Fußball: Bezirksliga 12
Die Abwehr als Problemfall beim SV Wilmsberg

Borghorst -

Es hätte wahrlich besser laufen können in der Hinserie. Das dem nicht so war, lag nicht allein am Fehlen von Torjäger Alex Hesener, ein Grund mehr war eine instabile Abwehr – findet Trainer Christof Brüggemann.

Freitag, 13.12.2019, 16:00 Uhr aktualisiert: 15.12.2019, 11:28 Uhr
Einer der wenigen Höhepunkt in der Hinserie des SV Wilmsberg (hier Niklas Thoms, M.) war der 2:1-Erfolg im Derby gegen den SV Burgsteinfurt. Größtes Manko in der Hinserie war der Ausfall von Torjäger Alex Hesener (kl. Bild, r.).
Einer der wenigen Höhepunkt in der Hinserie des SV Wilmsberg (hier Niklas Thoms, M.) war der 2:1-Erfolg im Derby gegen den SV Burgsteinfurt. Größtes Manko in der Hinserie war der Ausfall von Torjäger Alex Hesener (kl. Bild, r.) und die löchrige Abwehr. Foto: Thomas Strack

Fußball ist ein Ergebnissport. Es zählt nur, was unterm Strich herauskommt. Weder die Eleganz des Dargebotenen noch die technische Ausführung eines Seitfallziehers werden bewertet. Das Runde muss ins Eckige – das ist alles. Dazu braucht es Spieler, die das beherrschen, den Abschluss nämlich. Beim SV Wilmsberg haben sie so einen Torjäger, doch der lag in dieser Saison in 15 von 16 Spielen auf Eis. Beim 3:1 gegen SG Telgte, im ersten Spiel, musste Alex Hesener verletzt ausgewechselt werden: Diagnose Kreuzbandriss.

Es heißt aber auch: Offensive gewinnt Spiele, Defensive Meisterschaften. Nun hatte der SV Wilmsberg vor der Saison zwar nicht die Meisterschaft als Ziel ausgegeben, aber immerhin Platz eins bis drei. Mit aktuell 22 Punkten aus 16 Spielen (Torverhältnis 32:36) und Rang acht können Christof Brüggemann und sein Team nicht einmal mehr von der Meisterschaft träumen. Nur zum Vergleich: In der vorigen Saison hatten die Piggen – mit Hesener – nach 16 Spielen 33 Punkte und waren Tabellenzweite.

„Unser Problem ist die Abwehr. Der entscheidende Faktor ist, dass wir hinten nicht gut genug gearbeitet haben. Wir haben mit 36 Gegentoren die fünftschlechteste. Daran hätte auch Hesener nichts ändern können. Vielleicht hätten wir vorne ein paar mehr geschossen“, ist die Wurzel des Wilmsberger Übels laut Brüggemann direkt vor Lukas Schröder zu finden.

„Wir haben in vielen Spielen zu sorglos agiert. Da müssen wir in der Rückserie den Hebel ansetzen. Es ist doch bezeichnend, dass wir gegen Telgte sogar vom Torwart einen reinbekommen“, nimmt der Trainer seinen Abwehrverbund in die Pflicht. Sechs Mal haben die Piggen in dieser Saison vier Gegentreffer kassiert. Gegen Greven, Vorwärts Wettringen und TuS Recke sogar in drei Spielen hintereinander.

Erst nach dem Unentschieden gegen Emsdetten 05 (4:4), als Brüggemann selbst auf dem Platz stand und es trotzdem zur Pause 2:1 für die Nullfünfer hieß, ging ein Ruck durch die Mannschaft. Brüggemann habe sich selbst aufgestellt, damit die anderen auch mal merkten, was die Stunde geschlagen habe, dass es so nicht mehr weitergehe. „Danach haben wir das Spiel gedreht und hätten sogar noch gewinnen können“, sagt der Trainer, der das 1:0 erzielt hatte und nach 33 Minuten mit einer Schulterverletzung ausgewechselt werden musste.

Mit Serdar Hizlitürk habe er danach einen „Externen“ geholt, damit der einen anderen Blick auf das Geschehen werfe. Zu dem Zeitpunkt habe sich Brüggemann sogar selbst infrage gestellt: „Erreiche ich die Mannschaft überhaupt noch?“

Hizlitürk saß erstmalig beim 2:1 gegen den SV Burgsteinfurt mit auf der Trainerbank, und siehe da, mit 13 Punkten aus sechs Partien und nur zehn Gegentoren wurde es danach besser. „Selbst gegen Borussia Münster waren wir nicht vier Tore schlechter, aber die haben unsere Fehler gnadenlos ausgenutzt“, so Brüggemann. Die Einstellung habe sich eindeutig geändert. Für den Rest der Saison wolle man nun versuchen, wenigstens noch Platz sechs zu erreichen und „am liebsten vor Burgsteinfurt stehen“, lautet die finale Zielvorstellung des Trainers.

Es ist doch bezeichnend, dass wir gegen Telgte sogar vom Torwart einen reinbekommen.

Christof Brüggemann
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