

Die Frage nach dem neuen Weltmeister haben Sie immer noch nicht beantwortet. Also: Wer wird es?

Bilderl: Dann sage ich: Gerwyn Price.

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