Sport in Zeiten von Corona
Sascha Beuing ist doppelt betroffen

burgsteinfurt -

Wer Sport macht und gleichzeitig mit dem Sport seine Brötchen verdient, ist in diesen Zeiten doppelt gekniffen. Sascha Beuing spielt Tischtennis und ist gleichzeitig Kleinunternehmer, der sich jetzt irgendwie über Wasser halten muss.

Donnerstag, 02.04.2020, 13:24 Uhr aktualisiert: 03.04.2020, 14:10 Uhr
Sascha Beuing spielt bei den Oberliga-Herren des TB Burgsteinfurt an Nummer fünf, ist nebenbei aber auch Kleinunternehmer und vertreibt Sportartikel.
Sascha Beuing spielt bei den Oberliga-Herren des TB Burgsteinfurt an Nummer fünf, ist nebenbei aber auch Kleinunternehmer und vertreibt Sportartikel. Foto: Thomas Strack

Die Zeiten sind hart. Für alle. Aber manch einen trifft es doppelt, sowohl sportlich als auch beruflich. Sascha Beuing gehört zu dieser Gruppe, die von Corona in zweifacher Hinsicht gebeutelt ist, denn Beuing spielt Tischtennis und ist Unternehmer. Mit seinen Mannschaftskameraden Klaas Lüken , Dennis Schneuing , Yorrick Michaelis, Christoph Heckmann, Bruder Tim und Jörg Bäumer gehört er beim TB Burgsteinfurt zu den zehn Clubs, die in der Oberliga NRW beheimatet sind. Darüber hinaus betreibt Sascha Beuing in Münster ein Sportgeschäft für Artikel rund um die Sportarten Tischtennis, Badminton und Kampfsport.

Wie allen Kleinunternehmern verdient er momentan kein Geld, hat aber laufende Kosten. In seinem Laden auf 200 Quadratmetern hat er einen Angestellten, der jetzt kurzarbeitet. Wirtschaftlich betrachtet, so sagt er selbst, sei der Faktor Kosten nicht ganz so hoch: „Aber solange die Hallen überall gesperrt sind, habe ich keine Umsätze und verdiene natürlich auch kein Geld. Ich bin seit fünf Jahren selbstständig und habe Kredite laufen. Jetzt versuche ich die Hilfen, die es gibt, in Anspruch zu nehmen und spare natürlich, wo ich kann“, sagt die Nummer fünf des TBB. Damit wenigstens in bisschen Geld in die Kasse kommt, macht er Lieferdienste für einen Freund, der selber Personalausfälle hat. Das sei für ihn und seinen Kumpel eine Win-win-Situation.

Sportlich betrachtet ist die Pause keine so große Katastrophe für ihn. Angesichts seiner Probleme mit der Schulter tue die Auszeit seinem Körper sogar gut. Doch die Form sei dahin: „Ich habe noch nie vier Wochen nicht trainiert oder gespielt. Meine Form ist jetzt schlechter als nach der Sommerpause.“ Ob es für die noch ausstehenden vier Spieltage der Meisterschaft reichen wird? Fraglich, ob die überhaupt ausgetragen werden. „Der Verband diskutiert noch, ob und wie weitergespielt werden könnte. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Saison weiterläuft. Für uns als Mannschaft wäre das auch nicht tragisch“, sagt er.

Der Turnerbund steht mit 13:15 Punkten nach 14 Partien auf einem Nicht-Abstiegsplatz. „Für uns wäre das Einfrieren der Tabelle das Beste. Oder man nimmt die Tabelle der Hinrunde als Grundlage. Da hat immerhin jeder einmal gegen jeden gespielt. Aber auch da wären wir auf einem Nicht-Abstiegsplatz“, rechnet Beuing vor. Mit der Entscheidung des DTTB von Mittwoch sind diese Gedanken jedoch hinfällig. Der Turnerbund bleibt in der Oberliga.

Was seine Teamkameraden aktuell machen, weiß der ehemalige Mannschaftssprecher des TB nicht so genau. Ob sie sich fit halten für eine Fortsetzung der Spielzeit? Wo ist das Problem? Zwei Spieler, zwei Schläger, ein Ball, dazwischen eine Platte. Damit wären zwei Meter Abstand gewährleistet. Am besten irgendwo im Garten, denn die Hallen sind gesperrt, ebenso wie die öffentlichen Anlagen auf einem Schulhof. „Zu kalt und zu windig. Dabei könnte man sich viel zu schnell verletzen. Vernünftig Tischtennis spielen kann man draußen nicht. Das wäre höchstens Pingpong“, wiegelt Beuing ab.

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