Verletzungen im Sport
Was hilft bei Schmerzen?

Kreis Steinfurt -

Eisspray oder Salbe? Feste Auftreten oder lieber Schonung? Es gibt zahlreiche Hausmittel und Ratschläge, die bei Verletzungen zu einer Verbesserung führen. Aber was hilft wirklich? Wie sollten akute Verletzungen behandelt werden?

Freitag, 07.02.2020, 16:28 Uhr aktualisiert: 09.02.2020, 13:36 Uhr
Das tut weh, muss aber nicht unbedingt eine Verletzung nach sich ziehen. Lucas Bahlmann vom SV Burgsteinfurt wird im Spiel gegen den SV Dorsten-Hardt unsanft von den Beinen geholt.
Das tut weh, muss aber nicht unbedingt eine Verletzung nach sich ziehen. Lucas Bahlmann vom SV Burgsteinfurt wird im Spiel gegen den SV Dorsten-Hardt unsanft von den Beinen geholt. Foto: Thomas Strack

Egal ob in Steinfurt, Horstmar, Laer, Altenberge oder Nordwalde – wo Sport betrieben wird, kommt es auch zu Verletzungen. Je nach Sportart, mal schlimm, mal leicht. Beim Laufen oder Schwimmen eher weniger, Fußballer oder Handballer laufen schon eher Gefahr, was auf die „Socken“ zu bekommen – wie der Volksmund sagt. Nach einer Erhebung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft ereignete sich von den 1,2 Millionen ambulant behandelten Verletzungen im Jahre 2018 jede dritte beim Fußball. Was natürlich auch darin begründet liegt, dass die meisten Sportler in Deutschland Fußballer sind. Im Jahr 2017 zählte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) sieben Millionen aktive Spieler. 49 Prozent aller Verletzungen ereigneten sich an Muskeln oder Bändern. Zum Glück tragen die Verletzten dabei nur in fünf Prozent aller Fälle bleibende Schäden davon.

„Die erste Maßnahme bei akuten Verletzungen“, sagt Michael Straube , Trainer beim SC Preußen Borghorst und von Beruf Physiotherapeut, „ist Kühlung, je nach Schwere mit einem Druckverband“.

Dr. Stefan Heidl , Orthopäde aus Burgsteinfurt, kann dies nur bestätigen: „Blut ist der größte Widersacher der Sofortbehandlung, hat Dr. Müller-Wohlfahrt mal gesagt. Durch das Kühlen wird die vermehrte Blutzufuhr verhindert, und die Schwellung schreitet nicht so stark voran. Die zweite Sofortmaßnahme wäre hochlagern.“ Weil dadurch ebenfalls weniger Blut an die verletzte Stelle herankommt. „Mit der alten PECH-Regel kann man sich das gut merken: Pause, Eis, Compres­sion, Hochlagern. Eissprays seien eher nicht zu empfehlen, weil „die machen die Haut kaputt“, sagt Heidl.

Ob der Gang zum Arzt nach einer Verletzung erforderlich ist, „muss jeder selbst entscheiden“, so der Orthopäde weiter. Bleibt die verletzte Stelle über mehrere Tage schmerzhaft, würde er es empfehlen. Weniger empfehlenswert sei die Behandlung des verletzten Gewebes mit Wärme. „Ich würde lieber länger kühlen. Wärme ist nur anzuwenden bei muskulären Verspannungen“, meint der Orthopäde. Und der Physio widerspricht: „Damit der Muskel wieder gut durchblutet wird, halte ich Wärme für richtig“, sagt Straube.

Einig sind sich beide bei den klassischen Kompressionsverbänden, mit und ohne Salbe. „Die Tiefenwirkung von Salben ist umstritten. Es kommt wirklich darauf an, wie tief im Muskel die Verletzung liegt“, sagt Heidl und wird von Straube unterstützt: „Salben kommen oftmals nicht durch die Hautschichten bis an den Entzündungsherd heran.“

Thomas Fraundörfer, Trainer bei der SpVgg. Langenhorst/Welbergen und in den 1990er Jahren beim SV Wilmsberg am Ball, hatte in seiner aktiven Zeit häufiger Probleme mit der Leiste. Zum Glück gab es bei den Piggen damals sogar mit Dr. Jörg einen Mannschaftsarzt: „Bei den Salben ist vieles Kopfsache. Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Salbe in den Muskel eindringt.“ Dieter Wies, ehemaliger Meisterschaftskicker der Preußen (1977), schwört auf Pferdesalbe: „Die wurde mir vom Arzt sogar empfohlen. Und Eisspray gab es früher auch schon. Mobilat ebenfalls, aber das war viel zu teuer. Das konnten wir uns gar nicht leisten. Ich hatte als Jugendtrainer zur akuten Behandlung immer Eiswürfel dabei“.

„Auf jeden Fall, Pferdesalbe ist sehr gut und wesentlich billiger als Mobilat oder Voltaren. Ich empfehle auch Retterspitz. Was aber auch sehr gut ist, ist das Kinesiotape“, erklärt Heidl. Dabei handelt es sich um die bunten Streifen, die man bei Sportlern an diversen Körperpartien erkennen kann. Die sollen bei Verletzungen oder Entzündungen von Muskeln, Bändern oder Gelenken als Stabilisierung, dienen, ohne die Beweglichkeit einzuschränken. Die Hauptaufgabe beim Kinesio-Tape besteht darin, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren und zu unterstützen. „Und sie nehmen Druck weg“, ergänzt Straube, der in seiner täglichen Praxis schon einige geklebt hat.

Prellung:Eine Prellung ist eine stumpfe, geschlossene, nicht blutende Verletzung, die beispielsweise durch Schlag, Stoß, Aufprall herabfallender Gegenstände, Sturz oder Fall entsteht. Es wird dabei das Gewebe (Haut, Fettgewebe, Muskeln etc.) gequetscht.

Zerrung: Eine Zerrung ist eine Verletzung von Teilen des Bewegungsapparates wie Muskeln, Sehnen, Bändern infolge einer unphysiologisch ablaufenden, also nicht den normalen Lebensvorgängen entsprechenden Dehnung, Traumas, plötzlicher Überbelastung oder ruckartiger Kontraktion.

Bänderdehnung: Unter einer Bänderdehnung oder -zerrung versteht man die Überdehnung von Bändern. Die aus festem Bindegewebe bestehenden Bänder haben die Aufgabe, Gelenke zu stabilisieren und den Bewegungsumfang auf ein funktionell sinnvolles Maß zu begrenzen. Eine Bänderzerrung entsteht vor allem beim Sport, kann aber auch im Alltag passieren, wenn Gelenke ungewöhnlichen Bewegungen oder Strapazen ausgesetzt sind. Die betroffenen Gelenke schwellen an, schmerzen und sind meistens wenig belastbar.

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