Tischtennis: Arminia Ochtrup
Verstärkung aus Kolumbien

Ochtrup -

Das südamerikanische Kolumbien ist sportlich betrachtet nicht unbedingt dafür bekannt, begnadete Tischtennisspieler hervorzubringen. Doch es gibt sie. Einer ist beim SC Arminia Ochtrup gelandet und soll hier in der Verbands- und NRW-Liga als Verstärkung dienen.

Donnerstag, 12.03.2020, 14:08 Uhr aktualisiert: 13.03.2020, 11:10 Uhr
Marco Lopez spielt seit Beginn der Rückrunde für den SCA. Er kommt in der NRW-Liga und in der Verbandsliga zum Einsatz.
Marco Lopez spielt seit Beginn der Rückrunde für den SCA. Er kommt in der NRW-Liga und in der Verbandsliga zum Einsatz. Foto: Thomas Strack

Die Tischtennis-Abteilung des SC Arminia Ochtrup ist wahrscheinlich die weltoffenste im Münsterland. Beinahe in jeder Saison verpasste sich der Verein aus der Töpferstadt mit der Verpflichtung eines ausländischen Akteurs einen internationalen Anstrich. Seit Januar setzt der frischgebackene NRW-Liga-Meister auf Marco Lopez, der aus einem echten Tischtennis-No-Name-Land kommt: aus Kolumbien. Mit dem 23-jährigen Südamerikaner, der in erster Linie für die Verbandsliga-Reserve antritt, unterhielt sich WN-Sportredakteur Marc Brenzel.

 

Senor Lopez, wo genau aus Kolumbien kommen Sie?

 

Direkt aus der Hauptstadt Bogotá. In Deutschland bin ich seit zwei Jahren.

Wie sieht das Ligensystem in Ihrem Heimatland aus?

 

Einen richtigen Verein oder ein Ligensystem wie in Deutschland gibt es nicht. Es werden vor allem Einzelturniere gespielt.

Sie haben sich für Deutschland entschieden. Warum?

 

Wir haben in Kolumbien kein Ausbildungs- und Fördersystem wie die Deutschen. Und auch nicht solche Trainingsbedingungen. Für den kolumbianischen Verband ist es günstiger, die besten Leute ins Ausland zu schicken, als selbst etwas aufzubauen. Ich wohne und trainiere im Leistungszentrum Eilenburg in Sachsen.

Wieso haben Sie sich für Tischtennis entschieden? Fußball ist doch in Kolumbien viel beliebter?

 

Als Kind habe ich Fußball gespielt. Zum Tischtennis bin ich in der Schule gekommen. Ich war da immer der Beste, und so hat mir Tischtennis eben mehr Spaß gemacht als Fußball.

In welchem Beruf waren Sie in Kolumbien tätig?

 

Nach Beendigung der Schule habe ich bisher nur Tischtennis gespielt. Später möchte ich studieren und Ingenieur werden.

Wie gefällt es Ihnen in Deutschland, speziell beim SCA?

 

Hier ist alles professioneller als in Kolumbien. Gute Hallen, gute Tische, gute Bälle. In Ochtrup gefällt mir der Zusammenhalt und wie sich alle während der Spiele pushen. Hier brennen alle für den Sport. Wenn ich nach einer langen Zugfahrt in Ochtrup ankomme, hat die Mutter von Abteilungsleiter Timo Scheipers gleich Essen und Getränke parat. Dabei können wir uns gar nicht unterhalten, weil sie kein Englisch spricht.

Welche sportlichen Ziele hat er sich gesetzt?

 

Ich möchte noch ein Jahr in Deutschland bleiben und so hoch wie möglich spielen. Mein Traum ist es, Regionalliga oder Oberliga zu spielen.

Treten Sie auch international für Kolumbien an?

Nein, bisher nicht. Wir haben allerdings auch keine Nationalmannschaft.

Wie finanzieren Sie ihren Aufenthalt in Deutschland?

 

Der Verband finanziert das Training und die Lebenshaltungskosten in Eilenburg. Dazu kommt die Prämie, die ich in Ochtrup bekomme. Dieses Geld spare ich.

Wo sehen Sie Ihre sportlichen Stärken und Schwächen?

 

Meine Stärken sind vor allem mein Aufschlagspiel und meine Vorhand. Schwächen habe ich vor allem gegen Abwehrspieler und in der Rückhand. Meine Bälle kommt nicht druckvoll genug.

  • Die NRW-Liga-Mannschaft des SCA ist am kommenden Wochenende spielfrei, die Verbandsliga-Reserve erwartet am Samstag um 18.30 Uhr den TTV Metelen.
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