Carsten Bäumer – schwarz-gelber Vorbereiter und Vollstrecker
Der Aufstieg blieb ihm versagt

Burgsteinfurt/Laer -

Carsten Bäumer gehörte zu der legendären Stemmerter Mannschaft von Schwarz-Gelb, die 1995 im Entscheidungsspiel um den Aufstieg in die Landesliga gegen Vorwärts Wettringen mit 2:3 unterlag. Kicken kann er nicht mehr, fährt dafür umso mehr mit dem Rad.

Freitag, 20.11.2020, 15:12 Uhr aktualisiert: 23.11.2020, 18:28 Uhr
Carsten Bäumer trug einige Jahre das Trikot von Schwarz-Gelb Burgsteinfurt, ehe er vor zehn Jahren nicht nur die Trikotfarbe wechselte, sondern auch die Sportart (kl. Bild).
Carsten Bäumer trug einige Jahre das Trikot von Schwarz-Gelb Burgsteinfurt, ehe er vor zehn Jahren nicht nur die Trikotfarbe wechselte, sondern auch die Sportart (kl. Bild). Foto: Franz Völkel

Zeitungsarchive verfügen über eine Vielzahl an Bildmaterial. Unzählige Fotos und Negative befinden sich in den Untiefen diverser Redaktionen – wo „nur“ lokal berichtet wird allerdings ein bisschen weniger natürlich. Von Carsten Bäumer aus seiner Zeit bei Schwarz-Gelb Burgsteinfurt gibt es einige Bilder, um nicht zu sagen eine ganze Menge, denn der Junge aus Laer war Stürmer. Die werden, weil sie sich in der Regel in Tornähe aufhalten und somit oft mit Jubelszenen verbunden sind, häufiger abgelichtet als Mittelfeldkicker, die meist nur ballführend daherkommen.

Allerdings, eine bestimmte Sorte Bilder gibt es von dem 48-jährigen Laerer nicht: „Ich bin tatsächlich nie aufgestiegen“, gesteht der ehemalige SG-Angreifer, der immerhin in fünf Vereinen und Mannschaften dem runden Leder nachjagte. Somit ist Bäumer auf keinem Foto einer Meistermannschaft für die Ewigkeit der Vereinschronik abgelichtet worden. Was unter anderem wohl auch daran lag, dass der gebürtige Laerer die regionale „Mutter aller Niederlagen“ 1995 in Neuenkirchen miterleiden musste.

„Wir lagen mit 2:0 vorne und haben das Entscheidungsspiel trotzdem mit 2:3 verloren. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie die Junggesellenschützen aus Wettringen den Platz gestürmt haben“, sind diese Bilder tief in Bäumers Gedächtnis eingebrannt. 2:1 hieß es im Entscheidungsspiel um den Aufstieg in die Landesliga zwischen Schwarz-Gelb und Vorwärts Wettringen zur Pause, nach 90 Minuten 2:3 und es herrschten auf Burgsteinfurter Seite nur noch Leere und Trauer, bei einigen flossen sogar Tränen.

„Unser Problem war nicht der Angriff. Gert und ich haben immer zwei, drei Tore gemacht, wobei ich allerdings eher der Vorbereiter war. Unser Schwachpunkt war die Abwehr“, sagt Bäumer, der mit dem Niederländer Gert Goolkate, von den SG-Fans meist Colgate genannt, das Angriffsduo bildete. „Ich wäre nach dem Spiel am liebsten im Boden versunken“, tat diese Niederlage richtig weh.

Bäumer blieb noch kurze Zeit in Stemmert, wechselte dann nach Emsdetten und später zum SV Wilmsberg, erneut unter Bernd Kipp. Mit 31 Jahren erlitt er einen Riss der Achillessehne, hat‘s danach noch mal beim TuS Laer in der ersten Mannschaft versucht, bis es Zeit war für die Alten Herren. Doch als die Schmerzen in den Knien auch beim vom Tempo her langsameren Oldie-Spiel nicht nachließen und ein Meniskusschaden diagnostiziert wurde, war Schluss.

Vor zehn Jahren kam der Umstieg aufs Rad. „Aus einer Bierlaune heraus sind mein Nachbar und ich in sechs Tagen 850 Kilometer bis nach Berlin gefahren. Jetzt machen wir regelmäßig unsere Touren im Teutoburger Wald oder im Sauerland. Ab und zu sitze ich auch auf dem Rennrad, oder schließe mich den Jungs bei Marathon Steinfurt an, wo ich Martin Teigeler, einen ehemaligen Mitspieler von Schwarz-Gelb, wiedertreffe“, hat Carsten Bäumer die Fußballschuhe eindeutig gegen Radschuhe eingetauscht.

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