Trotz Corona immer noch gut fürs Immunsystem
Joggen: Zu zweit oder lieber allein?

Steinfurt -

In Zeiten, in denen das Sportangebot auf ein Minimum reduziert ist, würde sich das Joggen eigentlich anbieten. Findet ja draußen statt. Aber auch die Läufer von Marathon Steinfurt müssen Abstriche machen.

Freitag, 27.03.2020, 14:40 Uhr
In Gruppen zu laufen, ist momentan nicht sinnvoll. Zu zweit mit zwei Metern Abstand schon eher. Auf jeden Fall sagen die Experten aber: „raus und bewegen“; denn Sport und frische Luft stärken das Immunsystem. Tom Köhler (kl. Bild), der Vorsitzende von Marathon Steinfurt, musste für seinen Verein alle Termine streichen.
In Gruppen zu laufen, ist momentan nicht sinnvoll. Zu zweit mit zwei Metern Abstand schon eher. Auf jeden Fall sagen die Experten aber: „raus und bewegen“; denn Sport und frische Luft stärken das Immunsystem. Tom Köhler (kl. Bild), der Vorsitzende von Marathon Steinfurt, musste für seinen Verein alle Termine streichen. Foto: Günter Saborowski

Vor zwei Wochen hat der Verein Marathon Steinfurt seine Jahreshauptversammlung abgehalten, bei der Tom Köhler als Erster Vorsitzender im Amt bestätigt wurde. Die einzige personelle Veränderung, die sich in der Chefetage der Marathonis ergeben hat, war der Wechsel beim Stellvertreter. Den macht jetzt Frank Dite statt Andreas Tiemann , der nach zehn Jahren aufhören wollte.

Im Moment läuft es allerdings nicht so richtig rund, denn auch für die Läufer und Radsportler im Verein gilt: Nichts geht mehr – jedenfalls nicht öffentlich. „Vor zwei Wochen habe ich noch gedacht, uns kann ja nichts passieren. Was wir machen, findet alles draußen statt. Aber schon einen Tag später musste ich wieder zurückrudern“, schildert Köhler den Beginn der Corona-Krise bei Marathon Steinfurt.

Seit einigen Tagen ist auch bei den Läufern alles gestrichen: Es gibt keine Lauftreffs mehr, die Anfängerkurse für Läufer fallen aus, Exkursionen der Vereinsmitglieder finden nicht statt. „Wir haben alles auf Eis gelegt“, sagt Köhler. „Mitte Mai wird in Thüringen der Rennsteiglauf ausgetragen. Wir wollten unsere Vereinsfahrt dorthin machen. Ich hoffe mal, dass die stattfinden kann“, weiß er noch nicht, wie das Vereinsleben weitergehen wird.

Vorstandssitzungen finden bei den Läufern nur noch via Telefon oder E-Mail statt. „Oder wir skypen“, sind die Marathonis auch digital unterwegs. Der Marathon-Chef selbst arbeitet zurzeit im Homeoffice, so wie viele Mitarbeiter bei BASF. „Die Produktion und die Labore arbeiten noch, aber wer kann, soll von zu Hause aus arbeiten. Ich rechne mit sechs Wochen“, sagt Köhler.

Dennoch sollte niemand auf seine tägliche oder wöchentliche Joggingrunde verzichten. Bewegung und frische Luft sind gesund und stärken das Immunsystem. „Wenn wir alle das beherzigen, was die Experten raten, kann auch jeder laufen gehen. Ich habe noch genug zu trainieren, ich laufe allein. Mitte August wird in Berlin der Mauerweglauf ausgetragen. Das sind 100 Meilen, also 160 Kilometer“, hat sich Köhler ein „echtes Brett“ vorgenommen. „Wir haben ja noch kein Ausgangsverbot. In Gruppen sollte man allerdings nicht laufen“, rät Köhler. Und wer sich mit einem Freund zum Joggen verabrede, solle die zwei Meter Abstand einhalten, die die Experten jedem anraten.

Hinsichtlich des Steinhart500, der traditionell im November ausgetragen wird und in diesem Jahr am 8. des Monats über die Bühne geht, hat Köhler keine Bedenken, dass die Durchführung ausfallen könnte: „Ich bin in dieser Hinsicht optimistisch, dass der durchgeführt werden kann“, glaubt der Borghorster nicht, dass die Corona-Krise sieben Monate andauert.

Für den Fall jedoch, dass man mehr Zeit als gewünscht zu Hause verbringen muss, ist Tom Köhler vorbereitet. Neben seinem E-Book hat der Dauerläufer jede Menge Schallplatten. „Ich höre gerne und viel Musik, und ich stehe auf Vinyl“, wird sich der Marathoni diverse lange ungehörte Schätzchen zu Gemüte führen können.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7346089?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F57546%2F
Nachrichten-Ticker