Empfehlung des Verbandsfußballausschusses: Saisonabbruch mit Wertung
Bis zu zwei Aufsteiger pro Liga

KREIS STEINFURT -

Am Mittwoch sprach der FLVW zu dem derzeit heiß diskutierten Thema Klartext und legte seine Entscheidung zur Saisonwertung 2019/20 vor. Absteiger gibt es keine, Meister ebenfalls nicht. Dafür aber eine überraschende Zahl an Aufsteiger – auch aus Metelen.

Donnerstag, 07.05.2020, 16:00 Uhr
Wann wieder um Punkte gespielt wird, ist noch unklar. Die Aufsteiger stehen angesichts der Tatsache, dass die Saison 19/20 für beendet erklärt wurde, fest. Unter anderem können sich Patrick Wensing (kl. Bild) und Vorwärts Wettringen über den Aufstieg in die Landesliga freuen.
Wann wieder um Punkte gespielt wird, ist noch unklar. Die Aufsteiger stehen angesichts der Tatsache, dass die Saison 19/20 für beendet erklärt wurde, fest. Unter anderem können sich Patrick Wensing (kl. Bild) und Vorwärts Wettringen über den Aufstieg in die Landesliga freuen.

Der Meistersekt spritzt auf der Terrasse oder im heimischen Wohnzimmer. Abstiegstränen gibt es keine. Am Mittwochmittag sprach der Fußball- und Leichtathletikverband (FLVW) zu dem derzeit heiß diskutierten Amateurfußballthema Klartext und legte seine Entscheidung zur Saisonwertung 2019/20 vor.

Diese sieht einen Abbruch der aktuellen Spielzeit mit Aufsteigern und ohne Absteiger in den Amateurspielklassen von der Kreisliga D bis zur Oberliga Westfalen vor. Dabei folgte das FLVW-Präsidium den Empfehlungen des Verbandsfußballausschusses (VFA). Der Clou: Neben dem aktuellen Tabellenführer soll auch der Herbstmeister aufsteigen. Bei einer unterschiedlichen Anzahl absolvierter Spiele greift eine so genannte Quotientenregelung. Zur Berechnung des Quotienten werden die gesammelten Punkte durch die Anzahl der ausgetragenen Spiele geteilt. Demnach kann auch eine Mannschaft mit weniger Punkten als der aktuell Erstplatzierte noch auf Rang eins springen, wenn sie weniger Spiele absolviert hat, aber einen besseren Quotienten aufweist. Rechtskräftig entscheiden muss der außerordentliche Verbandstag im Juni.

„Der VFA hat nach Auffassung des Präsidiums die bestmögliche und fairste Lösung für den Großteil der Vereine gefasst. Die Empfehlung schöpft all´ unsere Möglichkeiten aus, um den Gegebenheiten in all´ unseren Staffeln gerecht zu werden. Es war keine leichte Aufgabe, schließlich reden wir hier von 6641 Männer- und Frauen-Mannschaften in 233 Staffeln“, spricht Präsident Gundolf Walaschewski auf der FLVW-Homepage von einer salomonischen Regelung.

Durch den vermehrten Aufstieg wird es in den Spielklassen zu einem Überhang kommen. Die werden entsprechend vergrößert, oder es werden zusätzliche Staffeln installiert. Nach jetzigem Stand ergäbe sich folgende Situation:

Oberliga20 Vereine (vorher 18), Westfalenliga: 33 (32), Landesliga : 76 (64, 5 Staffeln statt 4), Bezirksliga : 224 (193, 14 Staffeln statt 12). Auch bei den Frauen soll eine zusätzliche Bezirksliga (+1) installiert werden. Durch einen vermehrten Abstieg in den folgenden Spielzeiten würde die gewünschte Anzahl an Mannschaften in der jeweiligen Spielklasse nach zwei Jahren wieder erreicht werden.

Für den Fußball im Kreis Steinfurt hat dieser Beschluss weitreichende Bedeutung. So darf sich in der Bezirksliga 12 Vorwärts Wettringen über den Landesliga-Aufstieg freuen. Ebenso steigt Herbstmeister Borussia Münster auf, der am Ende des 15. Spieltags vorne lag. Vorwärts-Trainer Patrick Wensing nahm die Entscheidung so auf: „So ein bisschen haben wir das ja schon kommen sehen. Wir wären bei zwei von drei Szenarien durchgewesen (Quotientenregelung und aktueller Tabellenstand, d. Red.). Wobei ich mit der jetzt getroffenen Regelung nicht gerechnet hätte.“

Einige Krokodilstränen dürfte hingegen Borussia Emsdetten vergießen. Die Spielabsage gegen Spexard am 8. März kostete die Borussen den Oberliga-Aufstieg. Hans-Dieter Schnippe, Vorsitzender des Fußballkreises Steinfurt, brachte das Dilemma auf den Punkt: „Wenn der Platz nicht vom Verein oder der Stadt Emsdetten gesperrt worden wäre, würden die Borussen nun aufsteigen.“ Zwar ist die Mannschaft von Trainer Roland Westers (4.) punktgleich mit dem Dritten Victoria Clarholz, doch die Kicker aus dem Kreis Gütersloh haben den besseren „Aufstiegsquotienten.

„Durch die jetzt gefundene Lösung haben wir die höchste Rechtssicherheit“, ließen Schnippe und seine VFA-Kollegen auch die Ergebnisse mehrerer Rechtsgutachten in ihre Empfehlung einfließen.

Am 11. Mai beraten die Kreisvorsitzenden dann gemeinsam mit dem Präsidium in der Ständigen Konferenz über die VFA-Em­p­fehlung. Anschließend wird ein außerordentlicher Verbandstag im Juni über den endgültigen Saisonabbruch mit der vorgeschlagenen Wertung abstimmen.

Auch im Nachwuchsbereich soll es einen Saisonabbruch mit entsprechender Wertung geben. „Für den Kinder- und Jugendfußball streben wir eine möglichst identische Umsetzung für einen Gleichschritt im FLVW an“, gibt Vizepräsident Jugend Holger Bellinghoff einen ersten Ausblick und ergänzt: „Zudem sind aber auch die Besonderheiten in der Organisation des Kinder- und Jugendspielbetriebes zu beachten.“ Auch hier steht die Einberufung eines außerordentlichen Verbandsjugendtages noch aus.

Verlängert wird aller Voraussicht nach die Wechselfrist. Statt dem 30. Juni könnte die Deadline auf Ende Juli oder sogar Ende August verlegt werden.

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