Handball: Rainer Spreer war Borghorsts erfolgreichster Jugendtrainer
Die Oberliga als Krönung

borghorst -

Von den Minis bis zur A-Jugend, vom Spielfest bis in die Oberliga – 16 Jahre lang betreute Rainer Spreer Jugendmannschaften der Handballer des TV Borghorst. Mit Erfolg, die Krönung war die höchste Jugendliga in Westfalen.

Freitag, 04.12.2020, 16:08 Uhr aktualisiert: 04.12.2020, 16:12 Uhr
Mit den Minis fing 1984 es an: Trainer Rainer Spreer als Trainer brachte (o.v.l.) Daniel Hille, Roland Bordewick, Stefan Engberding, Christian Beermann, Christian Bülter, (u.v.l.) Bastian Elling, Julius Waltermann, Jan Spreer, Peter Hagemann und Christian Stockbrink spielerisch den Handball nahe.
Mit den Minis fing 1984 es an: Trainer Rainer Spreer als Trainer brachte (o.v.l.) Daniel Hille, Roland Bordewick, Stefan Engberding, Christian Beermann, Christian Bülter, (u.v.l.) Bastian Elling, Julius Waltermann, Jan Spreer, Peter Hagemann und Christian Stockbrink spielerisch den Handball nahe. Foto: privat

An Probleme mit der Disziplin seiner Mannschaft kann er sich nicht erinnern. Selbst in der Zeit, als die Haare lang und der Verstand kurz waren, hatten Rainer Spreer und seine A-Jugend keinen Stress mit Unpünktlichkeit oder vernebelten Köpfen durch Restalkohol. „Wenn wir bei einem Turnier morgens um 9 Uhr ein Spiel hatten, habe ich den Jungs gesagt: Ihr steht hier auf der Matte, auch wenn ihr am Tag vorher gefeiert habt“, weiß der mittlerweile 73-Jährige noch sehr genau. „Das war wirklich nie ein Problem, auch nicht in der B- oder A-Jugend. Die wollten immer nur spielen“, unterstreicht der erfolgreichste Borghorster Jugendtrainer noch einmal deutlich, dass sein Team heiß aufs Handball war.

Er muss es wissen. 16 Jahre lang, von den Minis (1984) bis zur A-Jugend, hat der gebürtige Sachse die Truppe unter seinen Fittichen gehabt. Und ist in (fast) jeder zweiten Saison Meister geworden. „Der TV Emsdetten und wir haben uns regelmäßig abgewechselt, je nach Jahrgang“, sagt Spreer, dessen Sohn Jan ebenfalls zum Team gehörte, ebenso wie Nachbarssohn Bastian Elling

Mit fünf oder sechs Jahren, ganz genau weiß es der 73-Jährige nicht mehr, nahm er die Kleinen als Minis auf. Doch es wurde mitnichten nur Handball gespielt: „Wir haben sehr viel mit Spielreihen gemacht und natürlich auch Fußball gespielt. Das war mehr eine sportmotorische Grundausbildung“, hatten die Kurzen nicht nur den Ball in der Hand oder am Fuß, sondern sind auch Seile hochgeklettert oder über Böcke und Kästen gesprungen. Nicht zu vergessen das Schwingen mit den Seilen auf die große blaue Matte, die zum Toben eingeladen hat.

Ab der C-Jugend weckten die Leistungen der Mannschaft Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen. Doch sie blieben – bis auf Julius Waltermann, der in der B nach Emsdetten wechselte – zusammen, auch wenn sie sich nicht in jeder Saison in der Bezirksliga halten konnten, dafür spielten sie um die Westfalenmeisterschaft mit. Ihren größten Coup landeten Pepping und Co., als sie in die Oberliga aufstiegen und im Westfalenpokal im Halbfinale standen. Zwei Mal unterlagen sie im Januar 1998 gegen den Bezirksmeister der Industrie-Staffel, TuS Bommern, was damals zwar genau analysiert wurde, der Trainer heute aber mit anderen Augen sieht: „Die hatten die Hosen voll“, war laut Spreer die Nervosität der Hauptgrund für die beiden Niederlagen. Vielleicht war aber auch die große Kulisse – ein Fanbus aus Borghorst war mitgereist – ausschlaggebend.

Auffällig, manchmal beim Gegner vielleicht auch ein müdes Lächeln hervorrufend, waren die Frisuren einiger Spieler seiner Mannschaft. Haufenweise kleine Zöpfe oder mit Zuckerwasser hochtoupiert zum Igel, auf jeden Fall aber lang. „Wir wurden von einigen anderen Mannschaften die Mattenschwingertruppe genannt, weil die meisten lange Haare hatten. Mir war das egal“, sagt Spreer, der in den 1970er Jahren in Münster studiert hat. Zu dem Zeitpunkt hatten beinahe alle Studenten – außer den Juristen – die Haare länger. „Ich habe den Jungs nur gesagt, dass sie um die Haare während der Spiele irgendwas drumherum binden sollten, damit die nicht stören“, achtete der Coach mehr auf den Erfolg als aufs Styling. „Klar haben einige Gegner ab und zu blöd geschaut – bis sie dann gemerkt haben, wie gut wir spielen konnten“, war die Länge der Frisur nicht mehr ausschlaggebend fürs – meist – positive Ergebnis.

Handball spielt Rainer Spreer schon lange nicht mehr. Dafür hat er das Radfahren für sich entdeckt, früher mit dem Rennrad, heute mit seiner Frau auf dem E-Bike. Was seine damaligen Jungs heute machen, er weiß es nicht. Aus den Augen, aus dem Sinn.

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